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Alle guten Dinge sind manchmal doch Drei?Mannheim, 3.September 2009
Es ist der dritte Anlauf nach dem Double 2007, der am Ende nach Meisterschaft schmecken soll. Es wurde in der Sommerpause und wahrscheinlich schon viel früher einiges dafür getan, um die fünfte Saison in der SAP Arena erfolgreich zu gestalten; eine der besten Adlermannschaften der letzten Zeit, vorerst auf dem Papier, tritt dieses Jahr um die Meisterschaft an. Im Detail : Freddy Brathwaite hat einen jungen Back up bekommen, Lukas Lang, der in Duisburg schon viel Eiszeit und Erfahrung sammeln konnte und ein ausgezeichneter Goalie ist, wie wir in Mannheim auch schon feststellen durften. Er macht seinem Vater im Tor alle Ehre und wird von Brathwaite sich dazu noch einiges abschauen und sich sicher in Mannheim weiterentwickeln können. Zu Fred Brathwaite ist nicht viel zu sagen: kann er seine Vorjahresform konservieren und Lukas Lang ihm einige Einsätze abnehmen, damit er nicht überspielt ist, wird er die gewohnt exzellente Bank im Adlertor sein. Die Verteidigung hat mit Mario Scalzo - dem wahrscheinlich nur seine Körperlänge an einer NHL Karriere hindert, Jame Pollock, dessen Statistiken immer eine gewisse Eingewöhnungsphase attestieren - zwei absolute Kreativspieler mit gutem Schlagschuss für die blaue Linie verpflichtet. Das, was letzte Saison so dringend gefehlt hat. Mit Chris Schmidt und Andy Hedlund hält Abgeklärtheit, die nötige Härte, Spielübersicht und ein guter Aufbaupass Einzug. Alle Blueliner ergänzen sich gut als Rechts – und Linksschützen. Der aus Boston zurückgekehrte Denis Reul wird sich erst beweisen müssen und wollen und bei kontinuierlicher Weiterentwicklung vielleicht in die Rolle eines McGillis schlüpfen können. Zusammen mit den bei den Adlern noch unter Vertrag stehenden Verteidigern hat sich die Defensive in ihrer eigentlichen Rolle, sowie in punkto Schnelligkeit, Technik und in offensiver Hinsicht deutlich verstärkt. Dass einige der hochgelobten Stürmer in der letzten Saison nicht so scorten, wie man es von ihnen erwartete, hatte wohl wie immer mehrere Gründe. Einer davon mag wohl die Spielweise bis zu den Play-offs gewesen sein, welche die Eishockeyantwort auf das italienische Cattenaggio war - man Profi hin, Profi her dabei das scoren verlernte und dann die Lust verlor, der Spaßfaktor einfach wegfiel. (Die Reihenfolge soll sich der werte Leser selbst aussuchen.) Dass es geht, hatte man mehr als ansatzweise in den Play-offs gesehen, die - an dem davor gemessen - sehr gut waren. So liegt es wohl doch mit an dem Spielsystem, dass ein Knipser scort, wenn man ihn lässt. Ein (Dave) King an anderer Stätte lehrt dies mittlerweile wieder. Aber die Adler haben ja einen neuen (Scott) King, der das jetzt wie in Nürnberg letzte Saison, bei uns zeigen kann. Dass er so ganz anders spielt, wie sein Vater trainiert und das zwar zeitlich versetzt beides in Mannheim, gibt dem ganzen vielleicht eine besondere Note. Sei es, wie es sei, Mannheim hat auch in diesem Bereich kräftig nachgebessert, ja kann man hier fast von einem Schnitt sprechen. Die Reihe um Rückkehrer Nathan Robinson, Francois Methot und Nationalspieler Yannic Seidenberg (der auch schon in Mannheim spielte) hat schon eindrucksvoll demonstriert, dass sie so manche gegnerische Mannschaft nachhaltig verwirren kann mit ihrer filigraner Technik und Kreativität zusammen mit der Power eines Yannic Seidenberg. Andere, wie Justin Papineau und Scott King sind Könner ihres Fachs und machen die Sturmreihen der Adler unberechenbar, die Verantwortung / Freude am scoren wird auf viele Schultern verteilt. Mit dieser Tiefe ist jede Reihe in der Lage Tore zu schießen und Spiele zu entscheiden. Zusammen mit den „ alten“ Recken sieht das nach einer gelungenen Mischung aus, die - wenn sie ihr Können aufs Eis bringt - ein gewichtiges Wort beim Kampf um die Meisterschaft mitreden wird. Das Ganze in Szene setzten soll ein ebenfalls neuer Trainer – Doug Mason. Sein Tun wird natürlich vor allem von der Fangemeinde erst einmal kritisch beäugt werden. Schon allein deswegen, weil er der Trainer der Kölner Haie war und Wechsel zwischen diesen beiden Mannschaften immer noch etwas Besonderes sind. Was anders sein wird ist die Spielweise der Adler. Man konnte bereits erkennen, dass hier offensiver und aggressiver auf dem Eis zu Werke gegangen wird, ebenso, wie er mit den Spielern umgeht unterscheidet sich deutlich von der aristokratischen, distanzierten Art eines Dave King. Doug Mason wirkt impulsiv, geht auf die Spieler zu, ist mit Herzblut dabei, eben mittendrin, eigentlich Mannheim Art. Er verteilt keine Vorschusslorbeeren, wird wohl auch keine Starallüren zulassen, jeder Spieler muss zeigen was er kann, nicht zuletzt anerkennt er Geleistetes für einen Verein, dass sich wohl niederschlägt in der Wahl seines verlängerten Arms auf dem Eis - Colin Forbes und seiner Assistenten Butenschön und Arendt. Lässt man ihn in Ruhe arbeiten in der Hockeytown Mannheim, bekommt man sicher das Spektakel zu sehen, dass die Fangemeinde so liebt und die auch mal eine Niederlage wegsteckt, wenn das Spiel mit Kampf und Leidenschaft geführt wurde. Gerd Kositzki Service: weitere Schlagzeilen 4.September 2009 Der große Hockeyweb DEL-Teamcheck Team für Team: Was ist neu? Was muss besser werden? Was ist möglich? Jetzt in unserer Teamcheck-Rubrik!... 3.September 2009 |
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