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NLA-Viertelfinale schon weitgehend entschiedenUnderdog Lugano führt

Der HC Lugano steht vor dem Sprung ins Halbfinale. (Foto: dpa)Der HC Lugano steht vor dem Sprung ins Halbfinale. (Foto: dpa)
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EV Zug – Servette Genf  4:0 (3:2, 5:2, 5:1, 5:1)
Hockeyweb-Tipp vor der Runde: 3:4

Eine lockere Sache für den Favoriten, der in den Wochen vor den Play-offs stark geschwächelt hatte und bei dem nicht klar war, ob die erste Runde nicht sofort das Aus bedeuten könnte. Lediglich in Spiel eins war Glück von Nöten, als Raphael Diaz sieben Sekunden vor Spielschluss noch den Ausgleich zum 2:2 besorgte. Den Siegestreffer markierte Josh Holden in der 68. Minute. Trotz der guten Auswärtsleistung bekamen die Genfer im ersten Heimspiel in der Serie keinen Fuß auf das Eis. Zug bestimmte das Spiel, ging mit 4:0 in Führung, später sogar noch mit 5:0, ehe Spaling mit einem Doppelschlag in der 46. Minute das Ergebnis für Servette etwas freundlicher gestalten konnte. In Spiel Drei schien Genf gut mitzuhalten, bis zur 20. Minute. Erst machte Helbling noch das 1:0, dann erhöhte, eine Sekunde vor Drittelende McIntyre auf 2:0. Der gleiche Akteur gab nach der Pause eine Kostprobe seines Könnens, als er innerhalb von drei Minuten auf 4:0 erhöhte und somit einen lupenreinen Hattrick vollbrachte. Loeffel durfte bei doppeltem Überzahlspiel das Genfer Ehrentor schießen und Suri machte den Endstand mit einem Shorthander vor 7000 begeisterten Zuschauern klar. Wie würde Genf, jetzt mit dem Rücken zur Wand, reagieren? Tatsächlich belagerten die Westschweizer das EVZ-Tor um den starken Keeper Tobias Stephan. 54 Schüsse gab sie ab aber die Tore erzielte der eiskalte Gast. Pare machte  zwar das 1:0, aber dann fielen nacheinander fünf Tore der Zuger, die mit einem beeindruckenden Sweep das Halbfinale erreichten.

SC Bern – EHC Biel 4:1 (2:1, 3:0, 3:6, 3:1,4:1)
Hockeyweb-Tipp vor der Runde: 4:1

Der Meister ist relativ locker weiter, musste jedoch zwischenzeitlich wieder geweckt werden. Spiel Eins, vor 17.031 Zuschauern, war schwer umkämpft. Erst in der 69. Minute schaffte Moser den Siegestreffer. In Spiel Zwei zeigte sich Bern kühler, einfach effizienter. Auch Biel hatte seine Chancen, konnte sie aber nicht nutzen, so dass die drei Gästetore (Ebbett 2 und Hischier) reichten. Spiel Drei brachte die anfangs bereits erwähnte Ernüchterung für den SCB. Nach ausgeglichenem ersten Drittel wurde der Meister diesmal ausgekontert. Innerhalb von nur einer Viertelstunde schoss Biel vier Tore hintereinander und konnte danach das Ergebnis, trotz zweier Berner Powerplaytore (Noreau, Arcobello) verwalten. Zwar nahm Berns Trainer Jalonen seinen Keeper Genoni vom Eis, aber der Schuss ging nach hinten los, als Biels Rajala zum 3:6 traf. In Spiel Vier hatte Bern wieder alles im Griff. Die Abwehr funktionierte und der zweite Sturm (Scherwey 2 und Ebbett) schoss die Tore. Das Ehrentor für Biel schoss Earl. Vermutlich waren die Bieler extrem frustriert, denn diese Frustration ging mit der Schlusssirene los. Die Schiedsrichter di Pietro und Wiegand, die schon vor dem Ende 86 Strafminuten verteilt hatten, mussten am Ende noch einmal neben drei normalen Strafen fünf Fünfer und Spieldauer nachschieben, sprich 131 Strafminuten. Am Ende lag die Begegnung bei, für Schweizer Verhältnisse, rekordverdächtigen 217 Strafminuten.  Die letzte Begegnung endete zwar klar mit 4:1 für die Berner, aber es war lange Zeit ausgeglichen. Erst das 2:1 von Untersander (35.) brachte eine Vorentscheidung. Am Ende stand der vierte Sieg und somit das Weiterkommenden des Meisters, der von seinem Kontrahenten doch ziemlich gefordert wurde.

Zürcher SC – HC Lugano 2:3 (4:3, 3:4, 1:0, 2:3,1:2)
Hockeyweb-Tipp vor der Runde: 4:1

Die erste Partie, die nach fünf Spieltagen noch nicht entschieden ist. 10.300 Fans sahen zunächst eine deutliche 4:1 Führung des ZSC aber die Luganesi gab nicht auf, kamen auf 4:3 heran  und setzten den Gegner unter Dauerstress. Das erste Heimspiel des HCL war überraschend nicht ausverkauft. Nur 6150 Zuschauer sahen in der Resega ein äußerst spannendes Spiel, in dem Lugano immer wieder in Führung ging und selbst nach dem 4:2 war das Spiel noch nicht entschieden. Rundblads Anschluss zum 4:3 fünf Minuten vor Schluss kam jedoch zu spät. Spiel Drei, jetzt endlich vor ausverkauftem Haus in Zürich, hätte die Lions warnen müssen. Lugano spielte extrem defensiv, setzte nur auf Konter und die Verteidigung stand wie eine Eins. Da auch der ZSC im hinteren Bereich extrem sicher stand, war es im Nachhinein logisch, dass nur ein Tor fiel. Geering besorgte im Powerplay das 1:0 und damit die Spielentscheidung. Wie in Zürich konnte jetzt auch Lugano endlich „ausverkauft“ melden. 7600 Fans feuerten ihr Team an und sahen den zweiten Heimsieg ihrer Equipe über den Favoriten. Die Tore schossen Sannitz, Bürgler und Zackrisson für Lugano, Herzog und Marti für Zürich. Folgenschwer für die Gäste eine Fünfer plus Spieldauer für Blindenbacher, einem der Playmaker der Lions. In Spiel Fünf, am heutigen Abend, dann die zweite Sensation.  Die Erste ist, dass Lugano extrem gut mithält und nun schaffte der Tabellensiebte nach der Hauptrunde gar den ersten Auswärtssieg der Runde. Wick schoss den ZSC in Führung, Vauclair glich aus und fünf Minuten vor Schluss erzielte ebenfalls Vauclair auch noch den Siegestreffer. Jetzt hat Lugano am 16. März auf eigenem Eis sogar den ersten Matchpuck direkt vor Augen.

HC Lausanne – HC Davos 0:4 (3:5, 1:2, 2:3, 3:6)
Hockeyweb-Tipp vor der Runde: 2:4

Das Dilemma bahnte sich bereits Mitte Februar an. Wie die Zuger durchschritten die Lausanner ein Tal der Tränen, aber während der tabellarische Nachbar wieder an Zugkraft gewann, blieben die Westschweizer in ihrem Tal. Das kann gegen eine typische Play-off-Mannschaft wie Davos extrem ins Auge gehen und so war es dann auch. Wie es um das Seelenheil der Lausanner steht, zeigte sich in Spiel Eins. Im ersten Drittel war die Welt des LHC noch in Ordnung. 3:0 in Führung und alles klar. Wirklich? Wieser brachte mit zwei Toren diese Welt in Unordnung und in Drittel Drei war Lausanne nicht mehr vorhanden. Praktisch das 3:4 in der 58. Minute durch Davos Corvi war bereits der Anfang vom Ende. In Spiel Zwei beherrschte Davos seinen Gegner bis zur 40. Minute, führte durch zwei Wieser-Tore mit 2:0. Dann musste LHC-Trainer Ratushny seine Mannschaft richtig zusammengestaucht haben, denn auf einmal kämpfte sein Team, schoss folgerichtig den Anschluss (Schelling) und verlor am Ende nur knapp. Jetzt hatten die Graubündner Oberwasser und hätten die dritte Begegnung bereits weit vor Spielende entscheiden müssen. 55:28 Schüsse stand es am Ende für den HCD aber nur 2:2. LHC-Tore: Genazzi, Deruns, für den HCD: Jörg und Kousal. Im Penaltyschiessen nach 80 Minuten gab es in 20 Versuchen nur einen Torschützen: Marc Wieser (Davos). In Spiel Vier konnte es nur einen Sieger geben. Davos rannte seinem Gegner bereits im ersten Drittel mit einem 3:0 davon. Danach fielen abwechselnd die Tore und am Ende hatte es der HCD mit einem Sweep geschafft.