Eishockey News

Rebels gewinnen Derbykrimi im PenaltyschießenStuttgart Rebels

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die 816 Zuschauer sind aus dem Häuschen über den 3:2 (1:1, 0:1, 1:0, 1:0)-Sieg nach Penaltyschießen der Stuttgart Rebels über die 1b-Mannschaft des SC Bietigheim-Bissingen in der Regionalliga Südwest.

Im ersten Drittel ging es vom Bully an mit hohem Tempo zu Werke. Bietigheim ohne Altstar Kaufmann, aber dafür mit Neumann und Wrobel am Start, die das Spiel ihrer Mannschaft leiteten und die Schlagzahl vorgaben. Die Hausherren zeigten aber keineswegs beeindruckt, im Gegenteil: die überaus agilen Stuttgarter Stürmer Johann Katjuschenko und die Nummer 47 Alex Katjuschenko („AK47“) wirbelten mächtig. Die ausgegebene Taktik das Mittelzentrum zu besetzen und den Gegner über die Außenbahnen kommen zu lassen, ging auf. Die Gäste nutzten zwar die schusstechnisch ungünstigen Außenbahnen, und kamen auch zu guten Möglichkeiten, aber den direkteren Zug zum Tor zeigten die Rebels. In der zehnten Minute hämmerte Rebels-Sturmtank Arthur Groß dann das Hartgummi in die Bietigheimer Maschen und diese Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient, denn über alle Blöcke gesehen wurde mit hohem Einsatz gekämpft und jeder Block erspielte sich gute Möglichkeiten. Die Gratza-Schützlinge konnten oft nur reagieren und hatten sicherlich auch den einen oder anderen guten Ansatz, aber das kompaktere Team kam aus Stuttgart.

Als die Rebels kurz vor der Sirene in Überzahl agierten schien ein weiterer Stuttgarter Treffer unvermeidlich, denn es rollten nun einige massive Angriffswellen aufs Bietigheimer Bollwerk. Aber eine kurze Stuttgarter Nachlässigkeit, ein genialer Pass vom Neumann, und 13 Sekunden vor Drittelende hieß es plötzlich 1:1. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt.

Im Mittelabschnitt wurde das Spiel „schleichend“ aus der Hand gegeben und die Schussbilanz, die bekanntlich gerne als Spielstärke-Gradmesser hergenommen wird kippte nun in Richtung Bietigheimer Seite: fünf Torschüssen der Heimmannschaft standen elf des Gegners gegenüber. Beide Mannschaften spielten immer noch schnelles Eishockey und da sich beide auf Augenhöhe begegneten gaben oft Kleinigkeiten den Ausschlag. Kleine Ungenauigkeiten wurden gnadenlos ausgenutzt. Und so kam es in der 35. Minute zur Führung als sich die Rebels-Verteidigung kurz zu weit rauslocken ließ und Neumann einen Traumpass auf Timo Heintz spielte, der dann nur noch einschieben musste (1:2). Auch dieser Treffer war im Prinzip hochverdient. Die Gäste gingen als Punktsieger in die Kabine. Aber, um es nochmal zu sagen. Beide Mannschaften spielten quasi auf demselben Level.

Im letzten Drittel kam es dann zum Showdown in der Eiswelt. Taktische Zwänge wurden aufgegeben und das gute Spielniveau wurde beibehalten. Beide Hüter jetzt immer mehr im Mittelpunkt und mit guten Reflexen. Die Rebels konnten den Druck nochmal erhöhen, manche Spieler bekamen jetzt mehr Eiszeit – auf beiden Seiten. Die Spannung und Dramatik nahm immer mehr zu.

Als Pavol Jancovic in Blueliner-Manier eine Rakete von der blauen Linie abfeuerte und an Freund und Feind vorbei plötzlich im Netz zappelte (2:2) wurde der Aufwand belohnt und die Fans feuerten ihr Team an. Gegen Ende kippte das Spiel, Stuttgart von der Euphorie auf den Rängen getragen war der Führung sehr nahe.  Arthur Groß hatte den Torschrei auf den Lippen und das 3:2 auf dem Schläger, aber es hat nicht sollen sein. Ein atemberaubendes Spiel musste im Penalty entschieden werden. Und diesmal war der Eishockeygott den Rebels gnädig und vergab den Zusatzpunkt an Stuttgart. Dank eines eiskalt verwandelten Penalty von Marc Wollner.

Rebels-Trainer Pavol Jancovic: „Das war heute ein tolles Spiel – von beiden Mannschaften. Ich denke, die Zuschauer hatten viel Spaß. Meine Mannschaft hat heute endlich ihr wahres Gesicht gezeigt und angedeutet, was für ein Potential in ihr steckt. Zu meinem Tor kann ich nicht viel sagen, ich habe einfach draufgehalten, und dann war die Scheibe drin. Ich freue mich sehr über die zwei Punkte. An dieser Stelle auch ein Dank an unsere Fans, die uns unterstützt haben. Das hat uns gut getan.“

Tore: 1:0 (10.) Arthur Groß (Marc-Stephen Wied), 1:1 (20.) Pierre Dumont (Marcel Neumann/4-5), 1:2 (35.) Timo Heintz (Marcel Neumann, Pierre Dumont/5-4), 2:2 (55.) Pavol Jancovic (Arthur Gross), 3:2 (60.) Marc Wollner (entscheidender Penalty). Strafen: Stuttgart 12, Bietigheim 12.