„Wir haben ein hockklassiges Eishockeyspiel gesehen. Beide Teams zeigten Charakter und Siegeswillen“, blickt Larry Mitchell auf die Partie zurück. Und auch Adler-Coach Harold Kreis findet: „Es war ein umkämpftes und faires Spiel“, das zunächst mit einem Schock für die Gastgeber begann:
Erster Angriff – erstes Tor
Denn bereits nach 17 Spielsekunden gingen die Mannheimer in Führung – durch einen Treffer von Ken Magowan, der freie Sicht auf das Augsburger Tor hatte und abzog. Die Schwaben versuchten nun, total von der Rolle, wieder Anschluss zu finden. Und da kam die erste Strafe für die Gäste (7.) gerade richtig. Richard Gelke musste aufgrund eines Hohen Stocks in die Kühlbox. Zwar blieb das recht ansehnliche Powerplay der Panther ohne Erfolg, doch der AEV hatte sich von nun an im Griff und setzte die Kurpfälzer unter Druck. Allerdings vergab Kapitän Sean O’Connor eine Riesenchance, indem er den Puck knapp an Brathwaites Tor vorbeischoss. Die Adler kamen in der Zwischenzeit gar nicht mehr zum Zug, sondern heimsten stattdessen weitere zwei Minuten ein: Diesmal war es der Torschütze des Führungstreffers, Ken Magowan, der sich im eisigen Curt-Frenzel-Stadion noch mehr abkühlen „durfte“. Aber kaum hatte der Stürmer seine Zeit abgesessen, schnappte er sich sogleich den Puck und fuhr direkt auf Tyler Weiman zu. Doch der AEV-Goalie parierte. Es folgten weitere Strafen auf beiden Seiten, bis in der 20. Minute den Panthern schließlich in Überzahl der Ausgleich gelang, Torschütze: Mario Trabucco mit einem Schlagschuss.
Mit Kampfgeist auf der Überholspur
Im Mittelabschnitt waren zunächst die Mannheimer am Drücker. Doch sowohl die Adler als auch die Schwaben versuchten, sich auf ihre Art durchzubeißen – so auch Mike Glumac, der Tyler Weiman ausspielte und zum 2:1 traf (29.) Doch die Panther ließen sich nicht unterkriegen und folgten zwei Minuten später (31.) mit dem erneuten Ausgleichstreffer durch Chad Bassen. Und da alle guten Dinge bekanntermaßen drei sind, setzte Brian Roloff noch eins drauf, indem er in der 35. Spielminute auf 3:2 erhöhte. Fred Brathwaite streifte zwar noch den Puck, doch die Hartgummischeibe fand letztendlich den Weg ins Tor. So schaffte es der AEV erneut, seine Fehler durch Kampfgeist und Motivation wieder wettzumachen – eine Stärke, die das Team von Larry Mitchell bereits die ganze Spielzeit über ausmacht.
Spannung, Spiel und eine kaputte Scheibe
Im letzten Drittel wurde es dann fast ein wenig dramatisch: Einer kaputten Scheibe (nach einem Check) folgte ein Chaostor der Adler Mannheim. Der Puck, den Tyler Weiman so gut wie sicher hatte, kullerte am AEV-Goalie vorbei über die Torlinie (54.). Es war erneut Ken Magowan, der traf. Und so hieß es nach Ablauf der regulären Spielzeit 3:3, so dass sich die 4.172 Zuschauer auf eine Verlängerung einstellen durften. Die Overtime lief genau wie das Schlussdrittel ab: Spannung, Action und eine selbstbewusste Panther-Mannschaft, aber diesmal keine Tore – auch nicht, als die Adler eine lang diskutierte Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis hinnehmen mussten.
So kam es an diesem Freitag, den 13., zum Äußersten: dem Penaltyschießen, das Augsburg relativ schnell für sich entscheiden konnte, nachdem zwar zunächst Mario Trabucco nicht verwandelte, es ihm die Mannheimer Mike Glumac und Yanick Lehoux aber gleichtaten. Chad Bassen und Kapitän Sean O’Connor trafen allerdings, so dass die Partie mit 4:3 und zwei Punkten an die Schwaben ging.
Drei Auswärtspunkte müssen her
Und so konnten die Panther die vierte Saisonniederlage gegen die Adler abwenden. Vor allem die letzte Heimpleite gegen die Kurpfälzer hatten die AEV-Jungs noch in guter Erinnerung, als Mannheim die Partie ab Mitte des letzten Drittels drehte: „Wir sind diesmal mit einer anderen Einstellung ins Spiel gegangen, dass so etwas nicht nochmal passiert“, erklärte Patrick Seifert, der wie sein Trainer nach der genommenen Penalty-Hürde nun endlich die ersten drei „nichtheimischen“ Punkte erwartet – ebenso Tobias Draxinger, der mit dem Sieg nicht ganz so zufrieden war: „Ich hätte lieber drei statt zwei Punkte gehabt“, gibt der Verteidiger zu.
Doch Larry Mitchell sieht es positiv: „Besonders gefreut hat mich, dass im Penaltyschießen die Leute getroffen haben, die sonst nicht treffen“, gesteht der AEV-Coach, der jetzt auf den nächsten Schritt hofft. „Die kleine Serie ist beendet“ und nach dem ersten Penalty-Sieg der Saison soll nun auch die „große Serie“ am Sonntag in Krefeld ein Ende nehmen, wenn erneut der erste Auswärtsdreier angegangen wird.



















