Eishockey - aktuelle Schlagzeilen

23.01.2012 - 01:48

Nauheim stürmt auf Platz eins

Mit 4:2 (1:1, 2:0, 1:1) gewinnen die Roten Teufel Bad Nauheim das Rhein-Main-Derby bei den Frankfurter Löwen, was den Kurstädtern ein Sechs-Punkte-Wochenende sowie die Tabellenführung in der Endrunde der Oberliga West einbringt. Lavallee, Stanley, Schwab und Maaßen trafen für die Gäste, die von gut 1.000 EC-Fans in der Eissporthalle am Ratsweg unterstützt wurden.


Es war von Beginn an das Derby, das sich die Zuschauer erhofft hatten. Viel Action und Körpereinsatz zeigten beide Teams, doch zunächst wurden ausschließlich die Gäste vom Schiedsrichtergespann ob dessen mit Strafen bedacht: als Gare und Schwab gemeinsam in der Kühlbox saßen, fälschte Althenn die Scheibe unhaltbar für Keller nach einem Fairbarn-Schuss zur 1:0-Führung für die Löwen ab. Dieser Treffer war offensichtlich Balsam auf der – nach dem 2:3 vom Freitag in Unna – gebeutelten Frankfurter Seele, denn die Gastgeber wirkten nach einer durchwachsenen Anfangsphase nun zielstrebiger und hatten mehr Spielanteile. Allerdings kassierten auch sie einige Strafen, womit beide Seiten nicht glücklich waren mit der Spielleitung des Vier-Mann-Systems. Doch auch die Überzahlspiele konnten nicht verwertet werden, nachdem beide Abwehrreihen sehr aufmerksam agierten. Die Goalies bekamen somit im Grunde genommen nicht viel zu tun. Als in der 17. Minute die Roten Teufel ihrerseits zwei Mann mehr auf dem Eis hatten, schob Kevin Lavallee das Hartgummi nach einem Rebound von Ackers zum von den gut 1.000 mitgereisten EC-Fans umjubelten Ausgleich über die Linie. Nun waren es die Gäste, die plötzlich Druck ausübten, während die Löwen nur noch reagierten. Lavallee hätte Sekunden vor dem Pausentee gar noch die Führung markieren können, als der Kanadier ganz frei vor Ackers auftauchte, die Sirene verhinderte aber Schlimmeres für die Hausherren.

Im Mittelabschnitt beruhigte sich das ganze Spiel hinsichtlich der Strafzeiten, was vor allem dem Bad Nauheimer Spiel zugutekam, die bei 5 gegen 5 spielerisch die bessere Mannschaft waren. Die Vorteile konnten zunächst jedoch nicht in Zählbares umgemünzt werden, jedoch kam auch von den Löwen wenig im Spiel nach vorne. Es war demnach nur aufgrund des Ergebnisses spannend, nachdem sich kaum mal Torszenen ergaben. Die Roten Teufel machten es allerdings sehr clever, denn sie warteten auf Fehler der Hausherren oder auf Powerplays wie in der 32. Minute, als Mayr die einzige Strafzeit der Löwen im Mitteldrittel kassierte. In dieser Szene hatte Dylan Stanley seinen großen Auftritt, der Boris Ackers im Tor der Gastgeber mehr als nur vernarrte, indem er ihn auf dem Bierdeckel zur Bad Nauheimer Führung austanzte. Dem aber noch nicht genug: zwei Minuten später gewann Lanny Gare ein Bully vor dem Löwen-Kasten, Tobias Schwab zog sofort ab, so dass Ackers beim 1:3 sichtlich überrascht schien. Die Gäste hatten das Geschehen nun vollends im Griff, die Löwen fanden kein Rezept für das Spiel nach vorne, stattdessen wirbelten Lanny Gare und Tobias Schwab vor Boris Ackers und hatten das vierte Tor auf dem Schläger. Darüber hinaus schienen auch die Kräfte bei den Löwen nachzulassen, nachdem vor allem die vermeintlichen Leistungsträger bis dato Eiszeiten von Löwen-Coach Beddoes erhielten.

Der letzte Abschnitt begann optimal für die Gäste: nur 63 Sekunden waren gespielt, da nutzte Michel Maaßen einen feinen Pass von Kevin Lavallee zum vorentscheidenden 4:1. Die Scheibe schien schon verloren zu sein, da erkämpfte sich der Bad Nauheimer Topscorer das Hartgummmi zurück und bediente seinen Sturmpartner. Das Match war gelaufen, denn die Körpersprache der Gastgeber schien nicht verlauten, dass sie noch einmal ein Aufbäumen zeigen würden. Ganz anders die Roten Teufel, die weiter auf Tore drängten. Erst gegen Ende des Spiels kamen die Löwen noch einmal besser auf, mehr als Fernschüsse, mit denen Markus Keller keine Probleme hatte, sprangen dabei aber nicht heraus. Trotzdem wurde es noch einmal eine hektische Schlussphase: aus dem Nichts traf zunächst Mayr zum 2:4, dann erhielten die Löwen in der 58. Minute einen Penaltyschuss nach einem Schlägerwurf eines Bad Nauheimer Spielers. Fairbarn vergab aber die große Chance ob eines schwach geschossenen Penaltys, den Keller sicher entschärfte. Das Publikum und die Löwen waren nun aber wieder da, die Zeit reichte ihnen aber nicht mehr, so dass die Gäste einen verdienten Sieg mit nach Hause nehmen, der ihnen nicht nur den sechsten Hessenderby-Erfolg, sondern auch die Tabellenführung einbringt aufgrund der heutigen Dortmunder Niederlage in Duisburg.

Tore: 1:0 (3:33) Althenn (Fairbarn, Schenkel/5-3), 1:1 (16:38) Lavallee (Stanley, Gare/5-4), 1:2 (31:38) Stanley (Gare, Schwab/5-4), 1:3 (33:52) Schwab (Baum, Gare), 1:4 (41:03) Maaßen (Lavallee), 2:4 (57:07) Mayr. Strafen: Frankfurt 20, Bad Nauheim 18. Zuschauer: 6343.

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