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Dinslakener Kobras verlieren nach fünf Siegen in FolgeDie Serie ist gerissen

Doppeltorschütze Michal Plichta. (Foto: Sport-meets-Photographie.de)Doppeltorschütze Michal Plichta. (Foto: Sport-meets-Photographie.de)
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Die Kobras, die mit reichlich Selbstvertrauen ausgestattet ins Westfalenland fuhren, mussten an diesem Abend auf die Dienste von Benni Hüsken, Timothy Tanke, Tim Cornelißen und Tom Giesen verzichten. Letztgenanntem könnte ein längerer Ausfall drohen. Er hatte sich beim Spiel in Neuss verletzt und klagte danach über Schmerzen im Knie.

Die Hausherren begannen die Begegnung erwartungsgemäß wie die Feuerwehr und schnürten die Giftschlangen in den ersten fünf Spielminuten in ihrem Drittel ein. In der sechsten Spielminute konnten die Dinslakener die ersten vielversprechenden Angriffe starten, doch zum erfolgreichen Abschluss langte es nicht. Der erste Treffer fiel, als auf dem Eis etwas mehr Platz war. In der neunten Spielminute saßen auf jeder Strafbank ein Spieler und Ross John Reed stellte erstmalig seine Klasse unter Beweis. Von der linken Verteidigerposition, kurz hinter der blauen Linie, zog der Kanadier trocken ab und ließ Marvin Haedelt zwischen den Dinslakener Pfosten keine Chance. Doch die Antwort der Gäste ließ nur knapp zwei Minuten auf sich warten. Tom Goldmann traf zum 1:1. Und es sollte noch besser kommen. Als die Kobras bei einem Angriff den Puck im gegnerische Drittel eigentlich schon verloren hatten, stibitzte Joey Menzel seinem Gegenspieler erneut den Puck vom Schläger, passte auf Philipp Heffler, der direkt zu dem vor dem Tor freistehenden Michal Plichta weiterleitete. Der Dinslakener Torjäger „tanzte“ in der 13. Spielminute mit einer Körpertäuschung Justin Figge aus und brachte die Giftschlangen mit 2:1 in Führung. Diese Führung hielt gut sechs Minuten, dann kam der nächste Auftritt von Ross John Reed. Der mit einem Schnitt von 2,23 Toren pro Spiel beste Torschütze der Liga fuhr bei einem Angriff der Herforder in der 19. Spielminute von rechts kommend parallel zur Torlinie und fand im richtigen Moment die Lücke, die Marvin Haedelt bei seiner Bewegung zwangsläufig machen musste.

Extrem unglücklich sah Marvin Haedelt bei seinem dritten Gegentreffer in der 22. Spielminute aus, was wohl die erste Schlüsselszene des Spiels bedeutete. Als die Herforder einen Angriff dahingehend einleiteten, dass sie den Puck einfach ins Dinslakener Abwehrdrittel in die linke Rundung spielten, verließ er seinen Kasten, lief mit der schwarzen Hartgummischeibe zwei, drei Meter und wollte dann einen an der Bande postierten Mitspieler anspielen. Doch der Pass war zu ungenau und sein Mitspieler konnte das Zuspiel nicht verwerten. Im Gegenteil: Herbeigeeilte Herforder Gegenspieler eroberten den Puck und Fabian Staudt brachte mit seinem Treffer ins verwaiste Gehäuse die Westfalen mit 3:2 in Führung. Dieses Tor hatte Signalwirkung, denn jetzt legten die Dragons noch eine Schippe drauf und zogen gegen geschockte Kobras bis zur 27. Spielminute auf 5:2 davon. Erst dann hatte sich die Sikorski-Truppe wieder gefangen und konnte das Spielgeschehen wieder ausgeglichen gestalten. Und die ausverkaufte Herforder Eishalle musste feststellen: Die Kobras hatten sich keinesfalls aufgegeben. Belohnt wurden sie für ihre Mühen in der 36. Spielminute, als Mark Essery bei doppelter Überzahl die Zuspiele von Sven Linda und Kevin Wilson veredeln konnte.

Und die Kobras machten im letzten Drittel da weiter, wo sie im Mittelabschnitt aufgehört hatten. Waren die Herforder im Angriff, lauerten sie aus einer dicht gestaffelten Abwehr auf ihre Konterchance. Dabei waren sie weitere zweimal erfolgreich. Zunächst in der 49. Spielminute, als Moritz Hofschen Michal Plichta einen Pass in den Lauf spielte, dieser seine Schnelligkeit nutzte und Justin Figge den Puck „zwischen die Hosenträger“ setzte, dann Kevin Wilson, der den Herforder Goalie nach ähnlichem Muster in der 51.  Spielminute überwinden konnte. Stefan Dreyer und Sven Linda hießen bei diesem Tor die Vorarbeiter. Beim Stand von 5:5 war alles wieder auf Anfang gestellt.

In der 55. Minute folgte dann die zweite Schlüsselszene der Partie: Als die Kobras bei einem 2:1-Break am Torhüter des Tabellenzweiten scheiterte, folgte die Strafe auf dem Fuß. Beim Gegenangriff hatten sie Jan-Niklas Linnenbrügger völlig vergessen, der nach der Vorlage von Sturmpartner Fabian Staudt am linken Pfosten freistehend überhaupt keine Mühe hatte, den Puck in die Maschen zu setzen. Zwar war die Moral der Gäste noch nicht gebrochen, aber in diesem Satz liegt die Betonung auf den Worten „noch nicht“. Dafür sorgte drei Minuten später der an diesem Abend überragende Ross John Reed. Von rechts kommend „vernaschte“ er Marvin Haedelt mit der Rückhand am kurzen Eck. Jetzt wurden die Beine des Tabellensechsten schwer und so richtig wollte keiner mehr daran glauben, dass die verbleibenden 135 Sekunden zu zwei weiteren Kobra-Treffern reichten. Trotzdem versuchten sie noch einmal alles, mussten aber dabei ihre Defensivaufgaben ein wenig hintenanstellen. Den gewonnenen Freiraum in des Gegners Drittel wussten der Tabellenzweite letztendlich ausgezeichnet zu nutzen und setzten 37 Sekunden vor der Schlusssirene durch Killian Hutt mit ihrem achten Treffer den Schlusspunkt der Partie.