Eishockey - aktuelle Schlagzeilen

16.01.2012 - 00:48

Sieg im Sechs-Punkte-Spiel

Mit 6:3 (2:1, 2:0, 2:2) gewannen die Roten Teufel Bad Nauheim das Hessenderby gegen die Kassel Huskies und halten damit einen direkten Konkurrenten nach einem „Sechs-Punkte-Spiel“ auf Dinstanz.


Vor allem das effiziente Powerplay mit drei Treffern in der ersten Hälfte ebnete den Gastgebern den Weg zum Sieg, womit die Roten Teufel alle bisherigen Derbys für sich entscheiden.

Es war von der ersten Minute an das erwartet spannende Hessenderby. Erneut ohne Lanny Gare angetreten sahen sich die Hausherren zunächst im Hintertreffen, nachdem die Huskies loslegten wie die Feuerwehr. In der dritten Minute nutzte diesen Sturmdrang Mikesz mit einem Rebound zur Kasseler Führung, als die EC-Abwehr nicht im Bilde war. Nur eine Minute später war Sikora ganz frei vor Keller, der sein Team vor Schlimmeren bewahren musste. So langsam kamen aber die Kurstädter ins Match und hatten durch Schwab in der vierten Minute die erste aussichtsreiche Gelegenheit. Es benötigte allerdings einer Husky-Strafzeit, ehe Christian Franz mit einem Blueliner in der achten Minute den Ausgleich markieren konnte. Sein erster Schuss blieb noch an einem Verteidiger hängen, der zweite saß dann aber unhaltbar für Martin Fous. Nun waren die Gastgeber im Spiel und hielten die Nordhessen in Schach, die es mit zwei Mann Forechecking probierten. Dies mündete aber in einer weiteren Strafzeit, was die Wetterauer erneut verwerteten. Wieder war es mit Alexander Baum ein Verteidiger, der von der blauen Linie aus traf. Kassel hatte im ersten Abschnitt nur noch durch Koziol (13.) eine sehenswerte Chance, doch Keller hielt reaktionsstark mit dem Schoner. Kurz vor der Pause war es Dylan Stanley, der Fous in höchste Not brachte, nachdem das Spiel merklich dem hohen Anfangstempo Tribut zollte.

Im Mittelabschnitt kassierten die Nordhessen gleich zwei Strafzeiten in Folge, die zweite gegen Engel nutzte Tobias Schwab mit einem Blueliner zum 3:1 für die Roten Teufel, was den dritten Überzahltreffer für die Wetterauer bedeutete. Die Gastgeber hatten die Huskies in der Folgezeit gut im Griff, mehr als ein Schlagschuss durch Vorel, den Keller souverän hielt, war bis dato nicht zu sehen. Stattdessen drängten die Gastgeber weiter und hatten durch Lavallee nach einem 2:1-Konter die Riesengelegenheit zum vierten Tor, doch Fous war mit Glück und Geschick zur Stelle (29.). Erst in der zweiten Hälfte des Durchgangs kam Kassel besser ins Match. Vorel traf in der 32. Minute zwar ins Netz, doch sein Treffer wurde wegen eines vorherigen Abseitspfiffs nicht gegeben. Dennoch keimte Hoffnung bei den mitgereisten ECK-Fans auf, und mitten in diese Phase traf Michel Maaßen nach einem gewonnenen Bully mit einem Rückhandschuss durch die Schoner von Fous zum 4:1 (33.). Die Huskies versuchten nun, mehr Druck zu machen, die EC-Abwehr inklusive Markus Keller stand aber souverän, so dass es mit dem komfortablen Vorsprung in die zweite Pause ging.

Im letzten Abschnitt konnte man somit die Gäste kommen lassen, was die Bad Nauheimer Abwehr sicher kontrollierte. Man wartete auf den vielleicht entscheidenden Konter, den Jannik Striepeke in der 50. Minute mit einem Rebound-Rückhandschuss abschließen konnte. Das Match schien gelaufen, auch wenn sich die Nordhessen nach wie vor nicht aufgaben. Dementsprechend sorgte Valenti mit einem fulminanten Blueliner in der 54. Minute noch einmal für Hoffnung bei den Kasseler Fans, die nur eine Minute später aber – wie das gesamte Stadion – einen der kuriosesten Treffer überhaupt miterlebten. Eine Strafe gegen die Hausherren war angezeigt, so dass Fous sein Gehäuse für einen weiteren Spieler verließ. Kassel setzte sich in der Nauheimer Zone fest und versuchte, an die blaue Linie zu passen, um eine optimale Schussposition zu erreichen. Der Blueliner verfehlte jedoch, so dass das Hartgummi bis in die Kasseler Hälfte und sogar ins leere Tor zum 6:2 für die Hausherren ging. Als Torschütze (sowie Strafzeitenverursacher) wurde André Mangold genannt, der somit sein erstes Saisontor erzielte. Das Match war demnach gelaufen, das 6:3 durch Sikora war nur noch Ergebniskosmetik. „Ich habe Nauheimer selten so stark gesehen. Vor allem das Powerplay von ihnen war stark. Das Leben geht aber weiter, und bereits am Freitag wollen wir gegen Dortmund punkten“, sagte Kassels Coach Bartman. „Wir wären auch mit einem Punkt zufrieden gewesen, nachdem wir heute unter Druck waren gegen einen direkten Konkurrenten. Die Jungs haben aber super gekämpft und sich in jeden Schuss geworfen. Das war eindrucksvoll“, äußerte sich Fred Carroll, der am Dienstag zu Hause gegen Bremerhaven im Pokal-Viertelfinale bereits wieder ran muss. Ob dann Lanny Gare und Pierre Wex wieder mitwirken können, muss jedoch abgewartet werden.

Tore: 0:1 (2:03) Mikesz (Roedger, Böhm), 1:1 (7:43) Franz (Kujala/5-4), 2:1 (11:29) Baum (Weibler, Baldys/5-4), 3:1 (23:31) Schwab (Kujala, Stanley/5-4), 4:1 (32:46) Maaßen (Kujala), 5:1 (49:09) Striepeke (Kohl, Ketter), 5:2 (53:23) Valenti (Klinge, E.Grund), 6:2 (54:22) Mangold, 6:3 (58:23) Sikora (Vorel). Strafen: Bad Nauheim 10, Kassel 10. Zuschauer: 3345.

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