Eishockey - aktuelle Schlagzeilen

19.11.2011 - 17:24
Von: Matthias Eckart

Das Maß der Dinge: SKA St. Petersburg

Der Vorzeige-Klub aus dem schönen St. Petersburg enteilt der Konkurrenz zunehmend und zeigt trotzdem noch Interesse an weiteren Top-Stars: Ufas Alexander Radulow steht ganz oben auf der Liste.


West-Konferenz

Schon lange vor der Länderspiel-Pause hatte SKA St. Petersburg Fahrt aufgenommen und im Gegensatz zu anderen Spitzenmannschaften der KHL die hohen Erwartungen bislang erfüllt. Mit reichlich Vorsprung auf die nachfolgenden Teams von Dynamo Minsk (42 Punkte) und Dynamo Moskau (46), steht SKA (52) unangefochten an der Spitze der West-Konferenz. Während anderswo Stars rebellieren, offen ihre Unzufriedenheit kundtun, führt Chefcoach Milos Riha sein Star-Ensemble von Erfolg zu Erfolg. Es läuft einfach: mit Chabarowsk stellt SKA die erfolgreichste Offensive der Liga (81 Tore), aber kassiert zugleich mit Abstand die wenigsten Gegentreffer aller 24 Mannschaften. Verteidiger Denis Denisow sagte nach der Freitagsbegegnung seiner Mannschaft bei Spartak Moskau über seinen Trainer schmunzelnd: „Nun, Milos findet uns Spielern gegenüber eben immer die richtigen Worte. Nach dem ersten Drittel fragte er uns einfach, ob es denn schön gewesen sei im Urlaub. Das haben wir verstanden.“ Der Tscheche Stefan Ruzicka hatte Spartak in Führung gebracht und im ersten Abschnitt noch mehr vom Spiel, SKA gelang durch den 23-jährigen Viktor Tichnow (Erstrunden-Draftpick der Phoenix Coyotes 2008) zunächst nur der schnelle Ausgleich. Nach der provokanten Frage des Trainers in der Pause, legte SKA den Hebel aber in beeindruckender Weise um und überrannte die Moskowiter regelrecht. Am Ende hieß es 8:1 (1:1; 3:0; 4:0) für die Gäste von der Newa und Denis Denisow hatte sich neben Iwan Neprjajew und Viktor Tichonow als dritter Doppel-Torschütze auf dem Spielbericht verewigt. Einen weiteren Treffer steuerte der NHL-erfahrene Dmitrj Kalinin bei. Die schnodderige Art Rihas scheint bei den Spielern jedenfalls Gefallen zu finden. Der gab jetzt gegenüber Sowjet Sport offen das Interesse an Ufas Alexander Radulow zu, der seinerseits schon häufiger die sportliche Situation beim aktuellen KHL-Champion öffentlich beklagte. „Wir sind interessiert. Aber es ist nicht an mir, die Verhandlungen in Gang zu bringen“, sagte Riha. - Spartak Moskau (28) fiel durch diese deutliche Heimpleite zurück auf Platz neun, hält mit nur einem Zähler Rückstand aber Kontakt zum letzten Play-off-Rang, den momentan Dynamo Riga inne hat.

Ost-Konferenz

Kaum Neues gibt es aus dem Osten zu berichten. Dort führen nach wie vor die Überraschungsteams von Traktor Tscheljabinsk (47) und Amur Chabarowsk (46) das Regiment. Den beiden Emporkömmlingen am nächsten ist Avangard Omsk (41) auf den Fersen. Zu AK Bars Kasan (36) auf Rang vier klafft schon eine gehörige Lücke. Während Tscheljabinsk erst am Freitag  mit einem humorlosen 3:1-Heimsieg über Lev Poprad (1:1; 0:0; 2:0) wieder in den Spielbetrieb einstieg, musste Chabarowsk schon zweimal ran. Am Mittwoch gewann man knapp mit 5:4 nach Penalty-Schießen (1:0; 1:3; 2:1; 0:0; 1:0) bei Jugra Chanti-Mansijsk. Am Freitag musste man sich wiederum auswärts Metallurg Magnitogorsk mit 1:3 (0:1; 0:1; 1:1) geschlagen geben. Allerdings hat Amurs finnischer Trainer Hannu Jortikka momentan das Problem, verletzungsbedingt auf sechs Spieler verzichten zu müssen. Diesen Umstand will Jortikka aber nicht als Ausrede für das Stocken-geraten  des Gipfelsturms seiner Mannschaft gelten lassen. Der Finne hat eine andere Ursache ausgemacht: „Wir arbeiten hart, entwickeln uns Schritt für Schritt weiter. Man muss bedenken, dass wir nach Ende der letzten Vorrunde ganze 50 Punkte auf dem Konto hatten. Zum jetzigen Zeitpunkt der Saison haben wir schon 46! Aber wir müssen lernen, richtig damit umzugehen, vorne mit dabei zu sein“, will Jortikka frühzeitig jeder Selbstzufriedenheit einen Riegel vorschieben.

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