Zwischen 1978 und 1990 hieß der Sieger des Europapokals 13-mal am Stück ZSKA Moskau, 11nationale Pokalsiege und 32 Meisterschaften, errungen von Top-Stars des sowjetischen Eishockeys wie Torhüter-Legende Wladislaw Tretjak, Defensiv-Künstler Wjatscheslaw Fetissow und Stürmern, von denen hier stellvertretend für viele große Namen Sergei Makarow, Wjatscheslaw Bykow, Igor Larionow und Sergei Fjordorow erwähnt seien. Nicht wenige dieser ehemaligen Eishockey-Größen bekleiden heute wichtige öffentliche Ämter, aus denen heraus sie, gut vernetzt bis an höchste Regierungsstellen, nach wie vor erheblichen Einfluss auf die Geschicke des russischen Eishockeysports ausüben.
Der letzte große von ZSKA errungene Titel liegt lange zurück: 1991 gewannen die Moskowiter im schweizerischen Davos den renommierten Spengler Cup. Seither aber wurden die ganz großen Erfolge entweder von der hauptstädtischen Nachbarschaft (Spartak, vor allem aber Dynamo Moskau), oder, befeuert von den Dollar-Millionen russischer Großkonzerne bzw. zu Reichtum gekommenen Einzelpersonen, zunehmend in der russischen Provinz gefeiert. Die einstige Talente-Schmiede des sowjetischen Eishockeys lebte überwiegend vom Glanz längst vergangener Tage. In der letzten Saison wurde gar die Play-off-Qualifikation verpasst. Auch finanziell, so im Oktober bei russischen Quellen zu lesen, sei die Situation von ZSKA nicht problemfrei. All das soll sich von nun an massiv ändern:
Putin überbrachte die frohe Botschaft
Vor wenigen Tagen vermeldeten russische Medien die vertraglich gesicherte Partnerschaft von ZSKA Moskau mit dem staatlichen Erdöl-Unternehmen ROSNEFT, das zukünftig, so heißt es, als Mehrheitseigner in Verantwortung trete. Und kein Geringerer als Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin war einer der Überbringer der Botschaft. Die engen Verbindungen zwischen russischen Sportgrößen, Wirtschaft und Politik haben offenbar ein weiteres Mal erfolgreich funktioniert. Gegenüber RIA Nowostij würdigte ZSKA 's ehemaliger Star-Verteidiger und heutiger Generalmanager, Alexei Kasatonow, das Engagement Wjatscheslaw Fetissows sowie Trainer-Ikone Viktor Tichnow, die beide wohl erheblichen Anteil am Zustandekommen des Deals haben.
Nikita Filatow - Zurück zu den Wurzeln?
Beim Retten soll es jedoch nicht bleiben. In den nächsten Jahren sollen dreistellige Millionen-Beträge in die Infrastruktur des Klubs (u.a. eine neue Arena), die Nachwuchsarbeit und natürlich auch in den Kader investiert werden. Im Blickpunkt des Interesses befinden sich freilich junge Spieler, die derzeit noch in der Fremde ihre Brötchen verdienen. Kasatonow nannte in diesem Zusammenhang den Namen von Nikita Filatow. Das 21-jährige Eigengewächs ZSKA 's wurde 2008 von den Columbus Blue Jackets in Runde 1 gedraftet und kehrte Mütterchen Russland alsbald den Rücken, um sein Glück in der NHL zu suchen. Dort steht er aktuell in Diensten der Ottawa Senators, die ihn zwischenzeitlich aber zum AHL-Farmteam nach Binghampton schickten. Mit dem 25-jährigen Sergei Schirokow konnte ZSKA bereits einen dieser Jungs aus der NHL (Vancouver Canucks) zurück in die Heimat lotsen.
Im aktuellen KHL-Geschehen belegt ZSKA in der West-Konferenz Rang sieben. Nach eher schwachem Start hat sich das Team von Chefcoach Julius Shupler allerdings berappelt und mit einer Reihe von Siegen Abstand zum Tabellenende geschaffen. Nur noch eine Momentaufnahme, so die Hoffnung der Macher im Hintergrund: Bald schon will ZSKA seiner Klub-Geschichte neue Erfolgskapitel hinzufügen.


















