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„Wenn wir weiterhin hart arbeiten, sehe ich uns auf dem richtigen Weg“Stürmer Richard Gelke von den Heilbronner Falken im Interview

Richard Gelke sieht die Heilbronner Falken auf dem richtigen Weg. (Foto: Ulrike Freier)Richard Gelke sieht die Heilbronner Falken auf dem richtigen Weg. (Foto: Ulrike Freier)
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Während Ihrer Zeit bei den Adlern Mannheim haben Sie bereits von 2010 bis 2013 als Förderlizenzspieler für die Falken gespielt. 2015 sind Sie nach Heilbronn zurückgekehrt und spielen nun, auch nach zwei Jahren Abstiegskampf, das dritte Jahr in Folge für die Falken. Warum haben Sie sich erneut für Heilbronn entschieden?

Richtig, ich durfte ja schon zu Jungadler-Zeiten einige Spiele für Heilbronn absolvieren, die Falken waren somit mein erster Profiverein. Heilbronn ist inzwischen zu meiner zweiten Heimat geworden und auch wenn es die letzten Jahre sportlich nicht so optimal gelaufen ist, geht es in Heilbronn meiner Meinung nach in die richtige Richtung.

Letzte Woche stand Heilbronn erstmals in dieser Saison auf einem Pre-Play-off-Platz, das Tabellenmittelfeld ist in greifbarer Nähe. Neben den Siegen gegen direkte Konkurrenten wie die Lausitzer Füchse und Bad Nauheim konnte man auch gegen den Tabellenvierten aus Dresden gewinnen. Was hat sich in den letzten Wochen verändert?

Wir haben auch in den ersten Spielen nicht schlecht gespielt, allerdings haben wir unsere Leistung nie konstant über 60 Minuten abgerufen. Das hat uns viele Punkte und Siege gekostet. In den letzten Wochen haben wir uns gesteigert und Wege gefunden, sowohl Führungen über die Zeit zu bringen, als auch nach einem Rückstand zurückzukommen und das Spiel für uns zu entscheiden. Auch unser Unterzahlspiel hat sich verbessert, das kann auch mal den Unterschied ausmachen. Am vergangenen Wochenende hat es leider nicht geklappt, aber wenn wir weiterhin hart arbeiten und die kleinen Dinge richtigmachen, sehe ich uns auf dem richtigen Weg.

Nach vier Jahren Play-downs soll der Abstiegskampf in diesem Jahr auf jeden Fall ohne Heilbronner Beteiligung stattfinden, die Erwartungen an die Mannschaft sind groß. Was ist Ihrer Meinung nach in dieser Saison möglich?

Das ist richtig. Wir wollen auf jeden Fall in die Play-offs. In den Play-offs kann dann vieles möglich sein. Allerdings wollen wir jetzt von Spiel zu Spiel schauen und uns kontinuierlich steigern.

Was ist Ihre Aufgabe im Team und welche Erwartungen haben Sie an sich selbst? In letzter Zeit konnten Sie beinahe in jedem Spiel punkten. Ist das für Sie von Bedeutung oder worauf konzentrieren Sie sich stattdessen?

Ich will ehrliches Eishockey spielen und Energie in unser Spiel bringen. Ich denke, meine Leistung wird weniger an Toren oder Vorlagen gemessen. Ich freue mich auch, wenn ich in Unterzahl Schüsse blocken kann. Unser gesamtes Team hat sich in den letzten Spielen gesteigert, alle machen einen guten Job. Es ist wichtig, dass wir als Team erfolgreich sind, dann kommt auch der persönliche Erfolg.

Trotz allem gehört das Verlieren im Sport immer dazu. Wie gehen Sie mit einer Niederlage um? Denken Sie viel darüber nach oder versuchen Sie, direkt wieder nach vorne zu blicken? 

Niederlagen sind nie schön. Da ich sehr selbstkritisch bin, denke ich nach einem Spiel noch viel über verschiedene Situationen nach. An Spieltagen schlafe ich meistens erst spät ein. Am nächsten Tag wird der Fokus aber direkt wieder auf die kommenden Aufgaben gesetzt.

Euer Coach Gerhard Unterluggauer war bis letztes Jahr selbst noch aktiver Spieler. Inwiefern beeinflusst das seine Arbeitsweise in der jetzigen Funktion als Trainer?

Luggy geht mit einer ruhigen Art und Weise an die Arbeit. Er ist auch neuen Ideen gegenüber offen und hat einen modernen Trainerstil. Da er lange Zeit selbst auf dem Eis stand und ein erfolgreicher Spieler gewesen ist, weiß er, auf was es ankommt und wie er uns hilfreiche Tipps geben kann.

Gab es bei Ihnen jemals einen Alternativplan, falls es mit der Karriere als Eishockeyprofi nicht geklappt hätte oder welche Tätigkeit könnten Sie sich in weiter Zukunft, nach der aktiven Eishockey-Karriere, vorstellen?

Ich war schon immer verrückt nach Eishockey und wollte mein Hobby unbedingt zum Beruf machen. Ich hoffe, dass ich von größeren Verletzungen verschont bleibe und noch eine Weile spielen kann. Nach meiner aktiven Laufbahn könnte ich mir etwas im Sport- und Fitness-Bereich vorstellen. Oder aber auch Profi-Angler (lacht).