Olympia-Thriller: Jaaaaa! Deutschland haut die Schweiz raus!Yannick Seidenberg trifft in der Verlängerung, Mittwoch Viertelfinale gegen Schweden

Viertelfinale bei Olympia: Der Jubel ist riesig. (picture alliance/Peter Kneffel/dpa)Viertelfinale bei Olympia: Der Jubel ist riesig. (picture alliance/Peter Kneffel/dpa)
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Was für ein Kampf! Was für eine Leidenschaft! Was für ein Wille! Die deutschen Eishockey-Herren stehen bei Olympia im Viertelfinale. Erstmals seit 2002. In einem Thriller, bei dem Alfred Hitchcock hätte Regie führen können, siegte das Team von Bundestrainer Marco Sturm mit 2:1 (1:0, 0:1, 0:0, 1:0) nach Verlängerung.

Yannic Seidenberg war der Held des Tages. Nach 26 Sekunden in der Verlängerung erzielte der Star von Meister RB München den umjubelten Siegtreffer. 2010 hatte bei der Weltmeisterschaft nach dem Sieg der Deutschen über die Schweiz eine wilde Schlägerei eingesetzt, heute blieb es trotz des emotionalen Verlaufs ruhig! Über drei Drittel lieferten sich die deutschsprachigen Nachbarn eine enge, intensive und spannende Partie. Wiue heißt es so schön in Neudeutsch: Echt geiler Scheiss? Ne, seit heute heiß das: Geiler Schweiz!  

42 Jahre lang hatten die Deutschen nicht gegen die Schweiz bei Olympia gewonnen. Jetzt ist der Fluch besiegt. Endlich. Die Partie begann knallhart. Fast schon brutal. Cody Almond rammte dem Kölner Christian Ehrhoff schon nach wenigen Sekunden an der Bande derart brutal den Ellenbogen ins Gesicht, dass dieser  benommen vom Eis musste. Logische Folge: Fünf Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe - Almond durfte vorzeitig unter die Dusche. Die fünfminütige Überzahl nutzten die DEB-Cracks. Leo Pföderl traf in Minute 2 zur schnellen Führung.


Zum zweiten Durchgang kam Ehrhoff zurück. Bei Olympia kennt man keinen Schmerz. Dennoch der Rückschlag. Simon Moser schaffte für die Schweiz den Ausgleich (24.). Mund abwischen. Weitermachen! Das deutsche Team kämpfte aufopferungsvoll. Und Keeper Danny Aus den Birken hielt herausragend. Verlängerung. Die Nervenschlacht blieb zum Glück aus. Weil Seidenberg mit einem trockenen Abstauber alles klarmachte. Jetzt wartet eine Herkules-Aufgabe. Am Mittwoch (13.10 Uhr, MEZ/live und im Stream bei ZDF und Eurosport) geht es gegen Schweden.

Mit den Skandinaviern hat das DEB-Team noch eine Rechnung offen. In der Vorrunde gab es eine mehr als unglückliche 0:1-Niederlage gegen die Tre Kronor. Allein vier Mal trafen die Deutschen nur das Torgestänge. Was für ein Dusel für den Weltmeister. „Was, wir spielen schon morgen gegen Schweden?“, staunte Matchwinner Seidenberg, „egal, wir haben eine Chance. Vielleicht sind diesmal die Pfosten – und Lattenschüsse bei uns drin.“ Kapitän Marcel Goc war stolz: „Danny hat überragend gehalten. Dann macht Yanny das Ding rein. Das ist einfach nur geil.“ Auch Ehrhoff strahlte. Der Hammer-Check - vergessen: „Mir geht es gut. Wir sind einfach nur glücklich.“

Deutschland darf weiter von einer Medaille träumen. Warum auch nicht?      

Die anderen Partien: USA souverän! Norwegen und Finnland setzen sich durch     

Der zweimalige Eishockey-Olympiasieger USA ist bei den Winterspielen in Pyeongchang ins Viertelfinale gestürmt. Ex-Weltmeister Slowakei wurde mit 5:1 (0:0, 3:1, 2:0) vom Eis gefegt. Nun geht es gegen Tschechien.

Norwegen, am Sonntag der deutschen Nationalmannschaft mit 1:2 nach Penaltyschießen unterlegen, setzte sich gegen Slowenien mit 2:1 (0:1, 0:0, 1:0, 1:0) nach Verlängerung durch und steht erstmals seit 44 Jahren unter den besten 8 und spielt am Mittwoch gegen die Olympischen Athleten aus Russland. Mit dem ersten Turniersieg im Viertelfinale. Der Modus macht es möglich. Bei den in der Vorrunde überraschend starken Slowenen war der frühere Ingolstädter Ziga Jeglic wegen einer positiven Dopingprobe vor dem Spiel vom Turnier ausgeschlossen worden (Hockeyweb berichtete).

Die Finnen hatten beim 5:2 (1:0, 2:2, 2:0) gegen Gastgeber Südkorea mehr Mühe als erwartet. Nach zwei Treffern von Petri Kontola und einem Tor von Miro Heiskanen stand es in der 27. Minute standesgemäß 3:0, ehe der Außenseiter mit zwei Treffern verkürzte. Juuson Hietanen und Sakari Manninen Sekunden vor Schluss machten im letzten Drittel alles klar. Finnland trifft jetzt auf Kanada.

Hier könnt ihr eure Olympia-Helden live sehen

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