Nach dem Spurt der Berliner zur zwischenzeitlichen 6:0-Führung folgte die Aufholjagd der Gäste, die letztlich jedoch nicht von Erfolg gekrönt war.
„Es wird Zeit, dass wieder losgeht. Wir freuen uns schon sehr, endlich wieder aufs Eis gehen zu können“, sagte der vorläufige Kapitän der Eisbären André Rankel zwei Tage vor dem Match, zu dem sich kein Geringerer als der Vorrunden-Zweite und Play-off-Halbfinalist der tschechischen Extraliga, der HC Plzen 1929 in der o2 World angesagt hatte. Neben Kapitän, Generalmanager und Klubeigner in Personalunion Martin Straka mit noch einigen international erfahrenen Routiniers durchaus namhaft besetzt, darunter der Ex-Nürnberger Adam Svoboda im Tor, kam Plzen alles andere als ein unbeschriebenes Blatt in die deutsche Hauptstadt.
Genutzt hat den Tschechen all dies am Ende wenig, weil sie bis gegen Ende des Mittelabschnitts spielerisch kaum präsent waren. Den Tschechen ging überraschenderweise vieles zu schnell vonstatten, was die Berliner auf dem Eis veranstalteten. Böses Omen für die Gäste gleich zu Beginn: Tomas Frolo traf bereits in der 3. Spielminute mit hohem Stock Berlins Daniel Weiß im Gesicht, für den Verteidiger der Tschechen war das Spiel früh beendet. Duschen dürfte angesichts des Zeitpunkts nicht notwendig gewesen sein. Zwar dauerte es noch bis zur 15. Spielminute, bis der 19-jährige Vincent Schlenker zur Eisbären-Führung einnetzen konnte, das Heft des Handelns lag da aber längst in Berliner Hand. Youngster Schlenker hatte mit seinem Treffer die Flasche Ketchup geöffnet, die sich in der Folge über dem tschechischen Extraligisten ergießen sollte. Frank Hördler (schied später nach einem Treffer im Gesicht verletzt aus) und Julian Talbot erhöhten noch vor der ersten Pause auf 3:0.
Und auch im Mittelabschnitt lief es für die Berliner zunächst weiter wie aus einem Guss: Talbot mit seinem zweiten Tor, Daniel Weiß (Neuzugang Mark Katic als Vorbereiter) und in Unterzahl gar TJ Mullock schraubten den Zwischenstand bis zur 34. Spielminute auf 6:0 für die Eisbären. Die wiegten sich kurz vor der zweiten Pausensirene angesichts der überdeutlichen Führung aber offensichtlich zu sehr in Sicherheit oder mussten nun doch dem frühen Zeitpunkt der Vorbereitung Tribut zollen. Was in den letzten drei Minuten passierte, beschrieb Neuzugang Matt Foy hernach so: „Es soll nicht, kann aber zum jetzigen Zeitpunkt noch passieren. Mit Sicherheit werden wir im Schlussdrittel wieder besser verteidigen.“ Ondrej Kratena per Shorthander, Jakub Lev und Jan Kovar verkürzten für Plzen auf 3:6. - Im Schlussabschnitt war Plzen freilich weiter darauf bedacht, den Schaden zu begrenzen. Das gelang den Gästen durch Jakub Jerabek, der in der Schlussminute für ein wenig Ergebniskosmetik sorgte.
Eisbären Berlin – HC Plzen 1929 6:4 (3:0; 3:3; 0:1)
Tore: 1:0 (15.) Schlenker – Baxmann/Weiß; 2:0 (16.) Hördler – Braun, L./Mulock, TJ; 3:0 (18.) Talbot – Busch/Tallackson; 4:0 (22.) Talbot – Busch PP; 5:0 (24.) Weiß, D. - Katic/Hase; 6:0 (34.) Mulock, TJ – Rankel/Baxmann SH; 6:1 (38.) Kratena SH; 6:2 (39.) Lev – Dvorak; 6:3 (40.) Kovar – Hanzlik/Gulas; 6:4 (60.) Jerabek - Ruzicka
Schiedsrichter: Brill/Lenhart
Strafen: 6/47 (Spieldauer Tomas Frolo)
Zuschauer: 7.200
















