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Steelers: Vier wollen den Titel!DEL2 - der Teamcheck. Heute: Bietigheim Steelers

Münchens Mads Christensen im Duell mit Andrew McPherson (r.), der nun für die Steelers aufläuft. Foto: picture alliance/CITYPRESS 24Münchens Mads Christensen im Duell mit Andrew McPherson (r.), der nun für die Steelers aufläuft. Foto: picture alliance/CITYPRESS 24
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Der Start der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) in die Saison 2017/18 verspricht gleich ein meisterliches Kräftemessen: Zum Saison-Start am Freitag, den 15. September, gibt es die Neuauflage des Playoff-Finales aus der vergangenen Spielzeit. Die Bietigheim Steelers reisen zum amtierenden Meister — den Löwen Frankfurt. Ein Hammer-Duell, das bestimmt Lust auf mehr macht. Die Liga verspricht wie immer Tradition pur. Wie zum Beispiel bei Aufsteiger Tölzer Löwen. Ein Team, das die Eishockeygeschichte atmet, fühlt, lebt. Hockeyweb testet alle 14 Teams auf Herz und Nieren.

Heute: Vizemeister Bietigheim Steelers

DEL-Bewerbung ein Aufreger

Das leidige Thema Auf- und Abstieg, die Ungereimtheiten bei der Bewerbung  für das DEL-Lizenzierungsverfahren, dies sorgte für Aufregung in der Sommerpause. Bis heute ist nicht geklärt, ob die Bewerbung gültig ist oder nicht. Nun muss ein Schiedsgericht entscheiden. Schon vor den Play-offs war klar, dass Kevin Gaudet gemeinsam mit seinem Co-Trainer Marc St. Jean in die neue Spielzeit geht. Und so wurde am neuen Kader gebastelt. Die Erwartungen im Ellental sind hoch. Logisch. Wer in den letzten fünf Spielzeiten fünf Mal im Finale war und zwei Mal Meister wurde, der will wieder in die Endspiel-Serie. Offiziell spricht es niemand aus, aber ein Platz unter den Top 4 und damit das Heimrecht in der ersten Play-off-Runde sind Pflicht. Dazu wurde der Kader leicht umgestellt.

Martinovic bekommt neuen Back-Up

Defensive: Silo Martinovic (36), zweimaliger Meister mit den Steelers, ist im Tor gesetzt. Coach Gaudet setzt voll auf den gebürtigen Kroaten, der auch schon bei Weltmeisterschaften sein Können unter Beweis stellte. Neu im Kader ist Ilya Sharipov. Der Deutsch-Russe kommt aus Riessersee und ersetzt Andi Mechel, der in Bad Tölz die neue Nummer 1 wird. Sharipov kam in den letzten beiden Spielzeiten auf 30 Einsätze in der DEL2. Beim Bietigheimer Ice Cup zeigte er im Spiel um Platz 3 gegen Iserlohn, dass er durchaus großes Potenzial besitzt. Mit Martinovic hat der 22-Jährige einen erfahrenen Torhüter vor sich, von dem er einiges lernen kann.

In der Verteidigung stehen 10 Spieler auf dem Papier, wobei die jungen Shevrin und Messing mit Förderlizenzen von Iserlohn ausgestattet sind. Das Grundgerüst der Defensive steht dennoch solide. Kapitän Adam Borzecki, Rob Brown, Basti Steingross, Max Pommersberger und Dominic Auger spielen auch weiterhin im Ellental. Oldie Gerade Auger (40) erlebt seinen zweiten Frühling und verblüfft nicht nur seine Fans jedes Mal aufs Neue. Der Routinier sammelte auch letzte Saison fleißig Punkte. Am Ende standen 35 Zähler in der Hauptrunde an, was den symphytischen Deutsch-Kanadier zum drittbesten Verteidiger der Liga machte. Eine Rückkehr gibt es auch. Benjamin Hüfner, der vor zwei Spielzeiten mit den Steelers Meister wurde, ist zurück. Er benötigt am wenigsten Eingewöhnungszeit, verjüngt den Defensiv-Verbund um einiges. Neu ist Kodi Schwarz (21), der aus der zweiten Mannschaft von RB Salzburg kommt. Eine andere Art von Rückkehr feiert Fabian Dolezel (19). Das Eigengewächs spielte bereits in der U16 und U19 der Steelers, ehe er für in Augsburg zwei Jahre in der DNL aktiv war. Für die beiden Youngster gilt es, den nächsten Schritt in der Entwicklung zu machen.

Buhmann McPherson neuer Liebling?

Angriff: Eigentlich gibt es im Sturm der Steelers wenig Veränderung, dennoch hinterlassen die Abgänge wohl die schmerzlichsten Lücken im Kader. Mit Robin Just verlieren die Steelers einen absoluten Publikumsliebling. Just konnte in seinen fünf Spielzeiten in Bietigheim ganze 309 Punkte sammeln, gewann zwei Mal den Meistertitel, vor allem aber viele Herzen. Nun locken die Ravensburg Towerstars. Einen ganzen Punkt mehr in sogar nur vier Jahren sammelte David Wrigley, dazu einen Meistertitel. Zudem wurde er als MVP des Finales und ’Forward oft the Year“ ausgezeichnet. All dies in der Saison 2014/2015. Danach fehlte Wrigley immer wieder wegen Verletzungen. Er wechselt nach Landshut und will den ambitionierten Bayern beim Aufstieg in die DEL2 helfen. Der Kapitän des zweiten Meistertitels, Marcel Rodman, verlässt die Steelers zum zweiten Mal. Der 35-Jährige schließt sich Aufsteiger den Tölzer Löwen an. Gaudet wäre nicht Gaudet, hätte er nicht für Ersatz gesorgt. Allen voran Andrew McPherson. Ausgerechnet. Die 38-jährige Bremerhaven-Legende wurde in der Egetrans Arena oft ausgepfiffen. Seine Provokationen waren vielen Fans der Steelers ein Dorn im Auge. Zuletzt wurde der Deutsch-Kanadier mit KS Cracovia Meister in Polen. Mit der Rückennummer 79 will der einstige Buhmann nun die Herzen der Steelers-Fans erobern. Aus Rosenheim kommt Tyler McNeely. Der Stürmer war mit 259 Punkte in den letzten vier Jahren Leistungsträger in Oberbayern. Top-Neuzugang im Sturm ist aber wohl Alexander Preibsch. Der 26-Jährige stürmte vier Jahre für die Düsseldorfer EG in der DEL. Ebenfalls mit DEL-Erfahrung kommt Norman Hauner aus Ravensburg. Einst war der 25-Jährige für Köln, München und Krefeld in der DEL im Einsatz.

Titel 4 soll endlich her!

Fazit: Die Steelers geben als Saisonziel Platz 1-4 aus, um in den Play-offs Heimrecht zu haben. Das sollte als Minimalziel machbar sein. Der Kader ist größer geworden. Dadurch fallen Ausfälle nicht mehr so schwer ins Gewicht. Bleiben die Steelers vom Verletzungspech verschont, könnte diese Saison endlich wieder der ganz große Wurf gelingen. Zwei verlorenen Final-Serien in Folge nagen am Selbstverständnis der Steelers. Der vierte Meistertitel soll her. Endlich. Die Sehnsucht ist groß. (Autor: Alessandro de Angelis)