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Eklat um Trainer Benoît LaporteBlick in die EBEL

Benoît Laporte, Trainer von Sapa Fehérvár. (Foto: dpa/picture alliance/CITYPRESS 24)Benoît Laporte, Trainer von Sapa Fehérvár. (Foto: dpa/picture alliance/CITYPRESS 24)
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Platz 1: Vienna Capitals, 33 Punkte

Langeweile droht – außer man ist Fan der Caps, den der Club von Coach Serge Aubin zieht weiter einsam und verlassen seine Kreise an der Tabellenspitze. Die Wiener haben die nun schon fast unheimliche Siegserie weiter ausgebaut und sowohl gegen Innsbruck (5:3) als auch in Klagenfurt (5:2) erneut keinen Punkt liegen lassen. Die beachtlichen Zahlen: elf Spiele, elf Siege ohne einen Punkt abzugeben. Saisonübergreifend ist man nun schon 24 Spiele ungeschlagen. Dabei zeigte sich der Hauptstadtclub auch diese Woche erschreckend ausgeglichen, denn bei zehn Toren traf keiner doppelt. In beiden Spielen lag man 1:2 zurück, doch in den letzten zehn Spielminuten gelang der Vienna jeweils noch der Sieg. Auf der Clubhomepage sagt Co-Trainer Craig Streu über die Gründe des Erfolgs: „Der erste Grund ist sicher unsere Fitness.“ Und er meint weiter: „Es ist kein großes Geheimnis, wir sind einfach Arbeiter.“

Platz 2: Black Wings Linz, 24 Punkte

Die volle Punkteausbeute sicherten sich die Oberösterreicher. Gegen Salzburg war das aber mehr als spannend, denn bis zur 60. Minute führte man knapp 2:1. Dann traf Mozartstädter Mario Huber in Überzahl. 13 Sekunden vor der Overtime besorgte Brian Lebler aber doch noch den Siegtreffer für die Linzer. Gegen Znojmo brannten die Black Wings ein 8:3-Feuerwerk ab. Bereits nach vier Minuten stand es 2:0. Mit diesem Traumstart im Rücken konnten die Stahlstädter frei aufspielen und den überzeugenden Sieg einfahren.

Platz 3: Orli Znojmo, 21 Punkte

Durch die Niederlage gegen Linz tauschten diese beiden Teams den Platz in der Tabelle. Doch ein Spiel zuvor konnten auch die Tschechen dreifach punkten. Im Adlerduell ging es nach Villach. Doch obwohl beide Teams genügend Chancen hatten, geizten die Stürmer mit Toren. Der VSV traf gar nicht und Znaim einmal mit gegnerischen Goalie im Tor (Marek Račuk) und einen ohne Goalie (Colton Yellow Horn).

Platz 4: HC TWK Innsbruck, 20 Punkte

Innsbruck etabliert sich immer mehr in den oberen Regionen, was durchaus als großer Erfolg für Coach Rob Pallin zu werten ist. Gegen Wien gab es zwar eine Niederlage, aber die Caps sind zurzeit das Überteam der Liga. Doch es hätte fast zu einem Punkt gereicht, denn die Wiener konnte erst in der 52. Minute in Überzahl in Führung gehen. Am Ende war es ein 5:3. Die Punkte holte man sich in Fehévár. Mit 4:2 verschärft man die Situation bei den Ungarn und festigt damit selbst den eigenen Platz. Nachdem Jesse Mychan überraschend zu den Colorado Eagles wechselte und man mit Fabio Schramm einen Langzeitverletzten hat, reagierte der Club mit der Verpflichtung des Dänen Morten Poulsen, der beim HC Bozen nach seinem Tryout keinen Vertrag erhalten hatte.

Platz 5: Graz 99ers, 20 Punkte

Tore satt gab es für den Anhang der 99ers. Mit 5:2 schickte man Fehérvár nach Hause. Dabei ging das Spiel denkbar schlecht los, denn schon in der ersten Minute konnten die Ungarn in Führung gehen. Entscheidend waren aber wohl die drei Überzahltreffer der Murstädter. Nach dem Spiel zeigte sich Gästecoach Benoît Laporte als schlechter Verlierer. Die nächste Toreflut gab es beim 7:5-Sieg über Zagreb. Bis fünf Minuten vor Spielende war man schon mit 7:2 davongezogen, ehe die Kroaten eine Aufholjagd starteten. Diese wurde zwar mit drei Toren belohnt, doch für Punkte reichte es nicht mehr.

Platz 6: Villacher SV 17 Punkte

Der VSV hatte gleich drei Aufgaben im Wochenverlauf zu lösen. Die erste Hürde hieß Zagreb. Dabei verpennte man den Schlussabschnitt komplett, denn nach zwei Dritteln führte man mit 2:0, verlor am Ende aber 2:5 und musste ohne Punkte weiterreisen. Der Schock schien so tief zu sitzen, dass man im Heimspiel gegen die Adler aus Znojmo gar nicht traf. Die Tschechen taten das zweimal und so war die nächste Niederlage perfekt. Erst im Bozen sollte es wieder klappen. Sowohl mit Toren als auch mit Punkten. Doch der Start war denkbar schlecht, denn nach acht Minuten lag man schon 0:2 hinten. Nach 47 Minuten hatte man sich ein 3:3 erkämpft und in der 53. Minute gelang Jordan Hickmott der Siegtreffer.

Platz 7: KHL Medveščak Zagreb, 15 Punkte

Auch Zagreb war dreimal gefordert. Beim 5:2-Heimsieg über den VSV gewann man mit bärenstarker Leistung das Schlussdrittel mit 5:0. Doch das sollten die einzigen Punkte im Wochenverlauf bleiben. Gegen Bozen musste man drei Treffer in Unterzahl schlucken und verlor folgerichtig mit 4:1 und im munteren Scheibenschießen in Graz hatte man mit 5:7 das Nachsehen. Da half auch nicht eine Drei-Tore-Aufholjagd in den letzten zehn Minuten. Doch die Probleme werden in Zagreb nicht weniger, denn mit Drew MacIntyre verlor man einen Goalie an das DEL-Team der Straubing Tigers. Damit hat man außer zwei Nachwuchskräften nur noch Gašper Krošelj als potentiellen Starter im Team. Seine Leistungen waren bisher aber eher überschaubar.

Platz 8: Klagenfurter AC, 15 Punkte

Die Rotjacken hatten diese Woche keine gute Phase. Nach dem Aus in der CHL gab es auch Niederlagen gegen Dornbirn und Wien. Dabei darf vor allem die Niederlage gegen Dornbirn als unnötig bezeichnet werden. Nach 22 Minuten führte man 2:0, konnte das aber nicht verteidigen und lag nach 55 Minuten 2:4 in Rückstand. Das Tor zum 3:4-Endstand in der letzten Spielminute durch Jamie Lundmark war nur Ergebniskorrektur. Gegen Wien kann man vor alle, zurzeit verlieren, doch man war nicht chancenlos. Den Gamewinner kassierte man erst in der 49. Minute. Bei Spielende stand es 2:4 für die Hauptstädter.

Platz 9: HC Bozen Alperia, 14 Punkte

Die Südtiroler hängen unten fest und können sie einfach nicht befreien. Im Heimspiel gegen Zagreb konnte man dank eines starken Überzahlspieles mit drei Treffern noch einen 4:1-Sieg einstreichen, doch gegen den VSV verlor man die Partie (3:4) in den letzten Minuten, obwohl man bereits einen Zwei-Tore-Vorsprung hatte. Schwere Zeiten für Füchsecoach Pat Curcio.

Platz 10: Dornbirner EC, 14 Punkte

Das nennt man ein klares Lebenszeichen von den Vorarlbergern. Denn mit zwei Siegen konnte man den letzten Tabellenplatz verlassen. Sieg Nummer eins holte man gegen den KAC und drehte einen 0:2-Rückstand in ein 4:3. Das Wochenende perfekt machte das Team mit Sieg Nummer zwei gegen Salzburg. Nach 60 Minuten stand ein 5:3 für die Bulldogs in den Büchern.

Platz 11: Red Bull Salzburg, 12 Punkte

Das ist wohl die Überraschung der Saison – allerdings die negative. Die roten Bullen verlieren beide Spiele und haben noch nicht mal Platz sechs in Sichtweite. In Linz konnte man in der 60. Minute zwar den Ausgleich markieren, doch nur Sekunden später schlug das Tor zur 2:3-Niederlage ein. Auch gegen Kellerkind Dornbirn musste man sich 3:5 geschlagen geben. Coach Greg Poss nahm bereits fünf Minuten vor Spielende den Goalie vom Eis, doch nicht mal das brachte noch Punkte. Man darf gespannt sein, wieviel Zeit der erfolgsverwöhnte Club Poss noch gibt, um das Ruder rumzureißen.

Platz 12: Sapa Fehérvár, 11 Punkte

Zu einem handfesten Eklat kam es nach der 2:5-Niederlage in Graz. Die Mannschaft von Benoît Laporte erzielte zwar bereits nach acht Sekunden den schnellen Führungstreffer, doch ließ sie auf dem Eis dem Frust über den Spielverlauf freien Lauf. Der Grazer Brock Nixon verlor dabei einen Zahn und Jonathan Carlsson musste nach einem Check von Antonin Manavian sogar ins Krankenhaus gebracht werden. Manavian fuhr den Schweden mit dem Kopf voran in die Bande und wurde dafür im Nachlauf dafür für zwei Spiele gesperrt. Elf Strafen gegen sein Team ließen den Coach den wilden Mann hinter der Bande werden. Kaum zu beruhigen blieb er dann auch noch der obligatorischen Pressekonferenz fern. In einem TV-Interview konnte er sich vor der Kamera noch beherrschen, doch sobald das rote Licht erlosch, soll er den Fragensteller massiv verbal attackiert haben. Auch gegen Innsbruck konnte man nach einer 2:4-Niederlage nicht punkten.