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Sensation in WM-Gruppe III: Luxemburg holt Titel und steigt aufDas Großherzogtum distanziert Bulgarien

(Foto: dpa)(Foto: dpa)
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Doch zunächst sollte man sich dem neuen Champion zuwenden: Luxemburg. Unser kleines Nachbarland hat eine Sensation geschafft, denn nach vielen Jahren des Niedergangs konnte endlich der Vorwärtseingang eingelegt werden und dies nicht glücklich, sondern durchaus mit einer gehörigen Portion Stärke.

Bereits der Beginn war beeindruckend. Gegen die Vereinigten Arabischen Emirate – ja, auch in Dubai gibt es nicht nur Eishallen zum Vergnügen, sondern auch Mannschaften wie z.B. Abu Dhabi Storms oder Al Ain Theebs – gab es zum Auftakt ein 17:0. Auch wenn die Araber die Spielstärke eines durchschnittlichen deutschen Verbandsligisten haben, 17 Tore wollen erst einmal erzielt werden. Bereits in diesem Spiel fiel dabei Colm Cannon auf. Der Brite mit luxemburgischem Pass durfte sich dreimal als Torschütze eintragen. Nach diesem hohen Einstiegssieg kam der erste halbwegs schwere Gegner: Georgien. Nachdem die Georgier sich im ersten Drittel eine Strafe nach der anderen abholten, war es durchaus überraschend, dass es nur 1:1 stand. Das Toreschießen holten die Luxemburger im zweiten Drittel nach und bald stand es 4:1. Am Ende stand ein mühevoller 6:4-Sieg unserer Nachbarn, die es allerdings bei einem Schussverhältnis von 40:25 auch verdient hatten. Ganz anders die Partie dann gegen Südafrika. Die Mannen aus dem tiefen afrikanischen Süden dominierten die Partie, holten 36:14 Schüsse raus, verloren aber 1:3. Herausragender Mann in diesem Fall bei Luxemburg, man wird es kaum glauben, Keeper Gilles Mangen. Nach einem klaren und deutlichen 8:1 gegen Hongkong sollte die letzte Partie des Turnieres den Entscheid über den Aufstieg bringen. Und dieser Gegner hieß Bulgarien.

Bulgarien wiederum war mit einem kümmerlichen 3:0 gegen Taiwan gestartet. Bereits in diesem Spiel zeigte sich, dass die Bulgaren das Toreschießen selbst bei diesem Niveau nicht gepachtet hatten. 55:7 Torschüsse gab es – aber nur drei Tore. Herausragend in diesem Spiel natürlich Taiwans Keeper Yu-Cheng Liao von Silver Monster. Es folgte ein 10:3 gegen das zweite chinesische Team bei diesem Turnier, Hongkong. Auch hier sollte das Schussverhältnis erwähnt werden: 88:14 für Bulgarien und noch ein etwas. Hongkong ging mit 2:0 in Führung und verkürzte im zweiten Drittel noch auf 3:4, ehe die Kräfte komplett nachließen. Im einzigen wirklich guten Spiel der Bulgaren wurde Georgien mit einem 9:3 aus der Halle gekegelt und zwischenzeitlich gab es noch ein 5:0 am grünen Tisch gegen Bosnien und Herzegowina.

Somit standen sich die beiden einzigen Mannschaften ohne Minuspunkt im letzten Spiel gegenüber. Der Start war zu erwarten und schien die Fachleute zu bestätigen. Die Bulgaren übernahmen die Führung und gingen mit 3:1 in Führung. Die Antwort der Luxemburger kam postwendend. Noch bevor es in die erste Pause ging, stand es 3:3. Dann ging Luxemburg sogar in Führung mit 4:3 aber die Hausherren glichen aus. Yotov (Irbis Skate Sofia) war der glückliche Torschütze, der bei seinem Jubel nicht ahnen konnte, dass sein Treffer der letzte für sein Team bei diesem Turnier gewesen sein sollte. Ab diesem Zeitpunkt dominierte nur noch Luxemburg und zwar bei der Toreffizienz. Bulgarien schoss, Luxemburg traf. Welter (IHC Beaufort), Mosr (2; IHC Beaufort), Cannon (Tornado Luxemburg), Robert Beran (Tornado Luxemburg) und  sein Sohn Thierry Beran (Tornado Luxemburg) erhöhten sukzessive auf 10:4 und ließen dem konsternierten Gastgebern keine Chance.

Platz drei holte sich Georgien, das bis auf die beiden Niederlagen gegen die Topteams alle Spiele gewann und dabei auch den höchsten Sieg des Turniers verzeichnete, als man gegen die Vereinigten Arabischen Emirate mit 19:0 (Schüsse: 63:14) gewann. Im Platzierungsspiel um Rang drei konnte gegen Hongkong 14:3 gewonnen werden. Platz fünf erkämpfte sich Südafrika. Im entscheidenden Spiel gewannen die Springbocks mit 7:3.

Und jetzt, zum Ende, kommen wir noch zur echten Kuriosität des Turnieres. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten im letzten Jahr die Qualifikation für das Turnier geschafft, waren aber bei den Spielen komplett chancenlos. Am Ende stand ein Torverhältnis von 0:44. Da aber Bosnien und Herzegowina kurz vor dem Turnier abgesagt hatten, wurde das Spiel mit 5:0 für die Emirate gewertet und somit hatten die Araber den Klassenerhalt geschafft.

Bester Turnierscorer wurde der Georgier Artyom Kozyulin, erst 21-jährig, mit herausragenden 25 Punkten. Den zweiten Platz holte sein Landsmann Ivan Shvetsov mit 20 Punkten (11 Tore), den dritten Rang schaffte Artyom Kurbatov mit ebenfalls 20 Punkten (6 Tore).

Platz eins bei den Keepern schaffte der Luxemburger Philippe Lepage (Tornado Luxemburg) mit einer Fangquote von 91,59 Prozent. Überraschend auf Rang zwei landete der Taiwanese Yu-Cheng Liao mit 91,26 Prozent. Rang drei schaffte der Georgier Andrei Ilienko (Fiery Crusaders) mit 87,57 Prozent.