
Muss sich jetzt auch im Klub beí seinem Vater beweisen: Marcel Hossa - Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de
Mit Viktor Patschkalin erwischte es nun den nächsten Chefcoach eines KHL-Klubs, dessen hohen Erwartungen letztlich mit der Realität kollidierten. Der letzte Sieg der Hauptstädter (3:2 in Poprad) datiert vom 6. November. Danach setzte es sechs zum Teil recht derbe Niederlagen, darunter ein 1:8 gegen SKA St. Petersburg und erst am vergangenen Montag das 1:7 (0:2; 1:2; 0:3) gegen Traktor Tscheljabinsk. Auffällig dabei: die Niederlagen musste man mehrheitlich auf eigenem Eis hinnehmen. Die beiden im November bisher zu Buche stehenden Siege wurden auswärts errungen. Spartak verfügt bei einem Durchschnittsalter von unter 25 Jahren allerdings auch über einen der jüngsten Kader in der KHL. Der geschasste Chefcoach machte dieser Tage in einem Presse-Interview vor allem Verletzungspech und eine zu dünne Spielerdecke für den enttäuschenden Saisonverlauf verantwortlich. Insbesondere der Ausfall von Stammtorhüter Iwan Kasutin konnte nicht aufgefangen werden und sei daher schwerwiegend gewesen, beklagte Viktor Patschkalin öffentlich. Es war eine seiner letzten Amtshandlungen.
Den Job des Cheftrainers übernimmt - zunächst noch kommissarisch - der auch als Nationaltrainer seines Heimatlandes erfahrene und durchaus erfolgreiche Slowake Frantisek Hossa. Dessen Kompetenz ist insofern unbestritten und es erscheint mehr als naheliegend, dass ihm die schwierige Aufgabe bald dauerhaft übertragen wird. Er freue sich freilich auf die große Herausforderung, erklärte Frantisek Hossa routiniert. Allerdings nicht, ohne sich zuvor Rat eingeholt zu haben: nämlich bei Landsmann Julius Shupler, der den Lokalrivalen ZSKA trainiert und SKA St. Petersburgs tschechischen Cheftrainer Milos Rhziga. Letzterer konnte gewiss besonders wertvolle Tipps geben, stand er doch selbst bei Spartak ab der Saison 2007/08 bis Oktober 2010 als verantwortlicher Übungsleiter hinter der Bande. Eventuell waren es auch diese beiden, die Hossa Senior dazu anhielten, gleich eingangs ausdrücklich zu betonen, dass alle Spieler bei null begännen und alle dieselbe Chance haben, sich neu zu beweisen. Denn beim Spieler mit der Rückennummer 81 heißt es die Vatergefühle im Zaume zu halten: Der 30-jährige Hossa-Filius Marcel war in diesem Sommer einer der namhaftesten Neuerwerbungen Spartaks und bekleckerte sich bislang mit nur 5 Toren und 7 Vorlagen (-13) in 27 Spielen auch nicht übermäßig mit Ruhm.
„Das Ziel für alle“, so Vater Hossa bestimmt, „kann nur heißen, mit harter Arbeit wieder die Play-off-Ränge zu erreichen!“ Aktuell steht Spartak Moskau in der West-Konferenz mit nur 28 mageren Pünktchen auf Rang zehn. Dynamo Riga nimmt derzeit den letzten zur Play-off-Teilnahme berechtigenden Platz acht ein und hat schon 40 Punkte auf dem Konto. Vor Frantisek Hossa und Spartak Moskau liegt ein langer, steiniger Weg.
















