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Kevin Schläpfer: Neuer Trainer des EHC Kloten steht festNimmt der SC Bern jetzt seine Auszeit?

Kevin Schläpfer ist der neue Trainer des EHC Kloten. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Kevin Schläpfer ist der neue Trainer des EHC Kloten. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Neun Siege Folge gab es zu bestaunen, dann gab es ein mühseliges 3:2 gegen Genf, ein 4:3 nach Verlängerung im Pokal in Ambri und schließlich ein 0:2 in Lugano. Das brachte in der Wochenabrechnung nur Platz acht, aber der Vorsprung war groß genug und augenblicklich steht der Titelverteidiger immer noch auf Platz eins.

Wochenendsieger: Zürcher SC Lions (7:3 Tore, 5 Punkte)

Richtig wie ein Teilzeitgewinner fühlt man sich an der Limmat nicht. Dazu tat das 4:5 nach Verlängerung beim Swiss-League-Teilnehmer HC Ajoie im Pokal zu weh. Immerhin konnte mit den beiden Siegen (4:1 gegen Lugano und 3:2 in Fribourg) eine Negativserie beendet werden, in der nach jedem Erfolg eine Niederlage folgte. Dazu musste aber in Fribourg das Penaltyschießen herhalten und da gab es auf Zürichs Seite zwei Gewinner. Chris Baltisberger war der einzige von neun Schützen auf beiden Seiten, der den gegnerischen Keeper, in diesem Fall Ludovic Waeber, bezwingen konnte und natürlich ZSC-Keeper Lukas Flüeler, der alle fünf Fribourger Versuche entschärfen konnte.

Wochenendzweiter: SC Langnau Tigers (6:3 Tore, 5 Punkte)

Endlich einmal ein Team, das man an dieser Stelle nicht erwartet. Gegen die im Augenblick schwächelnden Zuger gelang ein 3:1-Auswärtserfolg, der so nicht einkalkuliert war. Nüssli, Elo mit Shorthander sowie Kuonen brachten den Gast sensationell mit 3:0 in Führung, ehe Lammer im Powerplay wenigstens den Ehrentreffer der Zuger erzielen konnte. Auch der zweite Gegner hatte es in sich, hat zurzeit einen kleinen Lauf: Ambri verlangte Langnau alles ab und am Ende, es stand 2:2, musste das Penaltyschießen für die Entscheidung sorgen. Hier zeigten sich die SCL-Finnen Koistinen und Elo treffsicherer als Ambri Überseeakteure Taffe, d`Agostini und Plastino, die allesamt versagten.

Platz drei in dieser Wochenendliste geht an Davos (7:4 Tore, 4 Punkte)

So leicht auf Platz drei, das ist selten. Davos reichte ein lockerer 4:1-Erfolg gegen Kloten und sogar ein 3:4 nach Verlängerung in Lausanne, obwohl man in letzterer Partie mit einem blauen Auge davon kam. Die überlegenen Lausanner kassierten bis zur 36. Minute drei Gegentore (Wieser, Eggenberger, Aeschlimann), um dann ihre Überlegenheit umzusetzen und am Ende wenigstens im Penaltyschießen zwei Punkte zu kassieren.

Im Wochenendmittelfeld landeten Lausanne und Genf, ebenfalls wie Davos mit vier Punkten, Ambri, Lugano mit je drei Zählern und Bern, Kloten und Fribourg mit je zwei Wochenendzählern.

Die orangene Laterne geht an Biel (4:8 Tore, 1 Punkt), die rote Laterne an Zug (4:7 Tore, 0 Punkte). Wer vor einer Woche auf diese Kombination gewettet hätte, hätte mit Sicherheit gute Quoten bekommen. Am ehesten hätte man noch auf Biel wetten können, denn die Mannen aus dem Kanton Bern sind für Extreme bekannt. Zug dagegen gilt als diszipliniert und effizient. Besonders das 1:3 gegen Langnau kam für das Spitzenteam völlig überraschend und dem folgte auch noch ein 3:4, wenn auch nach Verlängerung, beim Tabellenletzten Kloten. Peinlich!

Kevin Schläpfer neuer Headcoach in Kloten

Der Start in die NL-Saison war verheerend. Viel zu wenig Torschüsse, die Abwehr nicht immer auf der Höhe und am Ende standen gerade einmal sechs Punkte auf der Haben-Seite, als das Management des EHC Kloten endlich einschritt. Der bisherige Headcoach Pekka Tirkkonen wurde gefeuert, nach zehn Tagen Beratung wurde nun Kevin Schläpfer geholt.

Im Gegensatz zu Tirkkonen, der laut den Fachleuten das langweiligste und unattraktivste Eishockey der gesamten NL spielen ließ, gilt Kevin Schläpfer als eine Art Jürgen Klopp. Wenn es einem zugetraut werden kann, die 360-Grad-Wende hinzubekommen, dann Schläpfer.

Kevin Schläpfer war in seiner Karriere nur ein mittelmäßiger Akteur. Er begann mit durchschnittlichen Zahlen seine Karriere in Basel, wechselte dann nach Lugano und Zug und spielte später noch für Olten, Lausanne, Langnau, Chur, Biel und am Karriereende für Langenthal. Er kennt also das Schweizer Eishockey mit all seinen Facetten. 2006 begann er mit seiner Nachspielerkarriere in Biel, wo er bis heute als Headcoach, Manager und General Manager aktiv war. Schläpfer wird, daher auch die Anlehnung an Klopp, charismatische Präsenz nachgesagt. Wenn er den Raum betritt, dann spürt man das und was gesagt wird, wird auch umgesetzt. Schläpfer hat dabei das Glück, dass sein Vorgänger Tirkkonen zwar nicht die Präsenz hatte, dafür aber in Sachen Eishockeytaktik erstklassige Arbeit in Kloten geboten hat. Schläpfer setzt sich also in etwa in ein gemachtes Boot, muss es nur startklar machen und möglichst schnell den zweiten Gang finden. Dann könnte aus der bis jetzt verkorksten Saison noch ein echter Spaß werden. Ansonsten sieht es düster am Zürcher Flughafen aus.