Eishockey News

Derbysieg und erstmalige Tabellenführung für den EVLEV Lindau

Derbysieg und erstmalige Tabellenführung für den EVLDerbysieg und erstmalige Tabellenführung für den EVL

Wobei es danach erst einmal nicht aussah: Zunächst hieß es Warten, denn ein starker Föhnwind machte aus der Eisfläche im Eichwald eine halbe Stunde vor dem geplanten Spielbeginn eine Seenplatte. Kaum hatte das Spiel verspätet begonnen, fanden sich die Islanders reihenweise auf der Strafbank wieder. Ein schwieriger Start, der allerdings den Gastgebern mehr half, als dem Favoriten. „Gerade die anderthalb Minuten drei gegen fünf haben unser Herzblut geweckt und uns einen Kick gegeben“, sagte Team-Manager Sebastian Schwarzbart. Die Sonthofener belagerten zwar das Lindauer Tor, konnten aus der personellen Überlegenheit aber kein Kapital schlagen. Kurioserweise ging der Tabellenführer in Führung, als die Islanders wieder komplett waren. Marc Sill fälschte nach neun Minuten einen harten Pass von Ron Newhook hoch und unhaltbar für EVL- Torhüter Varian Kirst zum 0:1 ab. Davon ließen sich die Hausherren aber nicht schocken, sondern kamen sehr schnell im Spiel an. Fortan boten sie den Allgäuern ein leidenschaftliches Spiel auf Augenhöhe. Davon, dass das Überzahlspiel des EVL derzeit gut klappt, konnten sich die Gäste nach elf Minuten überzeugen. Zdenek Cech war es, der die Scheibe zum Ausgleich über die Linie drückte. War dies noch harte Arbeit, wurden die Lindauer anderthalb Minuten danach mit dem Glück des Tüchtigen belohnt. Eine Tief geschossene Scheibe wurde vom Türpfosten des Zaunes so abgefälscht, dass Benjamin Arnold plötzlich der Puck vor dem leeren Tor entgegen sprang, da ERC- Keeper Thomas Zellhuber schon in die andere Richtung unterwegs war. Diese Chance zum 2:1 ließ sich der Stürmer nicht entgehen. Leider brachten die Lindauer die Führung nicht in die Kabine. Ein Fehler beim Wechseln brachte den Bulls den entscheidenden Raum, den Dennis Tausend zum Ausgleich nutzte (19.).

Die 1250 Zuschauer, die eine stimmungsvolle Kulisse in der erstmals in dieser Saison ausverkauften Eissportarena bildeten, sahen weiterhin ein großartiges Eishockey-Spiel. Sonthofen kam häufiger, der EVL dafür gefährlicher zum Abschluss in dieser temporeichen und rassigen Partie. Enge Spiele werden oft durch Kleinigkeiten entscheiden, so auch hier. Gerade hatten die Islanders zweimal in Unterzahl dem Druck der Gäste standgehalten, als sich diese einen Wechselfehler erlaubten. Schon fünf Sekunden später nutzte der EVL das Powerplay. Benjamin Arnold gewann das Bully, seinen Rückpass schoss Spielertrainer Martin Masak in den Winkel (33.). Zellhuber war dabei chancenlos, da ihm von Andre Martini die Sicht genommen wurde. „Da hat man gesehen, wie wichtig diese harte Arbeit vor dem Tor ist“, sagte Masak. „Das brauchen wir in jedem Spiel.“ Danach drückten die Allgäuer wieder auf den Ausgleich, konnten aber den exzellenten Kirst ebenso wenig überwinden, wie gleich zu Beginn des Schlussabschnitts, als sie sehr stark aus der Kabine kamen.

Was dem EVL enorm half, war die kompakte Mannschaftsleistung ohne einen einzigen Schwachpunkt. Auch hielten die Islanders diszipliniert gegen die Aggressivität, mit der sich das Topteam nun gegen die Niederlage stemmte, dagegen. Hier stand des öfteren der Ex-Sonthofener Cech im Fadenkreuz, der sich aber auf das Sportliche konzentrierte. Und das war gut so: Zwölf Minuten vor dem Ende war er als Erster zur Stelle, nachdem Lubos Sekulas Schuss von der Bande zurückprallte, um den Abpraller zum 4:2 zu verwerten. „Danach waren wir sehr damit zufrieden, wie ruhig und konzentriert es die Mannschaft gespielt hat“, sagte Sebastian Schwarzbart. Dass die Islanders noch einmal in Gefahr gerieten war daher eher der Spielsituation mit zwei Mann weniger auf dem Eis geschuldet: Kurz vor Schluss gab es noch eine Strafe gegen Lindau, Sonthofen nahm zudem den Torhüter vom Eis und war mit einem verdeckten, von Marc Sill abgefälschten Schuss zum 4:3 erfolgreich (59.).

Es folgten dramatische 92 Sekunden, in denen sich die Islanders in Schüsse warfen und die entscheidenden Zweikämpfe gewannen, um die Führung über die Zeit zu bringen. Weil sie letztendlich den Sieg mehr wollten als der Gegner durften sie verdient die erstmalige Tabellenführung feiern. Mehr noch aber die Tatsache, bereits 15 Punkte auf der Habenseite zu verbuchen. All das steht nicht an Weihnachten zu verteidigen, sondern am kommenden Freitag gegen Höchstadt. Spielbeginn ist wegen des Feiertages bereits um 17.30 Uhr.