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Kanada startet mit einem 3:2 gegen die Schweiz Karjala Cup 2017

Matt Ellison, hier im Trikot seines Clubs Magnitogorsk, traf entscheidend bei Kanadas Sieg. (dpa)Matt Ellison, hier im Trikot seines Clubs Magnitogorsk, traf entscheidend bei Kanadas Sieg. (dpa)
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Eine Wiederholung gab es zunächst nicht, vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass die Finnen auf einen Turniersieg gehofft hatten und es schließlich nur der vierte Platz wurde. 1996 trat noch Frankreich an, seit 1997 sind es die vier oben genannten Teams, wobei der Name Karjala – nach dem Hauptsponsor, einer finnischen Brauerei – seit der Wiederaufnahme 1995 für das Turnier steht. Inzwischen gehört der Karjala-Cup auch zur Eurohockey-Tour. Um die Attraktivität zu fördern, spielen in diesem Jahr erstmals gleich sechs Teams um den Titel. Die zusätzlichen Mannschaften sind die Schweiz und Kanada.

Schweiz – Kanada 2:3 (0:0, 1:3, 1:0)


5476 Zuschauer wollten in Biel dem Auftakt ihrer Nati beim Karjala-Cup beiwohnen. Sie sahen die 89. Niederlage einer Schweizer Nationalmannschaft gegen ein kanadisches Nationalteam. Interessant war bei dieser Partie, dass für die Schweiz kein Spieler eingesetzt wurde, der in einem CHL-Achtelfinalrückspiele aktiv war. Die Kanadier griffen auf 16 Akteure zurück, die in der KHL spielen. Dass auch dieser zusammengewürfelte Haufen, und das ist keineswegs despektierlich gemeint, gutes und erfolgreiches Eishockey zu spielen vermag, zeigt, welches Potenzial und vor allem welche Ziele die Kanadier auch im Hinblick auf die olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang (Südkorea) haben. Dort ist für sie die Titelverteidigung Pflicht. Aber auch die Schweizer wollen bei der Vergabe der olympischen Medaillen ein gewichtiges Wort mitreden.

Die Eidgenossen starteten in das Turnier mit der aktuellen Nummer Zwei im Tor, Jonas Hiller, und der Nummer Drei Gilles Senn. Die Verteidigung bestand gegen die Kanadier aus sieben Mann: relativ neu dabei waren Samuel Kreis (Biel) und Michael Fora (Ambri) neben den altgedienten Kräften Diaz, Furrer, du Bois, Loeffel und Genazzi. Eventuell folgt noch ein achter Verteidiger im Laufe des Turniers. Den Sturm bildeten die Formationen Ambühl, Corvi, Hofmann – Praplan Cunti, Hollenstein – Martschini, Almond, Suri sowie Walser, Sciaroni und Ryer.

Die Kanadier gingen mit dem routinierten 31jährigen Ben Scrivens (Ufa) und dem gleichalten Kölner DEL-Torwart Justin Peters ins Turnier. In der Abwehr kamen wie bei der Schweiz sieben Spieler zum Einsatz. Die erste Verteidigung bildete der 36jährige Chris Lee, der von 2011 bis 2012 in der DEL (Köln, Mannheim) aktiv war, zusammen mit Karl Stollery von Dinamo Riga. Die weiteren Verteidigerpärchen waren Simon Despres und Chay Genoway, sowie der Ex-Nürnberger Jesse Blacker, jetzt in Diensten des KHL-Clubs in Peking, mit Geoff Kinrade von Red Star Kunlun, dem zweiten chinesischen Vertreter in der KHL. Der talentierte Zach Whitecloud spielte als siebter Mann. Er ist derzeit für die Bemidji State University in der College-Liga WCHA tätig.

Im Sturm traten die Kanadier mit folgenden Spielern an: Brule, Vey, Wolski – Kozun, Ellison, Klinkhammer – Purcell, Howdon, Spalling sowie Bourque, O`Dell und Thomas.

Ein Doppelschlag entscheidet das Spiel
Die Partie sah im ersten Drittel die Schweizer optisch vorne, die auch ein leichtes Chancenplus zu verzeichnen hatten, sich aber gegen die physisch starken Kanadier nicht entscheidend durchsetzen konnten. Das zweite Drittel begann zunächst mit der ersten Strafzeit im Spiel überhaupt, als der Schweizer Almond wegen hohen Stocks vom Eis musste. Kurz danach hatte der wieder zurückgekehrte Almond das freie Tor vor sich, aber Kanadas Scrivens flog in die bedrohte Ecke und verhinderte die Führung für die Nati. Dies holte schließlich der junge Ambri-Stürmer Michael Fora mit einem fulminanten Schlagschuss nach. Einer schnellen Reaktion von Brule hatten die Kanadier drei Minuten später den Ausgleich zu verdanken, aber auch die Schweizer konnten mit sensationellen Reaktionen in diesem Spiel punkten: am spektakulärsten wohl die Parade von Hiller in der 34. Minute gegen Vey, als er mit der Fanghand einen Direktschuss aus vier Metern Entfernung von der Torlinie kratzte. Die Spielentscheidung fiel mit einem Doppelschlag in der 36. und 37. Minute, als Eric O`Dell und Matt Ellison für die 3:1-Führung sorgten. Im dritten Drittel warfen die Eidgenossen alles nach vorne, aber eine starke Defensive sowie der exzellente Keeper Scrivens ließen nur noch ein Gegentor zu, erzielt von Loeffel zwei Minuten vor Schluss.

Schweden – Tschechien 5:3 (1:1, 2:2, 2:0)


Beide Vertretungen spielten ebenfalls mit Ersatzakteuren für jene Spieler, die am Dienstag noch in der CHL tätig waren. Das Ergebnis war eine ausgeglichene Begegnung, in der Jakub Nakladal vom KHL-Team Yaroslavl das 1:0 für Tschechien erzielte. Den Ausgleich machte jedoch schon zwei Minuten später der Schwede Dennis Everberg, der für Omsk ebenfalls in der KHL spielt. Der für den NL-Ligisten Fribourg spielende Tscheche Michal Birner konnte den früheren Weltmeister wieder in Führung bringen. Danach verstärkte der aktuelle Champion Schweden seine Bemühungen. Diese wurden mit zwei Toren belohnt. Erst glich Skelleftea-Spieler Oscar Möller aus, dann brachte Lindström im Powerplay seine gelb-blauen Farben erstmals in Führung. Ebenfalls ein Überzahlspiel benötigten die Tschechen für den Ausgleich. Lukas Radil von Spartak Moskau hieß der Torschütze. Im Abschlussdrittel waren die Schweden etwas glücklicher in ihren Aktionen als ihre Gegner – folgerichtig traf Dick Axelsson vom aktuellen Tabellenführer in der SHL Färjestad Karlstad in der 49. und 58. Spielminute zum Endstand.