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Vieles ist neuKrefeld, 3.September 2009
Wenn sich ein Team lediglich mit zwei „erwachsenen“ und ein paar jungen Cracks ergänzt, dazu nur einen einzigen Leistungsträger abgibt, kann man kaum von einem Wechsel in der Philosophie bzw. Spielanlage sprechen. Mit Verteidiger Allan Rourke, dem in Ingolstadt die Rolle eines Sündenbocks für das schlechte Abschneiden der Oberbayern zugeteilt wurde, sowie dem Angreifer Rob Globke, der in der Vorsaison im dänischen Frederikshavn seine Semmeln verdiente, ist die Zahl der Neuzugänge vorbildlich niedrig gehalten worden. Dazu kommen als Pinguin-Neulinge neben dem Landshuter Verteidiger die beiden Ex-Mannheimer DNL-Youngster Marcel Noebels und Jan-Niklas Pietsch ins Rheinland. Ganz neu dagegen ist der verantwortliche Mann an der Bande. Der 39-jährige Martin Jiranek steht nicht nur als Nachfolger von Erfolgstrainer Igor Pawlow im Rampenlicht, sondern hat zuvor noch nicht als Headcoach gearbeitet. Seine Erfahrung als Übungsleiter ist mehr als bescheiden. Ein Jahr unter Andreas Brockmann bei seinem alten Klub Nürnberg Ice Tigers ist alles, was der Sohn tschechischer Kanada-Einwanderer zu bieten hat. Jiranek, einst ein Idol in der Frankenmetropole, ist ein Mann der leisen Töne. Akribische Videoanalysen sind sein bevorzugtes Arbeitsmittel. Außerdem braucht er viel Zeit für Einzelgespräche, was von seinem Vorgänger Igor Pawlow nicht gesagt werden konnte. Inwieweit sich Jiranek jedoch von seinen Schützlingen in die Arbeit hineinreden lässt, muss abgewartet werden. „Demokratie ist etwas Schönes“, so vor einigen Tagen noch ein erfahrener Kämpe, „doch im Eishockey ist diese Einrichtung fehl am Platze.“ Viel Neues haben die Krefelder Zuschauer jedoch trotz des Trainerwechsels nicht zu erwarten. Vielleicht steht die vom Trainer avisierte Kreativität mehr im Vordergrund, was man in den Testspielen bisher aber nicht beobachten konnte. Die wichtigste Frage bei den Linksrheinischen: Sind aller guten Dinge sogar vier? Ist mit der Verpflichtung von Martin Jiranek nach Teal Fowler, Jiri Ehrenberger und eben diesem Pawlow den Verantwortlichen erneut ein guter Griff mit einem DEL-Neuling gelungen? Das Wohl und Wehe des Teams hängt von der Beantwortung dieser Frage ab. Das muss besser werden Jeder, der auch nur peripher etwas von den Rheinländern gehört hat, weiß, dass sie trotz hervorragender Kritiken in der Vorsaison im Überzahlspiel regelrecht versagten. Eine einleuchtende Lösung hat auch Martin Jiranek noch nicht gefunden. Zwar wurde in der Testphase hin und wieder ein Powerplaytor erzielt, aber die ganz große Offenbarung bleib bisher aus. Einen Stürmer zusätzlich an die blaue Linie als Alternative zu beordern, hat der Coach bisher vermieden. Warum auch? Scharfschützen in der Abteilung Defensive gibt es zuhauf, allen voran die beiden slowakischen Routiniers Richard Pavlikovsky und Dusan Milo. Auch die Frage des Ersatztorwarts ist längst nicht geklärt. Danijel Kovacic, durchaus ein Talent, hat in der Vorsaison zuwenig zwischen den Pfosten gestanden und hofft inbrünstig, dass er wenigstens in der zweiten Liga bei Juniorpartner Landshut zum Zuge kommt. Überzeugt hat der junge Deutsch-Kroate trotz aller Bemühungen in der Testphase nicht, obgleich er beim Turnier in Sosnowiec mit seiner Parade in der letzten Sekunde des Spiels um Platz drei sein Team vor einer totalen Blamage bewahrte. Das könnte passieren Geschäftsführer Wolfgang Schäfer drückt es klar und unmissverständlich aus: „Die sportliche Leitung wird am Erreichen des Halbfinals gemessen.“ Hier scheiden sich die Geister bzw. die Vertreter zweier Fraktionen. Die einen sehen die Vorsaison immer noch als eine Art positiver Überraschung, ja Sensation an und prognostizieren lediglich einen Platz in der Qualifikation. Die anderen sind der Meinung, dass sich das Team in der anstehenden Spielzeit noch erfolgreicher präsentieren muss. Als Grund für diesen Optimismus soll die sportliche Entwicklung der jungen Cracks, mit welchen das Team regelrecht gespickt ist, herhalten. Die Schwarz-Gelben und ihr Trainer brauchen jedenfalls einen guten Start, um vom Druck befreit zu werden, der auf ihnen von Anfang an lastet. Ganz wichtig ist jedoch die Tatsache, dass sich kein Neuling auf die europäischen Maße einstellen muss. Das Fazit Die jungen Pinguine haben ein Jahr an Erfahrung gewonnen und sind sicherlich in der anstehenden Saison gefährlicher als zuvor. Im Tor steht mit Scott Langkow ein Keeper, der trotz seines Debüts auf europäischen Eisflächen bereits in der vorigen Spielzeit eine gute Leistung abgeliefert hat, mitunter der Fels in der Brandung war und dazu noch eine enorme Ruhe ausstrahlte. Es ist daher kaum anzunehmen, dass der Kanadier schwächer geworden ist. Mit der Hereinnahme von Verteidiger Allan Rourke dürfte der Weggang von Jean-Francois Fortin kompensiert worden sein. Der Sturm wird kaum etwas von seiner Durchschlagskraft eingebüßt haben. Neuzugang Rob Globke zeigte, dass mit ihm zu rechnen ist, auch wenn es bei der Verteilung von Strafminuten geht. Es bleibt bei der großen Frage: Was kann Coach Martin Jiranek der Mannschaft vermitteln? In der Testphase lief vieles längst nicht so wie erhofft, auch wenn einige Optimisten schon die Handschrift des neuen Bandenchefs zu erkennen glauben. Sollte Jiranek die Sache schnell in den Griff bekommen und die Truppe vom Verletzungspech verschont bleiben, könnte sogar das Halbfinale winken. Wenn nicht, droht sogar ein Scheitern in der Qualifikation bzw. eine Nichtteilnahme an dieser. Service: weitere Schlagzeilen 4.September 2009 Der große Hockeyweb DEL-Teamcheck Team für Team: Was ist neu? Was muss besser werden? Was ist möglich? Jetzt in unserer Teamcheck-Rubrik!... 3.September 2009 |
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