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HC Bozen übernimmt rote LaterneBlick in die EBEL

Der HC Bozen (weiße Trikots) ist nun Letzter der EBEL. Medveščak Zagreb begrüßt dagegen die meisten Zuschauer der Liga. (Foto: dpa/picture alliance/Photoshot)Der HC Bozen (weiße Trikots) ist nun Letzter der EBEL. Medveščak Zagreb begrüßt dagegen die meisten Zuschauer der Liga. (Foto: dpa/picture alliance/Photoshot)
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Platz 1: Vienna Capitals, 43 Punkte

In der Hauptstadt war wieder einiges los. Zunächst landeten die Caps bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres auf Rang vier, hinter den Fußballerinen vom ÖFB, dem Beachvolleyballerduo Doppler/Horst und der Fußball-U19-Mannschaft von Red Bull Salzburg. Dann schlug man nochmal auf dem Transfermarkt zu und holte den 26-jährigen Österreicher Peter Schneider ins Team. Schneider spielte seit 2010 in Übersee. Zunächst in der USHL und der NCAA, ehe es dann einige Jahre in die ECHL ging. Zuletzt war der Stürmer bei den Kalamazoo Wings. Eishockey gespielt wurde auch und dabei ließen die Wiener diese Woche nichts anbrennen. In Innsbruck gewann man 4:1, wobei ein starkes Mitteldrittel den Ausschlag gab. Das zweite Auswärtsspiel war in Dornbirn. Nach einem knappen 0:1-Rückstand nach dem ersten Drittel, gewannen die Capitals am Ende mit 5:2 und gehen mit zehn Punkten Vorsprung in die Länderspielpause.

Platz 2: Black Wings Linz, 33 Punkte

Dreimal mussten die Stahlstädter in der Woche ran, dabei gab es in Bozen eine böse Überraschung. Denn zur Hälfte des Spiels war man durch zwei DaSilva-Tore noch mit 2:0 in Front, doch am Ende feierten die Südtiroler einen 4:2-Comebacksieg. Gegen Zagreb brannten die Black Wings dann aber ein Feuerwerk ab. Nach 15 Minuten führten die Linzer bereits 4:0, sodass Zagrebs Goalie-Held der letzten Spiele, Kevin Poulin, entnervt das Feld räumen musste. Für ihn kam Vilim Rosandić, was nicht wirklich half, denn bis zum Schluss wurde es ein deutliches 8:1. Diesen Schwung konnte man in die dritte Partie aber nicht mitnehmen. In Villach musste man sich 1:5 geschlagen geben. Trotz der guten Tabellensituation plagen Coach Troy Ward sorgen, denn nach Sébastien Piché, Mario Altmann, Patrick Spannring, Andreas Kristler hat sich auch noch Jonathan D'Aversa verletzt. Darum hat man nun den 18-jährigen Verteidiger Christian Schwarzbauer aus dem eigenen U20-Team hochgezogen.

Platz 3: Klagenfurter AC, 30 Punkte

Die Klagenfurter punkten weiter. Den nächsten „Dreier“ holten sie in Tschechien und besiegten Znojmo 3:2, doch bis der Sieg feststand, mussten die Rotjacken ihre ganze Erfahrung in die Waagschale werfen. Gegen wiedererstarkte Salzburger half aber auch das nichts. Hier schluckte man bereits in der dritten Minute den ersten Gegentreffer. Es endete mit einem 0:3, da man die Vielzahl an Chancen nicht nutzen konnte.

Platz 4: Red Bull Salzburg, 27 Punkte

In der Mozartstadt zeigt die Kurve wieder nach oben. Auch international konnte man glänzen und hat nach dem 2:1-Erfolg über die Växjö Lakers in der CHL nun die dicke Chance aufs Viertelfinale. Im Ligaspiel gegen Villach hatte man jedoch einen Rückfall und unterlag 3:5. Das obwohl man durch zwei Tore von Alexander Rauchenwald nach sechs Minuten schon 2:0 führte. Das war nach neun Minuten schon wieder passé und fortan fanden die Salzburger nur noch schwer Zugriff auf die Partie. Im Spiel in Klagenfurt legten die Salzburger den nächsten Blitzstart aufs Eis, doch diesmal gaben sie die Partie nicht mehr ab und gewannen 3:0.

Platz 5: KHL Medveščak Zagreb, 27 Punkte

Auch in Kroatien war einiges geboten und das meist mit einem gutem Ausgang für die Bären. Darum ging es in der Tabelle auch stolze drei Plätze nach oben. Allerdings hatte man auch drei Spiele. Gegen Znojmo war es denkbar knapp und man siegte mit 1:0 durch einen Überzahltreffer von Tomáš Netík im Mitteldrittel. Allerdings gab es für Verteidiger Alexx Privitera auch eine Ein-Spiel-Sperre. Sein Fehlen war aber sicher nicht der ausschlaggebende Grund bei der 1:8-Niederlage in Linz. Nach dem zwischenzeitlichen 0:4 war der Abend für Goalie Kevin Poulin nicht nur mächtig versaut, sondern auch beendet. Gegen Bozen war es dann ein fröhliches Scheibenschießen. Bereits in der Anfangsphase gelang den Kroaten ein Doppelschlag, sodass das erste Drittel 4:1 an Zagreb ging. Als die 60 Minuten abgelaufen waren, stand ein 7:3 auf der Anzeige. Überraschend kam dann auch noch die Meldung, dass das Gastspiel von Goalie Kevin Poulin demnächst schon wieder enden könnte. Angeblich soll ein Angebot aus der KHL vorliegen. Der Club dementiert das per Twitter mit nur einem Wort: „Fakenews“.

Platz 6: HC TWK Innsbruck, 26 Punkte

Die Haie mussten nach einer mageren Woche mit nur einem Punkt zwei Plätze abgeben. Die erste Niederlage gab es gegen Wien, wobei man den ersten Abschnitt noch offen halten könnte. Im Mitteldrittel legten die Hauptstädter dann aber zu und so endete das Spiel 1:4. In Znojmo führte man mit 2:0 und 3:2, doch beides konnte man nicht über die Zeit retten. Den 3:3-Ausgleich schluckte man 41 Sekunden vor Spielende durch Colton Yellow Horn. Damit musste man sich mit einem Punkt begnügen, denn David Bartos traf für die Tschechen in der Overtime.

Platz 7: Villacher SV 26 Punkte

Zwei Plätze in der Tabelle nach oben ging es für den VSV, was den Posten von Greg Holst wieder sicherte. Bereits nach sechs Minuten fingen sich die Adler zwei Tore von Alexander Rauchenwald ein. Jordan Hickmott und Ryan Glenn egalisierten das nach neun Minuten aber wieder. In den letzten zehn Spielminuten machten die Villacher  dann den 5:3-Sieg perfekt. So in Fahrt gekommen empfing man Linz und auch in diesem Duell waren die Adler das bessere Team. Den Grundstein zum späteren 5:1-Sieg legten man bereits im ersten Abschnitt.

Platz 8: Orli Znojmo, 25 Punkte

Der Talfahrt der Tschechen geht weiter. Die Südmährer hatten dreimal die Gelegenheit zu punkten, konnten das aber nur einmal tun. Im Spiel in Zagreb entscheid ein einziges Tor in Überzahl für Zagreb bei der 0:1-Niederlage. Auch gegen den KAC konnte man nicht punkten. Dabei war das Spiel über 60 Minuten eng und wurde erneut durch nur ein Tor entschieden. Das bessere Ende hatten die Klagenfurter mit 3:2. Zwei Punkte holte man sich gegen Innsbruck. Dabei waren die Gäste nach dem Eröffnungsdrittel mit 2:0 in Führung gegangen, doch man kam zurück ins Spiel und Colton Yellow Horn brachte die Partie Sekunden vor Spielablauf in die Overtime. In dieser braucht David Bartos 2:05 Minuten zum Siegtreffer. Auch im Kader gab es nochmals Veränderungen. Marek Račuk gehört nicht mehr den Adlern an, dafür holte man sich den 32-jährigen US-Amerikaner Adam Miller, der bereits für Zagreb und Dornbirn in der EBEL spielte. Zuletzt war er in Frankreich, bei den Dragons de Rouen tätig.

Platz 9: Graz 99ers, 23 Punkte

Die Krise für Doug Masons 99ers geht weiter. Dabei hatte man alle Chancen in der Hand. Im Heimspiel gegen Dornbirn führte man bis in die 53. Minute mit 2:1, dann traf Matt Faser zum Ausgleich und 33 Sekunden vor der möglichen Overtime machte der 20-jährige Austro-Schwede Henrik Neubauer den Treffer zum 2:3-Endstand für die Bulldogs. Nicht ganz so dramatisch, aber mit demselben Ergebnis endete der Vergleich in Fehérvár. Wobei die Special Teams den Unterschied machten. Die Ungarn trafen zweimal, die 99ers nur einmal in numerischer Überlegenheit.

Platz 10: Dornbirner EC, 21 Punkte

Trotz des 3:2-last Minute Siegs gegen Graz verharrt man tief im Tabellenkeller. Gegen die Wiener konnte man durch einen Überzahltreffer von Jamie Arniel in Führung gehen, doch im Mitteldrittel legten die Hauptstädter zu und zogen davon. Am Ende war es eine 2:5-Niederlage.

Platz 11: Sapa Fehérvár, 21 Punkte

Nach den Turbulenzen der letzten Wochen konnten die Ungarn groß auftrumpfen. Beim 1:0-Sieg über Bozen verzeichnete der schon in den letzte Wochen glänzende János Hári den Siegtreffer. Bei der Düsseldorfer EG schaffte er den Sprung ins Team nicht, doch in Ungarn läuft es prächtig für ihn. Gegen die 99ers war es ein ähnlicher Kraftakt, jedoch mit mehr Toren. Entscheidend diesmal der nächste Spieler, der in der DEL nicht glücklich wurde. Der Ex-Krefelder Verteidiger Antonin Manavian machte zwei Tore beim 3:2-Sieg. Insgesamt konnte die Truppe von Benoît Laporte die rote Laterne abgeben und um einen Platz nach oben klettern.

Platz 12: HC Bozen Alperia, 19 Punkte

Die Füchse aus Bozen sind das neue Schlusslicht. Dabei begann die Woche mit einem 4:2-Sieg gegen Linz noch verheißungsvoll. Travis Oleksuk konnte zwei Tore beisteuern. In Fehévár traf János Hári nach elf Minuten zum 1:0 für die Ungarn. Das war auch der Endstand und die erste Niederlage für Bozen. In Zagreb folgte die Zweite und die war deutlich. Schon nach dem ersten Drittel brauchte man fast ein Fernglas, ehe die Partie 7:3 endete. Besonders bitter: Neuverpflichtung Matt Climie hat sich bei einem Zusammenprall im Training eine Knieverletzung zugezogen, dadurch verpasse er die Spiele in Fehévár und Zagreb. Dadurch rückte der 18-jährige Italiener Robin Quagliato als Backup von Sterzing nach Bozen.

Spielestatistiken

Zur internationalen Pause lohnt sich ein erster Blick in die Statistiken. Der Punktbeste Spieler kommt aus Innsbruck und heißt Andrew Yogan. Im gelangen bisher 25 Punkte. Er führt auch die Liste der Vorlagengeber an. Hier hat er 17 Vorlagen beisteuern können. Die meisten Tore hat mit 12 der Linzer Brian Lebler. Die beste Fangquote hat zurzeit der Wiener Jean Philippe Lamoureux. Stolze 96 Prozent der Schüsse kann er entschärfen. Er bekommt pro Spiel nur 1,22 Gegentore. Der Bad Boy der Liga ist der Innsbrucker Mitch Wahl, er hat bereits 49 Strafminuten eingesammelt. Die meisten Zwei-Minuten-Strafen hat aber die Bozener Mike Halmo, der 19 Mal für zwei Minuten zusehen musste.

Teamwertungen

Das beste Überzahlspiel findet man in Wien. Die Hauptstädter verwerten 29,9 Prozent ihre Gelegenheiten. Ganz unten findet sich Zagreb mit nur 13,1 Prozent Ausnutzung. Im Penaltykilling ist ebenfalls Wien das Topteam. Sie können 86,6 Prozent ihrer Unterzahlen abwehren. Am wenigsten effektiv zeigt sich Fehévár mit 73 Prozent. Das fairste Team kommt aus Dornbirn, sie haben mit 140 Minuten die bisher wenigsten gesammelt. Am anderen Ende der Statistik steht Innsbruck mit 251 Minuten. Wie erwartet hat Zagreb den höchsten Zuschauerschnitt. In den neun Heimpartien kamen mathematisch jeweils 5.138 Fans. Am wenigsten besucht ist die Halle in Graz, hier finden sich durchschnittlich 2.192 Zuseher.