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Topspiel zum Lindauer JahrmarktsauftaktHöchstadter EC

Topspiel zum Lindauer JahrmarktsauftaktTopspiel zum Lindauer Jahrmarktsauftakt
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Es ist das Duell der aktuell wohl „heißesten“ Teams der Bayernliga. Mit fünf Siegen in Folge stürmte der EVL erstmals an die Tabellenspitze der Bayernliga – Gegner Höchstadt hat aber auch dreimal in Folge gewonnen. Wobei die Formstärke der Alligators damit noch nicht deutlich genug wird. In den ersten sechs Spielen verloren die Mittelfranken nur einmal in der regulären Spielzeit. Dazu musste der HEC aber mit dem Handicap eines Punktabzuges leben. Weil der neue Verteidiger Ryan Cornforth noch nicht spielberechtigt war, wurden die beiden ersten Spiele mit 0:5 Toren gegen die Alligators  gewertet.

Zieht man diese Spiele ab, hat Höchstadt in vier Spielen 26:10 Tore erzielt und neun Punkte geholt. An 20 dieser 26 Tore war Spielertrainer Daniel Jun beteiligt. Der 36jährige, der schon in der vergangenen Saison zum Spieler des Jahres in der Bayernliga gewählt wurde, bestätigt damit seinen Ausnahmestatus. Acht Tore erzielte der Top-Scorer der Liga selbst. „Er ist ein überragender Mann, der Spiele alleine entscheiden kann“, sagt EVL- Team-Manager Sebastian Schwarzbart über den  sympathischen Tschechen, dem nun mit Neuzugang Martin Vojcak (Erfurt, Oberliga Ost) ein weiterer Klassemann zur Seite steht. Aber das kennen die Islanders aus den vergangenen Jahren: Wenn man Höchstadt ins Spiel kommen lässt, bekommt jede Abwehr der Liga Probleme.

Umgekehrt gilt das natürlich auch für den EVL, der sich durch sein klar strukturiertes Spiel und seine ausgeglichenen Blöcke nach oben gearbeitet hat. Sogar den Ausfall von Nikolas Oppenberger hat man am vergangenen Wochenende kompensieren können – und wird das weiter tun müssen. Der  Außenstürmer leidet noch an den Nachwirkungen eines Checks gegen den Kopf aus dem ersten Saisonspiel. „Wir gehen kein Risiko ein. Solange Nikolas nicht komplett fit ist, spielt er nicht“, sagt Schwarzbart. Über die Tabellenführung hat man sich im Lindauer Lager sehr, aber nicht zu lange gefreut. „Es ist natürlich ein gutes Gefühl. Aber in der Kabine haben die Spieler sofort zu mir gesagt: 'Komm im Januar wieder mit Deiner Tabelle', wertet der sportliche Leiter Bernd Wucher den Realismus seiner Mannschaft positiv. „Wir haben letztes Jahr, als wir unten drin standen gesagt: Wir schauen nicht auf die Tabelle, sondern darauf, wie wir auftreten. Das wollen wir so beibehalten, denn nur das ist wichtig.“

Angesichts der Enge der Liga – den Ersten Lindau und den Neunten Höchstadt trennen nur sechs Punkte, also zwei Siege – ein mehr als vernünftiges Unterfangen. Interessant werden in diesem Spiel sicher die Leistungen der „Special Teams“. Hier ist der EVL auch in Überzahl Spitze in der Bayernliga. Mit elf Toren in 32 Situationen haben die Islanders die beste Effizienz (34 Prozent) – gefolgt von Höchstadt, das für seine elf Tore sechs Powerplays mehr benötigte. Mit dem schussgewaltigen Verteidiger Daniel Sikorski haben die Gäste auch hier erstklassiges Personal: einen der besten Spieler der Liga auf seiner Position. Mit fünf Toren und Vorlagen ist der 35-Jährige punktbester Verteidiger der Liga, versteht aber auch sein Kerngeschäft. Wie auch sonst die Defensive der Alligators um den neuen Torhüter Philipp Schnierstein (Nürnberg) steht – In Unterzahl liegen die Mitttelfranken auf Platz fünf, während der EVL „nur“ Zwölfter ist. Allerdings mit Tendenz nach oben. „Ich denke, wir haben gegen Sonthofen unsere Unterzahl-Teams gefunden. Sie haben gegen ein Spitzenteam gut funktioniert“, sagt Schwarzbart.