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Triumph des Friedens: Vereinigtes Korea bejubelt 0:8-KlatscheOlympia schreibt Geschichte: Norden und Süden bei den Eishockey-Frauen mit gemeinsamer Mannschaft

Historisch! Die Damen aus der Schweiz gewannen gegen eine vereinigtes Team aus Korea. (picture alliance/SvenSimon)Historisch! Die Damen aus der Schweiz gewannen gegen eine vereinigtes Team aus Korea. (picture alliance/SvenSimon)
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Das koreanische Eishockeyteam hat bei der Olympia-Premiere mit der geeinten Auswahl eine klare Niederlage hinnehmen müssen. Doch das war am Ende Nebensache. Die Welt erlebte ein historisches Sportereignis. 70 Jahre nach der Teilung des Landes stellen Norden und Süden eine gemeinsame Mannschaft. Im ersten Match bei den Winterspielen in Pyeongchang unterlag das Team, das aus 23 Spielerinnen aus Süd- und 12 Spielerinnen aus Nordkorea besteht, gegen die Schweizerinnen klar mit 0:8 (0:3, 0:3, 0:2). 

Die Begegnung im überraschend nicht ganz ausverkauften Kwandong-Hockey-Center in der östlichen Küstenstadt Gangneung fand vor den Augen des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In, der Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Uns, Kim Yo Jong, und Kim Yong Nams, dem protokollarischen Staatsoberhaupt von Nordkorea, statt. Beide Nordkoreaner saßen auf der Tribüne zwischen IOC-Präsident Thomas Bach und dem OK-Chef der Winterspiele, Lee Hee Beom. "Korea, wir sind eins", schallte es aus 3600 begeisterten Kehlen. Sie sandten mit ihrem symbolträchtigen Auftritt ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung - für zwei Länder, die sich offiziell noch immer im Krieg befinden.

Unter den Fans sorgten auch etwa 200 Cheerleader aus Nordkorea für Stimmung. Die Zuschauer feuerten trotz der drohenden klaren Niederlage das vereinte Team immer wieder an. Auf den Trikot der koreanischen Spielerinnen war die Form einer koreanischen Halbinsel in blau abgebildet. Bach hatte die Zusammenführung des Teams zuvor als "ein großartiges Symbol der vereinigenden Kraft des olympischen Sports" bezeichnet. In Südkorea stieß die Einigung zunächst auf harsche Kritik, weil auch bisher gesetzte Spielerinnen ihren Platz im Stammkader verloren. Trainerin Sarah Murray, Tochter von Andy Murray, der in der DEL als Trainer des EHC Eisbären und Manager der Kölner Haie arbeitete,  fürchtete zunächst auch Probleme, bezeichnet die Stimmung inzwischen aber als fantastisch. Und das ist viel wichtiger als alle Triumphe und Medaillen. 

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