Rockets gewinnen Spiel drei gegen Ratingen und haben MatchballPackend und mitreißend

Jubel nach Unterzahltor. (Foto: fischkoppMedien/EGDL)Jubel nach Unterzahltor. (Foto: fischkoppMedien/EGDL)
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Als die Rockets am Freitagabend als Sieger feststanden, da hatten die (offiziell) 600 Zuschauer den Heckenweg längst in Gänsehaut getränkt. Wenn es einen Masterplan dafür geben kann, wie der Funke vom Team auf die Tribüne und von der Tribüne auf das Team überspringen kann, dann gab es diesen am Freitagabend in Diez live mitzuerleben. Die EGDL gewinnt Spiel drei der Serie mit 3:1 (0:1, 2:0, 1:0) und hat nun Matchball. Es fehlt nur noch ein Sieg zum Erreichen der Finalspiele gegen den Herforder Eishockey-Verein.

Ratingen und Diez-Limburg – zwei Teams, gespickt mit Oberliga-erfahrenen Akteuren. Bei den Gästen standen 18 Mann auf dem Spielberichtsbogen, von denen nur Simon Klemmer (aus dem Nachwuchs der Düsseldorfer EG) und der Tscheche Stepan Kuchynka (kam aus der 1. Liga seines Heimatlandes) noch nicht in der Oberliga gespielt haben. Dass du eine solche Mannschaft in den Play-offs nicht im Vorbeigehen schlagen kannst, war den Rockets ohnehin klar. Aber im Vergleich zur Hauptrunde ist es den Ice Aliens gelungen, leistungstechnisch noch einmal nachzulegen. So auch am Freitagabend.

Das erste Drittel zum Beispiel gehörte den Gästen, die nicht unverdient durch ein Tor von Thomas Dreischer (14.) in Führung gingen. Früher, viel früher, bereits in der dritten Spielminute, hatte sich Gästetrainer Achim Johnigk bereits über die erste Strafe der Partie gegen seine Mannschaft derart echauffiert, als sei die Hinausstellung bereits spielentscheidend. Dabei sollten die Strafen den Abend über gut verteilt sein: Die EGDL saß insgesamt zehn Mal in der Kühlbox, die Ice Aliens acht Mal.

Gleichwohl registrierten auch die Gastgeber - wenn auch deutlich unaufgeregter - dass die Unparteiischen sich an diesem Abend mit Tempo und Intensität der Partie durchaus schwer taten. Das betraf mal Strafen (auf beiden Seiten), mal betraf es Abseitspositionen (auf beiden Seiten) und auch nicht gegebene Tore (auf beiden Seiten). Nur eine Sache hatten die Rockets exklusiv: Hauptschiedsrichter Jan Breckenfelder hatte bei einem Konter von Pierre Wex aus nächster Nähe ein Foulspiel gesehen und auf Penalty entschieden. Warum dieser jedoch nicht ausgeführt wurde, nach einem kurzen Stuhlkreis gab es stattdessen eine Zwei-Minuten-Strafe, blieb ein ungeklärtes Phänomen.

Für die EGDL galt es nach einem durchwachsenen ersten Drittel die Partie anzunehmen - und das taten die Mannen von Trainer Arno Lörsch nun auch deutlich besser. Verdienter Lohn war der Ausgleich von Matt Fischer (29.). Zwar mussten die Rockets in diesem Abschnitt auch zwei Mal in doppelter Unterzahl agieren, sie meisterten diese Situationen jedoch mit Bravour. Und sie schlugen sogar Kapital aus einer einfachen Unterzahl: Matt Fischer brachte nach starker Vorarbeit von Joey Davies sein Team in Führung (39.), die Halle kochte.

Ratingen beschäftigte sich derweil (zu) oft und (zu) viel mit den Kleinigkeiten, die Play-off-Hockey auch ausmachen, aber unter dem Strich keine Tore und keinen Sieg bringen. Zudem ließen die Gäste zu viele Überzahlsituationen ungenutzt und scheiterten bei den vielen anderen Torchancen ein ums andere Mal an einem überragenden Constantin Schönfelder im Rockets-Kasten. Das Lob gebührt jedoch auch seinem Gegenüber Christoph Oster – beide Keeper verdienten sich Bestnoten. Mit Sternchen.

Für die Entscheidung durfte eine Geschichte herhalten, wie sie nur der Sport schreiben kann. Julian Grund hatte über Monate wegen einer Herzmuskel-Entzündung gefehlt, erst in der Vorwoche sein Comeback gegeben. Im letzten Drittel traf er zunächst in Überzahl, der Treffer wurde aber als Schlittschuhtor gewertet und nicht anerkannt. Die Antwort von Grund? Nur wenige Sekunden später traf er wieder, und dieses Mal zählte das Tor auch (52.). Das 3:1 sollte am Ende reichen für einen hart umkämpften Sieg und die 2:1-Führung in der Serie.

„Das Spiel hat zäh begonnen, obwohl die Mannschaft hoch konzentriert war“, sagte Rockets-Trainer Arno Lörsch. „Die Jungs wissen, dass sie die Chance auf etwas ganz Großes haben. Dennoch hat es ein ganzes Drittel gedauert, das Spiel in die Hand zu nehmen. Mit zunehmender Dauer hat das Spiel dann immer mehr Play-off-Charakter angenommen. Nach hinten raus haben wir es sehr gut gespielt und bei allem, was auf dem Eis passiert ist, die Ruhe bewahrt und Moral bewiesen. Für manche Dinge haben mir echt die Worte gefehlt. Das Lob gehört beiden Mannschaften, die hart gespielt haben, es aber nicht übertrieben haben.“