
Toreschießen kann Sean O'Connor, jetzt möchte der AEV-Kapitän noch seine Tanzschritte verbessern. Foto: Roland Krivec (www.stock4press.de)
„Ich musste mir in den letzten Tagen oft anhören, was für ein schwieriges Wochenende auf uns wartet“, erklärte Larry Mitchell, „aber keiner wollte glauben, dass jedes Wochenende schwierig ist." Und dass die Grizzlies kein leichter Gegner sein würden, war dem AEV-Coach bewusst: „Wolfsburg spielt sehr diszipliniert und das System ist nur schwer zu knacken“, so Mitchell respektvoll. Doch "nossa!" (was so viel heißt wie "Wow!"): Seine Panther haben es geschafft.
Schon im ersten Drittel gaben sich die Augsburger stark und machten in der Wolfsburger Zone Druck. Der ersten Torchance für die Fuggerstädter von Brian Roloff folgten weitere, unter anderem von Greg Moore und John Zeiler. Den Gästen gelang nur selten der Vorstoß ins gegnerische Drittel, so dass Tyler Weiman zunächst nicht viel zu tun hatte. Eine der ersten Möglichkeiten für die Grizzly Adams durch John Laliberte konnte der AEV-Goalie abwehren. Doch ehe man sich versah, landete der Puck plötzlich im Augsburger Kasten, der Treffer wurde allerdings nicht gegeben, da Schiedsichter Daniel Piechaczek vorher abgepfiffen hatte. Stattdessen klingelte es dann im Gästetor (9.) nach einem recht harmlosen Schuss von Christian Chartier, bei dem Daniar Dshunussow nicht sonderlich gut aussah. Als dann aber Steffen Tölzer die Strafbank hüten musste (Halten des Gegners), kam es durch einen Pfostenschuss von Matt Dzieduszycki beinahe zum Ausgleichstreffer. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und so sorgte schließlich John Laliberte in der 19. Spielminute für das 1:1, was auch das mittlerweile ausgeglichene Spiel widerspiegelte.
Bereits in der zweiten Hälfte des ersten Spielabschnitts zeigten die Wolfsburger ihre Stärken: Durch schnelles Kontern und perfektes Kombinieren brachte sich der Vizemeister immer besser ins Spiel, was sich im Mitteldrittel fortsetzte. Die Niedersachsen begannen gefährlich und waren immer mehr am Drücker, doch der Führungstreffer ließ erst einmal auf sich warten – bis zur 33. Spielminute, als Norm Milley schließlich Torhüter Weiman überwinden konnte. Allerdings versuchten die Schwaben, sich nicht unterkriegen zu lassen und bissen sich weiter durch die Partie, aber zunächst an den Grizzlies die Zähne aus. Doch dann dachte sich Sean O’Connor in Überzahl: „Ai se eu te pego“ (auf Deutsch: Wenn ich dich kriege), schnappte sich den Puck von Mario Trabucco und erzielte den Ausgleichstreffer (38.). Und so waren die portugiesischen Zeilen auch schon aus den Lautsprechern des Curt-Frenzel-Stadions zu hören. Denn der AEV-Kapitän hatte am Freitag den Titel von Michel Teló zum Panther-Glückssong erkoren, was sich auch in dieser Partie noch bewahrheiten sollte. Beinahe hätte es nach einem Foul von Nathan Paetsch ein weiteres Tor für die Panther gegeben. Doch Greg Moore scheiterte im Penalty am Wolfsburger Goalie.
Im Schlussabschnitt legten die Augsburger dann nach. Tobias Draxinger traf zwar nur die Querlatte, aber es war nicht zu übersehen, dass die Schwaben unbedingt das 3:2 wollten, was T. J. Trevelyan schließlich auch gelang (45.). Und während der Torschütze nach einem Stockschlag von Norm Milley (5-plus-Spieldauer) mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Eis lag, klingelte es erneut im Kasten der Gäste, Torschütze: Christian Chartier zum Zweiten (46.). Die fünf Minuten Überzahl konnten die Fuggerstädter dann zwar nicht nutzen, aber in der 57. Spielminute baute Greg Moore die Führung zum 5:2 aus. Und um nicht komplett unterzugehen, beendeten die Wolfsburger die Partie noch mit einer Schönheitskorrektur durch den Anschlusstreffer von Patrick Pohl (60.).
„Augsburg hat gekämpft und, im Gegensatz zu uns, einfach gespielt“, erklärte Pavel Gross den Panthersieg. „Und wenn die Defensive nicht richtig funktioniert, ist es schwierig zu gewinnen“, wies der Grizzly-Trainer auf die vielen Gegentore und die vermisste „Wunschdefensive“ hin. Für den AEV war das Sechs-Punkte-Wochenende jedenfalls „eine Riesensache“. Alle sind glücklich darüber“, weiß der zweifache Torschütze Christian Chartier.
Und dass Sean O’Connor nicht nur Hockey spielen kann, sondern auch als Eistänzer eine gute Figur macht, bewies er den 3.360 Zuschauern während der Ehrenrunde. Doch ganz zufrieden war der Kapitän noch nicht: „An meinen Tanzbewegungen muss ich unbedingt noch arbeiten“, so der Mann mit der Nummer 73. Übung macht den Meister, und vielleicht klappt es ja mit seinen „Moves“, wenn es am Freitag bereits erneut vor Heimpublikum wieder um drei Punkte geht – diesmal gegen die Kölner Haie.
















