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„Am Ende spielt man für das Trikot“Arrivederci Italia

Allerdings verkaufte sich die Mannschaft um Kapitän Anton Bernard deutlich besser, als es die Punkteausbeute annehmen lässt:

Gegen die Slowakei führten die Südeuropäer bis 90 Sekunden vor Schluss mit 2:1 und mussten sich dann in der Verlängerung geschlagen geben. Obwohl das Spiel gegen Russland mit 1:10 verloren ging, stand es zwischenzeitlich nur 2:1 und die Italiener hätten mit etwas mehr Durschlagskraft und Glück sogar das 2:2 erzielen können. Nach dem zweiten Drittel stand es 5:1 und dann drehten die Russen richtig auf und zeigten den Italienern am Ende, warum die Russen nicht umsonst um den Gruppensieg der Gruppe A spielen. Im Spiel gegen Lettland ging Italien durch Marco Insam in der vierten Minute in Führung und spielte ein richtig gutes Spiel. Der Ausgleich in der 13. Minute wurde gut verkraftet und Italien spielte munter und mutig weiter. Leider kam es wie so oft bei dieser WM. Denn 67 Sekunden vor Schluss traf Dzerins zum 2:1 Sieg für Lettland. Die Italiener schrammten an der nächsten Überraschung vorbei. Im Spiel gegen die USA verlangte die Abwehr um Andreas Bernard im Tor der Italiener den NHL-Stars alles ab. Mit dem 3:0 konnten die Italiener besser leben als die US-Amerikaner. Auch gegen die Schweden hielten die Italiener zwei Drittel richtig gut mit und lagen nur 3:1 hinten. Sie hatten gute Möglichkeiten, den Anschlusstreffer zu erzielen. Doch am Ende fehlte das Quäntchen Glück, das man bei so einer WM braucht. In den letzten zehn Minuten gelangen den Schweden noch fünf Treffer, vor allem das 4:1 traf Italien voll ins Mark. Danach waren die Moral und die Kraft zu wenig, um hier noch etwas ausrichten zu können. Gegen den Gastgeber aus Deutschland war das erste Drittel mit eines der besten der ganzen WM Italiens. Obwohl das Drittel mit 2:1 an Deutschland ging, zeigten die Italiener ein gutes Spiel und verteidigten gut. Der eine Fehler, den die Deutschen machten, wurde sofort mit dem 1:1 bestraft. Aber die Klasse eines Leon Draisaitel – selbst mit Jetlag – war auf Dauer dann schwer zu verteidigen. Denn auch die Mitspieler des NHL-Stars können allesamt Eishockeyspielen.

Die Frage, die sich viele gestellt haben und was sich viele Italiener fragten ist: “ Was wäre, wenn Giulio Scandella und Luca Frigo nicht verletzungsbedingt gefehlt hätten?“ Selbst Sport1-Experte Rick Goldmann warnte vor dem Spiel noch vor Giulio Scandella, dessen Bruder Marco Scandella bei den Minnesota Wild spielt und der als gefährlichster Stürmer Italiens gilt. Auch im letzten Spiel, mit Giulio Scandella, aber ohne Daniel Frank und Luca Frigo, kam der späte K.o. in Unterzahl zwei Minuten vor dem Ende und Dänemark konnte einen letzten Sieg der WM einfahren.

Der Weg, den Coach Mair gewählt hat, ist absolut kein einfacher. Denn es soll auf eingebürgerte Spieler verzichtet werden, es sollen nur Spieler für Italien spielen, die mit dem Herzen dabei sind. Einzige Ausnahme bildet hier Frederic Cloutier, der gebürtige Kanadier, der auch in der DEL2 bereits spielte. Er ist mit einer Italienerin verheiratet und hat von sich aus gesagt, dass er gerne für seine Wahlheimat spielen würde. Unter Stefan Mair fanden viele junge Italiener den Weg in die Nationalelf, wie zum Beispiel Raphael Andergassen (93er Jahrgang), der auf Anhieb den Center in Reihe eins gab und sich sehr gut verkaufte. Der Jüngste im Kader war Alex Lambacher mit gerade 20 Jahren. Aber das gibt ein klares Zeichen, wohin der Weg gehen soll und dass dieser alles andere als einfach werden wird. Auch wenn die Enttäuschung am Montagabend groß war, ist der gewählte Weg der einzig richtige für das italienische Eishockey und dieser wird weiter gehen. Allerdings muss in der Offensive gearbeitet werden und am Powerplay. Da ist noch eine große Schwäche der Italiener, die zu wenig nach vorne ausrichten konnten und wenn, dann oft zu unglücklich agierten.

Den schönsten Satz sagte Kapitän Anton Bernard kurz vor 20:00 Uhr zu einem Fan: „Alla fine per la Maglia si gioca!“, was heißt: „Am Ende spielt man für das Trikot.“ Italien muss nun nächstes Jahr wieder um den Aufstieg spielen.