Schaut man sich die Mannschaftsteile der Huskies an, ist der erste Sturm zwar herausragend, in der Breite könnten die Hessen dort aber besser aufgestellt sein. Die Defensive jedoch ist das wahre Prunkstück. Viel Qualität in Person großer Spieler sorgte auch an der Wedau dafür, dass sich den Duisburgern kaum gute Chancen boten. Den Slot hielt Kassel geschlossen. Schüsse gab es oft nur aus eher weniger Besorgnis erregenden Positionen. Und weil die Huskies vorne die Fehler der Gastgeber ausnutzen, gab es am Sieg der Schlittenhunde nichts zu rütteln.
Für die Füchse bleibt der Blick auf das Positive: Das war aber auf dem Eis nicht zu finden, eher in der Überlegung, dass das Spiel einen Tag vor Heiligabend sowie die Partie am 30. Dezember in Kassel „Testspiele unter Wettkampfbedingungen“ sind, da die Meisterrunde am 6. Januar wieder bei Null beginnt und sich beide Teams am 8. Januar erneut an der Wedau gegenüber stehen. Dann mit frischen Erkenntnissen – freilich für beide Seiten.
Die Partie begann vergleichsweise kurios. Ein kollektiver Kurzschluss in der Duisburger Defensive brachte Alexander Heinrich überraschend in die Position, das frühe 0:1 nach 53 Sekunden zu erzielen. Eineinhalb Minuten später traf Clarke Breitkreuz für Duisburg zum Ausgleich auf der kurzen Seite und erwischte Huskies-Goalie Adam Ondraschek kalt. Danach entwickelte sich ein gutes Spiel, nachdem offenbar alle Weihnachtsgeschenke verteilt waren. Duisburg hatte sogar optische Vorteile, wurde aber nicht gefährlich genug. Aber der EVD packte dann doch noch ein paar Geschenke unter den Baum: Dennis Klinge war in der neunten Minute im Slot gedeckt – eigentlich. Dennoch kam er zum Schuss und der Puck schlug zum 1:2 ein. 38 Sekunden sorgte Michael Christ mit Kassels drittem Tor für die Vorentscheidung. Noch in Powerplaystellung, vier Sekunden nach Ende der Überzahl, stand der Angreifer am rechten Pfosten frei. Das sollte auch in „Quasi-Unterzahl“ nicht passieren. Den Schlusspunkt setzte Semen Glusanok in Überzahl (28.).
Wiedergutmachung soll es aus Duisburger Sicht am 2. Weihnachtstag, 18.30 Uhr, im Ruhrderby gegen die Moskitos Essen geben. Auf dem Wunschzettel von Trainer Franz Fritzmeier steht nicht einfach nur ein Sieg, sondern ein deutlicher Erfolg. Das würden sich die Füchse-Fans gefallen lassen.
Tore: 0:1 (0:53) Alexander Heinrich (Mikesz), 1:1 (2:22) Breitkreuz (Schmidt, Gogulla), 1:2 (8:59) Dennis Klinge (Böhm, Berendt), 1:3 (19:22) Christ (Sikora, Valenti), 1:4 (27:05) Glusanok (Engel, Mikesz/5-4). Strafen: Duisburg 22, Kassel 26. Zuschauer: 865.

















