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EV Zug ist der Gewinner der WocheÜberraschungen in der NL nach der Pause

Harold Kreis, Trainer des EV Zug. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Harold Kreis, Trainer des EV Zug. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Auf Rang eins thront derweil weiterhin der SC Bern und diese Führung, wird, sollte es nicht einen Einbruch à la Zug geben, auch noch zum Jahreswechsel Bestand haben. Immerhin elf Punkte Vorsprung haben sich die Hauptstädter bis jetzt erspielt. In der Verfolgerposition gefällt sich weiterhin der überraschend starke HC Lugano. Allerdings müssen die Tessiner auf die punktgleichen Teams aus Zürich und Fribourg achten, wobei vor allem letztere bei ihrem 4:2 in Lugano aufhorchen ließen.

Der Wochenendsieger: EV Zug (11:3 Tore, 9 Punkte)

Die Zuger kamen bärenstark aus der Länderspielpause. Vor allem die Defensive funktionierte endlich wieder und das Konterspiel klappte zur Freude von Zugs Headcoach Harold Kreis wieder. Stalberg bereits nach 44 Sekunden, Neuzugang Larri Leeger, Yannick Zehnder und Lilno  Martschini schossen ein 4:0 in Biel heraus, ehe Marco Dufner für die Gastgeber noch den Ehrentreffer erzielen konnte. Der schon von Biel kaum bezwingbare Nationaltorhüter Tobias Stephan blieb dann auch in Genf nicht nur siegreich, sondern zeigte beim 3:0 auch seine Topform. Fabian Schnyder in der 31. Minute und im Endspurt, d.h. in den letzten 120 Sekunden waren David McIntyre und Carl Klingberg jeweils per Empty-Netter erfolgreich. Zum Abschluss gab es noch ein 4:2 gegen Ambri. Ausgerechnet Jesse Zgraggen, der Verteidiger verlässt am Saisonende Ambri in Richtung Zug, schoss bereits nach 17 Sekunden Ambri mit 1:0 in Führung. Die leicht verunsicherten Zuger konnten zwar durch McIntyre ausgleichen, aber Cory Emmerton brachte Ambri daraufhin wieder in Führung. Zwar gelang Martschini später der Ausgleich, aber erst im dritten Drittel neigte sich das Spiel in Richtung Zug, als die beiden Schweden Stalberg und Klingberg auf 4:2 für den EVZ erhöhten.

Der Wochenendzweite: HC Davos (7:5 Tore, 7 Punkte)

Das Wochenende begann für die Graubündner ärgerlich, gab es doch beim SC Langnau ein dummes 1:2 nach Verlängerung. Kessler schoss schnell das 1:0 für den HCD aber danach berannte Langnau das Davoser Tor, wo van Pottelberghe Wundertaten vollbringen musste, um die Führung zu halten. Bis zur 36. Minute, dann glich Gustafsson aus. Die Verlängerung hatte kaum begonnen, da war sie auch schon zu Ende. Bereits nach 46 Sekunden markierte Aaron Gagnon für die Tigers den verdienten Siegestreffer. Es folgte dann aber schon ein verdientes 3:2 gegen Biel (Tore Davos: Little, Walser, Corvi – Biel: Joggi und Schmutz) und dann sogar, nach einer exzellenten taktischen Leistung ein 3:1 beim Geheimfavoriten ZSC Lions. Zwar schoss Nilsson mit einem Gewaltschuss den ZSC in Führung aber die cleveren Davoser trafen in den weiteren Dritteln durch Walser, Little und Jörg.

Wochenenddritter: Zürcher SC Lions (9:6 Tore, 6 Punkte)

Der Start in das Wochenende war famos. 9380 Zuschauer sahen ein 3:1 gegen den Titelverteidiger SC Bern. Zwar konnte Noreau bereits nach vier Minuten den SCB mit 1:0 in Führung schießen, aber dann kamen die Lions. Sie setzten die Gäste schwer unter Druck und ein Doppelschlag zu Beginn des zweiten Drittels setzte die Weichen auf Sieg, als Pettersson und Baltisberger aus dem 0:1 ein 2:1 machten. Künzle, 35 Minuten später, erhöhte schließlich auf 3:1. Es folgte ein 5:2-Erfolg in Lausanne und mit einem Sieg gegen Davos hätten die Lions die Wochenendkrone erringen können, aber sie unterlagen mit 1:3 und rutschten in diesem indirekten Wettbewerb noch auf Rang drei ab.

Das Wochenendmittelfeld

Überraschend nicht im Klub der drei Besten, der SC Bern. Schuld daran war das 1:3 in Zürich und die Aufholjagd mit Erfolgen gegen Fribourg (5:2) und Kloten (2:1) reichte nicht ganz aus. Ganz ähnlich die Erfolgsmeldung aus Fribourg, wobei auch hier gilt: In Bern kann man verlieren, dafür aber nicht unbedingt in Langnau (1:2). Vom Toreschießen nicht verwöhnt war man in Lausanne über die erreichten 8:8 Tore. Dabei hatte das Wochenende mit einem mühsamen 1:0 gegen Ambri begonnen. Es folgte ein heimisches 2:5 gegen Zürich und ein überraschendes 5:3 in Langnau. Auf den weiteren Plätzen folgen Ambri (3), Biel (3), Genf (2) und Langnau (2).

Die beiden letzten Wochenendplätze gehen an Kloten und Lugano

Die orangene Laterne, Platz elf, ziert diesmal Kloten, das unglücklich mit 3:4 nach Verlängerung in Genf unterlag und im zweiten Spiel dem Meister aus Bern beim 1:2 große Gegenwehr leistete aber am Ende der nachlassenden Kraft Tribut zahlen musste. Platz zwölf schließlich nimmt, völlig überraschend, Lugano ein. Die Bianconeri unterlagen erst zuhause Fribourg mit 2:4 und dann, mit dem gleichen Ergebnis, Biel.

Martin Plüss beendet seine Karriere

Fast wäre dieser Abschied im Schatten des Rücktritts von Mark Streit übersehen worden. Dabei hat es Plüss verdient, dass man seine einzigartige Karriere noch einmal Revue passieren lässt.

Der 1977 in Murgenthal, etwa 60 Kilometer südlich von Basel, geborene Plüss tauchte im Erwachsenen-Eishockey erstmals in der Saison 1994/95 beim EHC Kloten, dem damaligen Schweizer Meister,  auf. 19 Spiele, zwei Strafminuten, null Scorerpunkte. Eine Leistung, die in Deutschland vermutlich die Kritiker auf den Plan rufen würde. Das damalige Klotener Trainerduo Carlsson/Suhonen behielt das Talent im Team, gab ihm Reifechancen und der erst 17-Jährige zahlte es ihnen zurück. Zwar nicht in der nächsten Saison, als er in 20 Spielen wiederum punktlos blieb, aber 1996/97 war es dann soweit. Die ersten Tore und Assist gelangen und das Talent wurde sogar für die Nationalmannschaft aufgerufen, wo ihm in neun Spielen immerhin ein Assistpunkt gelang. Plüss wurde immer stärker und als er 1999/2000 nach einer tollen Saison in fünf Play-off-Spielen sogar acht Punkte machte, erhielt er vom damaligen Klotener Cheftrainer Vladimir Yurzinov die Kapitänsbinde. Im Sommer 2004 standen dann die Zeichen auf Abschied nach zehn Jahren Kloten. Es ging nach Norden, in die schwedische SHL. Dort wartete mit Frölunda HC Göteborg ein Traditionseliteteam auf ihn und Plüss machte ohne zu zögern weiter, als ob ein Wechsel nie stattgefunden hatte. Er stand übrigens damals mit Größen wie Henrik Lundqvist, seit zehn Jahren Stammkeeper der New York Rangers, Daniel Alfredsson, Topscorer bis 2013 in Ottawa und dem Finnen Tomi Kallio in einer Mannschaft. Plüss kam gleich in seiner ersten Saison auf 40 Punkte und hatte sich seine Vertragsverlängerung redlich verdient. Dem bodenständigen Plüss gefiel es in Göteborg und so blieb er dort bis 2008. Dann folgte er dem Ruf zurück in die Heimat, wo er sich dem SC Bern anschloss. Nebenbei war Plüss noch Stammspieler in der Nationalmannschaft. Am Ende standen dort 143 Länderspiele zu Buche, eine stolze Zahl. Für Bern trat Plüss etwa 500 Mal an und am Ende seiner Karriere kann der untadelige Sportsmann Martin Plüss auf 946 NL(A)-Spiele mit 692 Scorerpunkten und 231 SHL-Spielen mit 147 Scorerpunkten zurückblicken.

Martin Plüss hat es sich dabei nicht leicht gemacht, hätte vielleicht noch weitergespielt, aber im Frühling entschied er sich für eine halbjährige Auszeit, aus der als Entscheidung das Karriereende bekannt gegeben wurde.