
Dem HK Jesenice (in Rot; hier in einem Spiel gegen den EC Red Bull Salzburg) droht das Aus in der EBEL. (Foto: GEPA pictures/ Wolfgang Jannach)
Der Präsident der EBEL, Dr. Karl Safron, sowie der Vizepräsident des ÖEHV, Peter Schramm, fordern die Red Steelers bis Sonntag, 22. Januar, 14 Uhr auf, fünf schriftliche Bestätigungen vorzulegen.
Im Einzelnen handelt es sich um eine Bestätigung, dass der Verein bzw. der Sponsor alle notwendigen Ressourcen hat, um die finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Trainer und den Spielern nachzukommen. Dass die notwendige Ausrüstung zur Verfügung steht. Dass alle Dienstleistungen für die Gästeteams organisiert sind. Dass die Spiele in der Halle reibungslos ablaufen (medizinische Betreuung, Wachpersonal). Und dass der Cheftrainer und die Verantwortlichen sich bereit erklären, jedes Spiel in der Zwischenrunde zu beenden.
Kann man diese Forderungen nicht erfüllen, droht dem Club noch vor Beginn der Zwischenrunde aus dem Ligabetrieb ausgeschlossen zu werden. Österreichische Ligaexperten gehen nicht davon aus, dass man diese Nachweise erbringen kann.
Mit dieser Maßnahme reagieren die Ligaverantwortlichen offensichtlich auf die nicht abreißenden massiven finanziellen Probleme der Red Steelers. Bereits mehrfach verlor der Club Spieler aufgrund ausbleibender Gehaltszahlungen. Im November letzten Jahres verließen sieben Spieler, darunter auch der Ex-Kölner James Sixsmith das Team, im Dezember waren es zwei und seit Januar weitere drei. Letzte Saison stand der Krefelder Rok Ticar noch im Kader von Jesenice und bildete mit Ziga Jeglic und Robert Sabolic ein Trio Infernale. Aktuell besteht der HK Jesenice, mit einem Altersdurchschnitt von etwas über 22 Jahren, nur noch aus einer verstärkten Nachwuchsmannschaft und Stadtauswahl. Mit Nik Pem muss sogar eine 16-Jähriger aushelfen. Gerüchten nach sollen nun auch die letzten verbliebenen Kontingentspieler ihren Abschied vorbereiten und sich nach Alternativen umsehen.
Bereits vor zwei Tagen trat Clubchef Slavko Kanalec zurück, begründete das jedoch mit „Meinungsverschiedenheiten und Missverständnissen vor allem einigen Anhängern“. Über die wirtschaftlichen und finanziellen Bedingungen des Clubs sagte er: „Auch in Zeiten des Wirtschaftswachstums bleibt die Absicherung der Finanzen eine große Herausforderung.“
Der HK Jesenice belegt abgeschlagen den elften und letzten Platz der laufenden EBEL-Saison. Zu den größten Erfolgen der Clubgeschichte gehören 23 jugoslawische Meistertitel, neun slowenische Meistertitel sowie zwei Meistertitel der Interliga.
UPDATE:
Eigentlich wäre die Frist am heutigen Sonntag um 14 Uhr abgelaufen. Nachdem sich aber Jesenices Bürgermeister Tomaž Mencinger eingeschaltet hat, gewährte man den Slowenen eine Verlängerung dieser Frist bis 19 Uhr. Um 16 Uhr fand eine Krisensitzung statt, über deren Ergebnisse bisher nichts bekannt wurde. Doch auch die Frist bis 19 Uhr lief ohne Entscheidung ab. Um dem Club noch einmal die Gelegenheit zu geben mit den Banken zu sprechen, bekam der Club nun eine weitere Verlängerung der Frist bis morgen.
Slowenischen Medienberichten zufolge konnten seit Oktober keine Spielergehälter mehr bezahlt werden. Zudem soll man den verbliebenen Spielern heute Vormittag mitgeteilt haben, dass sie den Club verlassen können. Bereits gestern hat das Kapitän Andrej Tavzelj getan, er wird mit HK SKP Poprad in Verbindung gebracht. Verteidiger Klemen Pretnar und Torwart Gasper Kroselj sollen mit dem dänischen Club AaB Ishockey bereits einen neuen Arbeitgeber gefunden haben. Ebenso will Stürmer Antti Pusa schnellst möglich Jesenice verlassen. Weitere Spieler werden wohl folgen.


















