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Rockets vor Spitzenspiel gegen RatingenDanach geht es für die EGDL in den hohen Norden

Die Rockets jubeln über ein Tor gegen die Neuwieder Bären. (Foto: EGDL)Die Rockets jubeln über ein Tor gegen die Neuwieder Bären. (Foto: EGDL)
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Das gibt Schwung für die kommenden Aufgaben, und die haben es allesamt in sich. Am Freitag kommt mit den Ratinger Ice Aliens einer der Meisterschaftsfavoriten der Regionalliga West in die Diezer Eissporthalle (20.30 Uhr). Und keine 24 Stunden später ist die EG Diez-Limburg im Norddeutschen Pokal bei den Weserstars aus Bremen, dem Spitzenreiter der Regionalliga Nord, gefordert (19.30 Uhr).

„Wir haben am vergangenen Wochenende gegen Neuwied und in Dinslaken insgesamt 16 Tore geschossen und nur sechs Buden kassiert, davon vier auswärts - damit lässt sich schon ganz gut leben“, sagt EGDL-Trainer Arno Lörsch. „Zumal zwei Gegentore in Dinslaken ganz sicher dem Pensum und der damit nicht zu 100 Prozent vorhandenen Konzentration geschuldet waren. Das, was die Mannschaft zuletzt geleistet hat, ist aller Ehren wert.“

Zumal sie in beiden Wochenendpartien unterstrich, wie heiß sie vor allen Dingen auf das Toreschießen ist. In Dinslaken etwa ging das Team mit einer 7:4-Führung und in Unterzahl in die letzte Spielminute. Wenig später stand ein 9:4-Sieg auf der Anzeigentafel, weil die Mannschaft in den finalen Sekunden durch Joey Davis und Konstantin Firsanov noch zwei Shorthander nachlegte. „Wir müssen da ein bisschen in Schubladen denken“, sagt der Trainer. „Powerplay 5 gegen 4 können wir richtig gut, da liegen wir bei rund 40 Prozent Erfolgsquote, das ist schon gewaltig. Überzahl 5 gegen 3 können wir gar nicht, da sind wir unterirdisch schlecht, weil jeder Spieler denkt, jetzt muss doch einer rein. Was wir aber auch richtig gut können ist Unterzahl.“

Schon gegen Neuwied hatte Konstantin Firsanov mit einem Mann weniger auf dem Eis getroffen, und er tat es auch in Dinslaken. „Diese Tore muss man der Intelligenz der Spieler zuschreiben“, sagt Lörsch. „Firsanov denkt in der Situation nicht an den nächsten, sondern schon an den übernächsten Schritt des Gegners und macht intuitiv das Richtige. Natürlich werden solche Tore immer auch von Fehlern der Gegner begünstigt, aber dennoch musst du diese Situationen erst einmal lesen können. Und das können einige der Jungs richtig gut.“

Am Freitag nun wollen die Rockets den nächsten Sieg nachlegen, sie treffen mit den Ratinger Ice Aliens jedoch nicht nur auf eine Topmannschaft der Liga, sondern auch auf einen sicherlich angefressenen Gegner. „Ratingen hat am vergangenen Wochenende in Herford und gegen Hamm verloren. Das ist der klassische angeschlagene Boxer, der jetzt darauf sinnt, es wieder besser zu machen. Die kommen entweder zu uns und denken sich: Okay, die haben gerade einen Lauf und machen Tore ohne Ende - das wird schwer. Oder sie denken sich: Jetzt muss eine Trotzreaktion her gegen eines der anderen Top-5-Teams. Für den Gegner kann ich nicht sprechen“, sagt Lörsch. „Gleichwohl aber für uns: Wir werden richtig heiß sein auf dieses Spiel.“ Fehlen wird in diesem Match Stürmer Florian Böhm, der in Dinslaken seine dritte Zehn-Minuten-Strafe kassiert hat und nun eine Partie aussetzen muss.

Am ungewohnten Samstag geht es für die Rockets dann gen Norden - zum ersten Gruppenspiel im Norddeutschen Pokal. Im Eisstadion Paradice in Bremen geht es am Samstag gegen die heimischen Weserstars. „Für mich derzeit die Topmannschaft der Regionalliga Nord“, sagt der Trainer. Bremen ist amtierender Vizemeister, verlor das Finale im Vorjahr gegen den Hamburger SV, der den Schwerpunkt seiner sportlichen Aktivität vielleicht vom Fußball weg verlagern sollte. Aktuell sind die Weserstars nach vier Siegen souveräner Spitzenreiter im Norden. Und sie spielen, weil der Verband dies im Norden erlaubt, in der Regel mit drei EU-Ausländern. In der Vorbereitung schlugen die Weserstars in eigener Halle den derzeitigen Spitzenreiter der Regionalliga West aus Herford mit 9:7.

„Wir freuen uns auf dieses Duell, es wird ein echter Gradmesser für uns“, sagt der Rockets-Trainer. „Wir wissen nicht, was da wirklich auf uns zukommt. Wir kennen nur Namen und Statistiken. Und natürlich wird es nur einen Tag nach dem Topspiel gegen Ratingen auch eine Frage der Kraft werden. Aber wir wollen uns dennoch schon in Bremen eine gute Ausgangslage verschaffen, um im Norden auch nach der Gruppenphase noch im Pokal aktiv zu sein.“ Neben Bremen trifft Diez-Limburg in der Gruppe auch auf dem Eishockeylub Nordhorn (jeweils Hin- und Rückspiel). Der Erste schafft den Sprung in die nächste Runde.

Dass die Mannschaft nach dem Spiel in Bremen verweilt, freut den Trainer besonders. Vorstandsmitglied und Sponsor Willi Lotz übernimmt als Belohnung für die zuletzt starken Ergebnisse die Kosten für die Unterkunft und beschert der Mannschaft damit einen gemeinsamen Abend im Hohen Norden. „Eine schöne Chance für die Jungs, abseits von Training und Spiel gemeinsam etwas zu unternehmen und Zeit für sich zu haben.“