West-Konferenz:
Es ist bislang ein „goldener Oktober“ für SKA St. Petersburg, dessen Siegeszug auch am vergangenen Wochenende anhielt. Und das obwohl am Freitag das Aufeinandertreffen beim aktuellen Champion Salawat Julajew Ufa anstand. Doch die Zarenstädter hielten sich mit einem 4:2-Sieg (1:0; 1:0; 2:2) auch in der Fremde schadlos und stürzten den schwächelnden Titelträger in noch größere Sorgen. Denn dessen Oktober-Bilanz fällt mit nun fünf Niederlagen und nur einem Sieg äußerst bedenklich aus. Maxim Afinogenow, Anton Koroljow und Patrick Thoresen brachten die Gäste bis zur 51. Spielminute mit 3:0 in Front. Dem späten Aufbäumen Ufas, das durch Treffer vom ehemaligen SKA-Kapitän Maxim Suschinsky sowie Alexander Switow noch auf 2:3 heran kam, setzte Fjodor Fjodorow zwei Sekunden vor Schluss mit seinem Schuss ins verwaiste Gehäuse ein Ende. Am Sonntag entledigte sich SKA mit einem klaren 5:1-Sieg (2:0; 2:1; 1:0) auf eigenem Eis souverän der Aufgabe gegen Awtomobilist Jekaterinburg. Herausragender Akteur in Reihen SKA's war einmal mehr Mattias Weinhandl. Der Schwede verbuchte seine Saisontore fünf und sechs. Für die Mannschaft von Chefcoach Milos Rzhiga dagegen sieht die Monatsbilanz mit sechs Siegen und nur einer Niederlage blendend aus. Nach dem Heimspiel gegen Barys Astana am Dienstag startet SKA zu einem Road Trip, auf dem es am 25. Oktober zum Divisions- und Konferenz-internen Spitzenspiel gegen Dynamo Moskau kommt (außerdem: Torpedo Nischni Nowgorod, Lev Poprad, Spartak Moskau). Im Fernduell hat die alte gegenüber der neuen Hauptstadt aber erst einmal die Nase vorn. SKA (29 Punkte) verdrängte die Moskowiter (26) an diesem Wochenende sowohl von Platz eins in der Bobrow Division als auch der West-Konferenz-Tabelle.
Ost-Konferenz:
Während es im Westen tabellarisch recht eng zugeht - den Vierten Atlant Mytischtschi (22) und den Neunten Lev Poprad (18) trennen lediglich vier Zähler -, kristallisiert sich im Osten ein Führungs-Quartett heraus. Oben thronen unverändert Amur Chabarowsk (29) und Traktor Tscheljabinsk (28) gefolgt von AK Bars Kasan (25) und Avangard Omsk (25). Dahinter klafft eine fünf Punkte betragende Lücke, wobei der aktuell fünfte Rang von Metallurg Nowokusnezk (20) nicht minder überraschend ist wie die Erfolge der beiden Erstplatzierten. Mit Champion Salawat Julajew Ufa (20) auf Rang sechs sowie Metallurg Magnitogorsk (15) auf Platz zehn und damit außerhalb der Play-off-Ränge rangierend, kommen ausgerechnet die in den letzten Spielzeiten so überaus dominanten Teams der Ost-Konferenz einfach nicht in Tritt.
Amur Chabarowsk schert das wenig und zieht unbeirrt seine Kreise: am Freitag fertigte die Mannschaft des finnischen Cheftrainers Hannu Jortikka auf heimischen Eis Witjas Tschechow mit 5:2 (1:0; 3:1; 1:1) ab. Beim nächsten Heimspiel am Sonntag gegen Sewerstal Tscherepowez ging es zumindest dem Endergebnis nach enger zu. Nach einer frühen 3:0-Führung ließ Chabarowsk den Gegner zum Ende hin zwar aufkommen, behielt mit 4:3 (3:1; 1:0; 0:2) aber letztlich doch die Oberhand. Auch wenn Chabarowsk sechs seiner bislang sieben Heimspiele gewann und die KHL-Tabelle in dieser Rubrik anführt, kann der Erfolg der Mannschaft nicht allein den geografischen Gegebenheiten geschuldet sein, welche den Gegnern die Überwindung tausender Reisekilometer und einiger Zeitzonen abverlangt. Denn in umgekehrte Richtung unterwegs sammelte Chabarowsk in ebenfalls sieben Spielen satte 11 Punkte ein. Gut funktionierende Special Teams, mit dem Slowaken Jan Lasak und 24-jährigen Homeboy Alexei Murygin ein solides Torhütergespann, eine spiel- und offensivstarke Verteidigung um den Finnen Mikko Mäenpää (4 Tore/6 Vorlagen) und erst 22-jährigen Russen Alexander Osipow (6/2), sowie im Sturm die beiden 26-jährigen Tschechen Petr Vrana (6/8) und Jakub Petruzalek (6/12) als zuverlässige Scorer, bilden die Korsettstangen des Überraschungsteams aus dem tiefen Osten Russlands. Und nichts deutet im Moment darauf hin, dass der Lauf der Mannschaft, die ohne vermeintliche Top-Stars auskommt, bald ins Stocken geraten könnte.

















