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Schweden ist WeltmeisterEntscheidung im Penaltyschießen

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Das Finale begann mit flottem Tempo – und Chanen auf beiden Seiten. Nur Tore fielen im ersten Drittel nicht. In der fünften Minute prüfte Kanadas Colton Parayko erstmals Henrik Lundqvist im Tor der Tre Kronors. Doch auch die Schweden ließen sich nicht lumpen – Joakim Nordström nahm eine Vorlage direkt, scheiterte jedoch am Goalie der Ahornblätter, Calvin Pickard. Kurz darauf hatte Elias Lindholm die nächste Chance der Schweden, weil Mike Matheson in Sekundenschlaf verfiel und seinen Gegenspieler entwischen ließ. Gerade in den beiden Überzahlsituationen des ersten Abschnitts erarbeitete sich Schweden ein Schussübergewicht. Dennoch kam Kanada am nächsten an einen Torerfolg heran, als Mark Scheifele den Pfosten traf (10.). Auch Brayden Point versuchte es aus aussichtsreicher Position, scheiterte aber an Lundqvist (17.).

Und das Geduldsspiel ging in den mittleren 20 Minuten weiter. Beide Teams neutralisierten sich auf hohem Niveau gegenseitig, spielten in der Defensive ausgesprochen aufmerksam. Und wenn es nicht anders ging, stand den Torhütern auch mal das Glück zur Seite. So knallte ein Schuss von Jeff Skinner in Überzahl erst an die Schoner von Lundqvist und von dort an den Pfosten. Ohnehin versuchten es die Kanadier in dieser frühen Powerplay-Situation häufig, doch nochmal Skinner und Mark Scheifele fanden keinen Weg vorbei an Lundqvist. Die Kanadier waren nun besser im Spiel, hatten mehr Scheibenbesitz. Die erste nennenswerte Entlastung gelang Gabriel Landeskog in der 29. Minute. Drei Minuten später verzog John Klingberg in Überzahl aus guter Position für Schweden. Als es bereits nach einem ebenfalls torlosen zweiten Drittel aussah, passierte etwas, das – hätte es sich im Fußball ereignet – ein Fall für die „Kacktor“-Rubrik von Zeiglers wunderbarer Welt des Fußballs gewesen wäre: In Überzahl vertändelte der Kanadier Ryan O’Reilly die Scheibe. Im daraus entstehenden Chaos drosch Victor Hedman den Puck irgendwie in Richtung kanadisches Tor. Das Spielgerät hoppelte auf Goalie Calvin Pickard zu, der das kleine Stück Hartgummi durch die Beine rutschen ließ. Und das auch noch 20,8 Sekunden vor der Pausensirene.

Wäre das WM-Finale durch dieses Chaos-Tor entschieden worden, hätte sich das Ryan O’Reilly wohl für eine verflixt lange Zeit anhören müssen. Was macht man also dagegen? Am besten selbst den Ausgleich erzielen. In einer weiteren Überzahl zu Beginn des dritten Drittels zog Mitch Marner von der blauen Linie ab; den Rebound erwischte O’Reilly, der den Puck über Lundqvist hinweg zum 1:1 ins schwedische Netz beförderte. Nach einer packenden Overtime entschied Nicklas Bäckström das Penaltyschießen.

Tore: 0:1 (39:39) Hedman (4-5), 1:1 (41:58) O´Reilly (Marner, MacKinnon/5-4), 1:2 (80:00) Bäckström (entscheidender Penalty).

Strafen: Kanada 10, Schweden 8.

Zuschauer: 17.363.

In stillem Gedenken an den früheren Nationaltorhüter Robert Müller, der am 21. Mai, dem Tag des Finalspiels, vor acht Jahren verstarb und im Logo der Eishockey-Weltmeisterschaft 2017 in Köln und Paris verewigt wurde.

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