Alles ist möglich

Hannover, 3.September 2009

­Das ist Neu 2009/10

Bei den Torhütern gab es einen Kompletttausch. Mit Dimitri Pätzold und Alexander Jung haben beide Torhüter den Verein verlassen. Dafür konnte mit Levente Szuper der ungarische Nationaltorwart verpflichtet werden, der trotz seiner erst 29 Jahre schon jede Menge internationale Erfahrung aufweist. An guten Tagen ein Top-Keeper, an etwas schlechteren eine Wundertüte. Man darf gespannt sein. Zweiter Neuzugang auf der Torhüterposition ist sogar ein aktueller deutscher Meister. Von den Eisbären Berlin wechselte Youri Ziffzer an die Leine. Der 22jährige will sich mit guten Leistungen den Status der Nr. 1 erkämpfen. Das Talent dazu hat der ehemalige Berliner allemal.

Von den Landshut Cannibals wechselte Ben Cottreau an die Leine. Der 24jährige Kanadier, im Vorjahr mit 62 Punkten bester Scorer der Niederbayern in der 2. Liga, könnte sich als guter Ersatz für Eric Schneider herausstellen. In der Vorbereitung glänzte er jedenfalls nicht nur durch gute Skaterqualitäten, sondern auch durch eine exquisite Wendigkeit. Auch die zweite Neuerwerbung kommt aus der zweiten Bundesliga und hat Perspektive. David Wolf. Der Düsseldorfer wechselte von dem DNL-Team in Mannheim nach Crimmitschau, bestritt dort in zwei Jahren 120 Spiele, und wagt nun den nächsten Karriereschritt in die DEL. Den größten Sprung jedoch wagte Marvin Krüger. Vom Regionalligisten ECC Preussen Berlin direkt zu einem DEL-Ligisten. Der talentierte Stürmer wird sich womöglich erst einmal beim Kooperationspartner Bremerhaven durchsetzen müssen.

Das muss besser werden

Die Defensive könnte das große Manko der Scorpions in dieser Saison werden. Hauptaugenmerk ist dabei nicht einmal die Qualität sondern die Quantität, denn nach den Abgängen von Oscar Ackeström und Dan Lambert gibt es gerade einmal sieben Verteidiger im Team. Der „Not“ gehorchend wurde dabei in der Vorbereitung Thomas Dolak, immerhin mit 49 Scorerpunkten in der letzten Saison drittbester Scorpions-Scorer, zum Verteidiger umgepolt. Eine Lösung, die in der Vorbereitung gut funktionierte. Die anderen Verteidigerpärchen sind eingespielt und sollten  nicht nur vor dem eigenen Tor aufräumen können sondern auch offensiv von der blauen Linie Duftmarken setzen können. Hier ist natürlich Sascha Goc zu nennen, dem in der vergangenen Saison 28 Tore (neuer Ligarekord) gelangen und Nationalverteidiger Andre Reiß. Der Sohn von Pferdeturm-Legende Siggi Reiß erzielte letztjährig starke 21 Scorerpunkte. Niki Goc, dem zum Ende der Saison der Sprung zur Weltmeisterschaft gelang, dürfte seinen Stammplatz im Team sicher haben. Mit Patrick Köppchen, Rainer Köttstorfer und Aris Brimanis stehen weitere gestandenen Defender im Kader, wobei Köttstorfer die nächsten Wochen aufgrund eines Mittelfußbruches vorerst ausfällt.

Das könnte passieren

Vizemeister nach der Vorrunde, im Halbfinale in der Meisterschaft ausgeschieden und das Pokalfinale erreicht - die vergangene Saison ist schwer zu toppen. Trainer Hans Zach weiß um die Schwere der Aufgabe und geht sie mit seiner typischen Art an: Mit hartem Konditionstraining und einer Vielzahl von Spielen in der Vorbereitung, bei der nur wenige von der leichten Sorte war. Selbst das Spiel gegen den Lokalrivalen und Neu-Zweitligisten Hannover Indians, das mit 4:2 gewonnen werden konnte, verlangte den Mannen von Expo Plaza, auch aufgrund des vorangegangenen Turniers in der Schweiz, alles ab. Nach den finanziellen Querelen im Sommer, und einer entsprechenden Etat-Kürzung auf knapp 5 Millionen Euro ging auch der Kelch an der Profitruppe nicht vorbei. Alle Spieler erklärten sich bereit, auf Teile ihres Gehaltes zu verzichten, mit der Möglichkeit, bis zum 31.8. den Verein wechseln zu können. Zum Glück und zur Freude von Hans Zach nutzte diese Gelegenheit nur ein Spieler, dieser war allerdings mit Eric Schneider auch gleich der Topscorer der vergangenen Spielzeit. Ihn zog es zu den Frankfurt Lions und es wird sicherlich nicht leicht sein, ihn zu ersetzen.

Das Fazit

Die Hannover Scorpions gelten bei einigen Experten als Geheimtipp. Lediglich der Abgang von Schneider riss ein qualitatives Loch in die Mannschaft. Wie stark das Team bereits ist, zeigte die Vorbereitung, als lediglich ein Spiel beim Vorbereitungsturnier in der Schweiz verloren wurde. Die Equipe ein eingeschworener Haufen, kennt sich gut und hat mit Hans Zach einen ausgezeichneten Motivator an der Bande. Wenn alles gut läuft, der Saisonstart nicht vergeigt wird und das Verletzungspech nicht wieder gnadenlos zuschlägt, dann sollten für die Scorpions als Minimum die Playoffs im Bereich des Möglichen liegen.

Manfred Schneider

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