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Wien hat drei Match-PucksEBEL-Halbfinale

Die Vienna Capitals haben die Hürde HC Bozen beinahe schon umkurvt. (Foto: dpa/picture alliance/APA/picturedesk.com)Die Vienna Capitals haben die Hürde HC Bozen beinahe schon umkurvt. (Foto: dpa/picture alliance/APA/picturedesk.com)
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Vienna Capitals – HC Bozen Südtirol
Play-off-Stand: 3:0

Spiel eins der Halbfinalserie begann mit einer Führung für Bozen. Dabei brachten beide Teams viele Scheiben aufs gegnerische Tor. Den Ausgleich machte der Mann des Abends – Kelsey Tessier. Wien hatte doppelte Überzahl und der Pass von Tessier fand den Weg über Bozens Verteidiger Ryan Glenn ins eigene Tor. Bozen holte sich die Führung aber zurück. Im Schlussdrittel drückten die Cap dann aber auf die Tube. Schnell kamen sie zum neuerlichen Ausgleich und zehn Minuten vor Spielende gingen sie erstmals in Führung. Gut fünf Minuten später machte Kelsey Tessier mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt erneut in Überzahl und sicherte dem Hauptstadtclub so einen 4:2-Sieg.

Im zweiten Aufeinandertreffen dauerte es etwas länger bis die Entscheidung fiel. In der 87. Minute, also in der zweiten Verlängerung, machte Taylor Vause das Tor zum 3:2-Sieg der Hauptstädter. Zuvor sah man ein Spiel, dass jederzeit auf Messers Schneide stand und indem beide Teams genügend Chancen hatte, das Spiel früher zu entscheiden; die letzte hatte Bozens Andrew Yogan in der Schlussminute der regulären Spielzeit. Doch die Südtiroler haben auch die ersten beiden Gegentore eher hergeschenkt, als sie zu sorglos und unkonzentriert in der eignen Zone agierten. Unter dem Strich bleibt also ein hart erarbeiteter Sieg der Caps, die damit die Serienführung ausbauten.

Im dritten Duell war es knapp, doch nach 60 Minuten stand ein 1:0-Sieg für die Caps auf der Uhr. Beide Teams hatten ausgiebig Gelegenheit ihre Überzahlquote zu verbessern, der Siegtreffer fiel jedoch bei numerischer Ausgeglichenheit im Mitteldrittel durch Jonathan Ferland (40.). Im ausverkauften Wiener Eissportzentrum sah man eine äußerst unterhaltsame Partie, der nur mehr Tore fehlten. Im ersten Drittel hatten die Südtiroler den Österreichern allerdings wenig entgegenzusetzen, erst ab dem zweiten Abschnitt war die Pokel-Truppe im Spiel, konnte die dritte Niederlage aber nicht verhindern. Wien kann somit am Dienstag ins Finale einziehen.

Red Bull Salzburg – Klagenfurter AC
Play-off-Stand: 2:1

Duell eins war rassig, schnell und aggressiv von beiden Seiten. Zudem gab es gleich zwei Short-Hand-Goals. Zunächst aber brachte Thomas Raffl die roten Bullen in der zweiten Minute in Führung. Ryan Duncan erhöhte etwa zur Hälfte der Spielzeit. Kurz nach Beginn des Schlussdrittels machte Stefan Geier den Anschluss in Unterzahl, doch das sollte der einzige Treffer des KAC an diesem Abend bleiben. Zehn Minuten vor Spielende sorgte erneut Duncan für klare Verhältnisse. In der Vorletzten Minuten machte Michael Schiechl den Schlusspunkt zum 4:1 in Unterzahl ins leere Tor.

Es sieht nach klaren Verhältnissen in dieser Serie aus, denn auch Spiel zwei sicherten sich die roten Bullen mit 4:1. Dabei sicherten sich die Mozartstädter mit einem 23-Sekunden-Doppelschlag nach weniger als fünf gespielten Minuten einen kleinen Vorsprung. Nach einem torlosen Mitteldrittel fiel die Spielentscheidung mit zwei weiteren schnellen Toren innerhalb von 145 Sekunden im Schlussdrittel. In der letzten Minute konnte der KAC nur noch den unbedeutenden Anschluss treffen.

Nach zwei vom Ergebnis her klaren Niederlagen war der KAC gefordert. Das sich die Kärntener etwas vorgenommen haben war von Anfang an klar und so fiel die Führung bereits in der Anfangsphase. Doch genauso schnell Schlugen die Red Bulls zurück. Bis zum Ende des Eröffnungsdrittels trafen beide Mannschaften je noch einmal, sodass es mit einem ausgeglichenen Spielstand in die Pause ging. Im Mitteldrittel zeigten die Rotjacken starkes Eishockey und waren die bessere Mannschaft, konnten das aber nicht veredeln. Die Spielentscheidung fiel aber erst 80 Sekunden vor dem planmäßigen Spielende. Niemand sonst als Stefan Geier (59.) markierte den umjubelten Siegtreffer und stellte damit einen neuen Vereinsrekord auf. Den noch keinen Spieler des KAC gelang bisher. in acht Spielen in Serie ein Tor.

Rund um die Liga:

Nun ist es offiziell. KHL Medveščak Zagreb kehrt in EBEL zurück. In den vergangenen Wochen hat die Liga durch externe Wirtschaftsprüfer die eingereichten Unterlagen prüfen lassen. Als Ergebnis steht nun die Rückkehr der Bären in die EBEL. Wer sonst noch an der Liga teilnimmt, ist indes noch nicht klar. Liga-Präsident Dr. Peter Mennel sagte dazu: „Über die definitive Anzahl an Mannschaften und das Spielformat entscheiden die Liga-Vereine noch vor Saisonende.“

Doch auf Rosen sind die Kroaten nicht gebettet. Das Abenteuer KHL war ein teurer Spaß. Genaue Zahlen sind noch nicht bekannt, doch es wird ein Budget von 2,5 Millionen Euro angestrebt. Dabei beschränkt sich die Sponsorensuche nicht nur auf Kroatien, sondern auf ganz Europa. Das wichtigste dabei ist, dass Medveščak-Präsident Damir Gojanović einen stabilen und tragfähigen Finanzplan verspricht. Allerdings hat Zagreb momentan noch einige ausstehende Spielergehälter zu zahlen. Dazu sagt der Präsident auf der Club-Homepage: „Damit müssen wir umgehen, das schadet allen und vor allem uns in unseren Vorhaben. Wir werden aber allen Verpflichtungen nachkommen und es tut uns leid, dass das teilweise verspätet passiert.“

Trotzdem zeigt man sich bei den Zielen alles andere als Bescheiden. „Das Ziel ist es zunächst einmal ein qualitativ hochwertiges Team zusammenzustellen, das als Mannschaft atmet und zusammenwächst und Erfahrungen sammelt.“ Und weiter: „Wir wollen uns für die Play-offs qualifizieren und wenn wir Glück haben sehen wir vielleicht ein Finale in Zagreb.“

Spielernamen gibt es noch keine, denn erst wenn das Budget fix ist, will man ein Team bauen. In den Medien wird aber spekuliert, dass der eine oder andere Altbekannte nach Zagreb zurückkehren könnte. Ebenso offen ist die Besetzung des Trainerstuhls.