„Wir hätten nach 60 Minuten gewinnen müssen“, findet Alexander Oblinger und zeigt sich enttäuscht. Yasin Ehliz nimmt es dagegen nicht ganz so schwer: „Klar ärgert einen sowas, aber letztendlich freut man sich über jeden Punkt“, gibt der Torschütze des zweiten Ice-Tigers-Treffers zu.
Doch in der Tat hätte das Spiel früher und eindeutiger entschieden werden können. Denn die Gastgeber begannen stark: Jame Pollock mit der ersten Torchance des Abends. Nürnberg machte von Beginn an Druck, so dass die Roosters zunächst nicht richtig ins Spiel fanden. Daher war es nicht verwunderlich, dass der Führungstreffer auf Seiten der Ice Tigers fiel: in der 7. Spielminute durch Greg Leeb, der den Puck beinahe zufällig ins Tor schlenzte – Assist, neben Alexander Oblinger: Ryan Bayda, der bei seiner Saisonpremiere gleich den ersten Scorerpunkt einheimste. „Es tut gut, zurück zu sein“, gesteht der Stürmer, der monatelang wegen eines Achillessehnenabrisses pausieren musste. Seit dem 3. Januar ist er nun wieder im Lande und für sein Team fast zu einer Art Glücksbringer geworden. Denn seit Baydas Rückkehr konnten die Ice Tigers – bis auf das Derby in München – in jedem Spiel punkten. So auch gegen Iserlohn. Nach dem 1:0 versuchten die Sauerländer noch, besser ins Spiel zu kommen, was ihnen hin und wieder auch gelang. Aber das erste Drittel gehörte den Franken.
Im Mittelabschnitt wandte sich jedoch das Blatt. Die Gäste wirkten nun sicherer, die Torschüsse waren gezielter, so dass es fast zwangsweise zum Ausgleichstreffer in der 23. Spielminute durch Mike York kommen musste. Es war ein temporeiches und attraktives zweites Drittel, wozu nun die Roosters mehr beitrugen. Ihr gutes Powerplayspiel konnten sie allerdings nicht mit einem weiteren Tor krönen, da die Gastgeber mit Goalie Patrick Ehelechner gut parierten. Nürnbergs anfängliche Stärke hatte zwar nachgelassen, doch die Ice Tigers konnten auch weiterhin Möglichkeiten herausspielen und eine führte schließlich durch Yasin Ehliz zum 2:1 (39.): „Wer Druck macht, bekommt auch irgendwann die Torchancen“, nimmt der Tölzer sein drittes Saisontor recht gelassen hin.
Im letzten Drittel schlich sich dann das Chaos ein. Das Spiel wurde unruhig und geriet zeitweise außer Kontrolle. Gleich zu Beginn kam es nach zwei kleinen Strafen für Iserlohn – plus einer 10-Minuten-Disziplinarstrafe für Dave Spina – zu einer 5:3-Situation für die Nürnberger, die diese jedoch nicht nutzen konnten. Stattdessen glichen die Sauerländer durch Jeff Giuliano zum 2:2 aus (47.), nachdem sie kurz zuvor in Überzahl nicht treffen konnten. Nun war die Partie wieder offen, was sich auch nach 60 Minuten nicht änderte. Es folgte die Verlängerung!
Dort konnte sich letztendlich das Team mit den meisten Torschüssen durchsetzen. Als sich nach knapp 65 gespielten Minuten die meisten der 3.759 Zuschauer bereits auf ein Penaltyschießen eingestellt hatten, war es Paul Traynor, der nach einem wilden Kampf vor Sébastien Carons Kasten den Puck im Tor platzieren konnte.

















