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Tavares-Verletzung sorgt für ÄrgerErneute Diskussionen um Teilnahme von NHL-Spielern

Tavares-Verletzung sorgt für ÄrgerTavares-Verletzung sorgt für Ärger

Schon vor dem ersten Bully in Sotschi mussten die Nationen einige ihrer Top-Stars ersetzen. Kanada nominierte für Steve Stamkos zum Beispiel Martin St. Louis nach, während die Schweden Johan Franzen und Henrik Sedin ersetzen mussten. Auf der Seite der Finnen wurde nicht nur Mikka Koivu nicht rechtzeitig fit, sondern auch Valtteri Filppula. Die Liste lässt sich noch beliebig erweitern und als ob das nicht schon schlimm genug wäre kamen während dem bisherigen Turnier-Verlauf noch weitere Ausfälle hinzu.

Sotschi - ein volles Lazarett

Vor allem die New York Islanders und ihren Manager Garth Snow hat das Turnier hart getroffen, denn im Viertelfinale zwischen Kanada und Lettland erwischte es den Stürmer John Tavares: Im zweiten Drittel wird der 23-jährige in die Bande gecheckt und bleibt verletzt liegen. Hier ein Video…

Nachdem bekannt wurde, dass Tavares für das restliche Turnier ausfällt, wird er nun auch noch die restliche NHL-Saison von der Tribüne aus verfolgen müssen. Mit 66 Punkten (24 Tore und 42 Vorlagen) aus 59 Partien ist er der Leistungsträger in der Offensiv-Abteilung der Islanders. Snow zeigte sich gegenüber der Presse sehr erzürnt und fordert von Seiten des IIHF und dem IOC gegenüber den Islander-Fans einen finanziellen Ausgleich. Es sei ein Witz, dass man mit Tavares den besten Spieler aus dem Kader verloren habe, ohne dass er für das Team gespielt hat.

Doch auch in Detroit wird auf Trainer Mike Babcock eine nicht ganz einfache Aufgabe zukommen. Erst kurz vor dem Turnierbeginn meldete sich Henrik Zetterberg nach einer auskurierten Beinverletzung wieder zurück. Doch bereits im ersten Spiel der Schweden dann der erneute Rückschlag für Schweden, Detroit und Zetterberg: Ein Bandscheibenvorfall beim 33-Jährigen verhinderte weitere Einsätze des Kapitäns in Sotschi. Wie lange die Pause noch andauern wird, ist bisher nicht bekannt. Nach Aussagen vom schwedischen Mannschaftsarzt, Björn Waldebäck, könnte es durchaus auch das Saisonende für Zetterberg bedeuten.

Ebenfalls verletzt kehrt Mats Zuccarello (New York Rangers) in den Big Apple zurück. Der Stürmer, der als einziger NHL-Akteur im Kader Norwegens stand, zog sich allem Anschein nach im Turnierverlauf eine Handverletzung zu. Auch hier sind nähere Informationen bezüglich der Ausfallzeit noch nicht bekannt.

Öl ins Feuer 

Die ganzen Verletzungen werden wieder für viel Diskussionsstoff sorgen, denn dass die Teilnahme der NHL-Stars bei den Olympischen Spielen nicht jedem Verantwortlichen der Liga gefällt, ist bekannt. Erst seit 1998 nehmen die NHL-Akteure beim Olympischen Eishockey-Turnier teil und jedes Mal müssen sich die Liga, die Spielergewerkschaft und der Weltverband IIHF aufs Neue einigen. Für die Spiele in Sotschi wurde verhältnismäßig erst kurzfristig im Juli 2013 eine Entscheidung getroffen. NHL Commissioner Gary Bettman gab damals an, dass es keine leichte Entscheidung gewesen sei. Man sei sich aber sicher, so Bettmann damals, dass eine gewaltige Mehrheit der Fans dies durchaus positiv aufnehmen würde. Wer kann ihm da auch widersprechen? Schließlich rechnete man zu dem Zeitpunkt mit einer Teilnahme von ungefähr 120 NHL-Spielern, die Crème de la Crème des Eishockeys. An den Start gingen gar 147 NHL-Spieler.

Im Rahmen der Spiele in Sotschi werde es jedoch keine Gespräche für die nächsten Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang geben, so Bettmann. NHLPA-Chef Donald Fehr gab zudem an, dass man erst einmal die Gespräche mit den Spielern suchen müssen, denn sofern diese nicht teilnehmen wollen, könne man sie auch nicht dazu zwingen. Diese Frage stellt sich für IIHF-Präsident René Fasel jedoch nicht, denn schließlich sei es doch für jeden Sportler das Größte, eine olympische Medaille zu gewinnen. Das sei nicht vergleichbar mit dem WM-Titel oder dem Stanley Cup.

Was zählt Olympia?

In den sozialen Netzwerken gehen vor allem in Bezug auf die Aussagen von Snow die Meinungen weit auseinander. Während einige die Ansichten des Managers teilen und sich gegen die Teilnahme der NHL-Stars aussprechen, gehen andere wiederum auf die Barrikaden. Manch einer stellt sich die Frage, ob Snow denn auch für die verloren gegangene Arbeit während des Lockouts einen Ausgleich schafft.  

Für Penguins-Coach Dan Bylsma ist die Sache klar: Wenn es nach ihm ginge werden die NHL-Stars auch weiterhin an den olympischen Spielen teilnehmen, denn gerade die Partie zwischen den USA und Russland habe gezeigt, dass sich dabei die besten Spieler messen. Auch für seine Stürmer Backes und Kesler ist Olympia etwas Tolles. Laut Kesler sei es die größte Bühne, auf der man Eishockey spielen könne und es sei vergleichbar mit Play-off-Eishockey.

In Europa dürften sich die Fans, Spieler und Pressevertreter wohl einig sein: Olympia ist das Turnier und es sollten die Besten der Besten jeder Nation teilnehmen. Dass es im Sport zu Verletzungen kommen kann, lässt sich nicht vermeiden.