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Die kanadische Dominanz geht weiterFrauen-Turnier: Vierter Olympia-Sieg der Ahornblätter in Folge

Die kanadische Dominanz geht weiterDie kanadische Dominanz geht weiter

Über 60 Minuten lang zeigten die beiden Teams aus Nordamerika, warum sie das Frauen-Eishockey dominieren. Mit viel Tempo und viel Intensität bekämpften sich beide Mannschaften, bauten immer wieder Druck auf und erspielten sich Chancen auf beiden Seiten. Die beste Gelegenheit auf kanadischer Seite hatte Meghan Agosta, die aussichtsreich an US-Keeperin Jessie Vetter scheiterte. Ein Abspielfehler von Catherine Ward leitete die Führung der Amerikanerinnen ein. Meghan Duggan zog ab, als Keeperin Shannon Szabados die Sicht komplett genommen war (32.). In der 43. Minute erhöhten die USA im Powerplay auf 2:0: Hilary Knight sah die am langen Pfosten postierte Alex Carpenter, die das maßgenaue Zuspiel versenkte. Brianne Janner sorgte in der 57. Minute für Spannung. Ihr Schuss nach einer Einzelleistung wurde noch unhaltbar für Vetter zum 1:2 abgefälscht. Und auf einmal war Kanada wieder voll da: Natalie Spooner umspielte in der 59. Minute alle Gegenspielerinnen, scheiterte aber knapp vor dem US-Tor. Als Kanada die Torhüterin vom Eis genommen hatte, stand eine Linienrichterin im Weg, sodass beinahe ein Empty-Net-Goal für die USA gefallen wäre. Das ungeheuer spannende Finale fand seinen Höhepunkt 54,6 Sekunden vor Ende, als Marie-Philip Poulin in 6:5-Überzahl das 2:2 gelang.

Die Amerikanerinnen machten gleich zu Beginn der Verlängerung viel Druck, brachten den Puck aber nicht im Tor unter. Doch die Kanadierinnen befreiten sich und die Extraspielzeit wurde zu einem offenen Schlagabtausch. Die Entscheidung fiel schließlich im Powerplay: Marie-Philip Poulin erzielte den Siegtreffer in der 69. Minute.

Zuvor holte sich die Schweiz zum ersten Mal überhaupt eine olympische Medaille im Frauen-Eishockey. Im Spiel um Platz drei gewannen die Eidgenossen gegen Schweden nach einem dramatischen Schlussdrittel mit 4:3 (0:1, 0:1, 4:1).

Denn zunächst schien Schweden das Rennen zu machen. Michelle Lowenhielm brachte die Skandinavierinnen nach exakt 14 Minuten in Führung. Zwei Sekunden vor der zweiten Pause erhöhte Erica Uden Johansson auf 2:0. Doch die Schweiz kam zurück. 78 Sekunden nach Beginn des Schlussabschnitts verkürzte Sara Benz, ehe Phoebe Stanz in der 47. Minute der Ausgleich gelang. Und tatsächlich drehte die Schweiz das Spiel komplett. Jessica Lutz markierte die erste Führung, ehe Alina Müller 67 Sekunden vor dem Ende das leere schwedische Tor traf. Zwar verkürzte Pernilla Winberg 23 Sekunden später auf 3:4, doch die Bronzemedaillen gingen in die Schweiz. 8283 Zuschauer sahen das kleine Finale in Sotschi. „Wir haben niemals aufgegeben. Wir haben niemals aufgehört, daran zu glauben“, sagte Torhüterin Florence Schelling. Für die Schweiz ist es die erste Bronzemedaille, nachdem die männlichen Eidgenossen 1928 und 1948 den dritten Rang belegt hatten.