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„In einer Best-of-Seven-Serie gibt es viele Höhen und Tiefen“ Heilbronns Stürmer Tyler Gron im Interview vor den Play-downs

Hockeyweb: Den Einzug in die Pre-Play-offs haben die Falken verpasst, daher steht jetzt eine Play-down-Serie gegen die Starbulls Rosenheim an. Wie denken Sie darüber und was ist, besonders in den nun folgenden Partien, Ihre Rolle im Team?

Tyler Gron: Ich denke, wir hatten angemessene und realisierbare Erwartungen für das Erreichen der Pre-Play-offs. Von daher kann man schon sagen, dass wir enttäuscht sind, die Hauptrunde auf dem 13. Platz abgeschlossen zu haben. Jetzt folgt eine harte Serie gegen die Starbulls Rosenheim; wir wissen, dass das nicht einfach wird. Es kann eine enge Serie mit sechs oder sieben Spielen und sehr knappen Ergebnissen werden. Was mich persönlich betrifft, hoffe ich, dem Team vor allem in der Offensive helfen zu können. Trotzdem muss ich natürlich sowohl in der Offensive als auch in der Defensive solide spielen und so dazu beitragen, dass wir diese wichtigen Spiele gewinnen können.

Hockeyweb: Seit zwei Wochen ist Gerhard Unterluggauer, der zuvor Assistenztrainer war, neuer Headcoach der Falken. Was hat sich seitdem, speziell bezüglich der Vorbereitung auf die Play-downs, verändert?

Tyler Gron: So spät in der Saison ist man als Trainer sehr eingeschränkt, was Veränderungen betrifft. Zwei Wochen vor den Play-downs muss man sich eher auf Kleinigkeiten konzentrieren und versuchen, diese zu verbessern, anstatt das komplette System zu ändern. Ich finde, dass Gerhard als Trainer einen sehr guten Job macht. Er war selbst ein erfolgreicher Eishockeyspieler und weiß, was nötig ist, um Spiele zu gewinnen. Letztendlich spielt es jedoch keine Rolle, wer hinter der Bande steht; um gegen Rosenheim zu gewinnen, müssen wir unser bestes Eishockey spielen.

Hockeyweb: Wie ändert sich die Wochenroutine, wenn anstatt zweimal nun dreimal die Woche gespielt wird? Während der Play-downs ist der Druck besonders hoch, ist es da überhaupt möglich, zwischendurch mal zu entspannen und Ablenkung zu finden oder denkt man automatisch über vergangene Spiele nach?

Tyler Gron: Gerade wenn es drei Spiele pro Woche gibt, ist es wichtig, Zeit zum Entspannen zu finden und den Körper wieder auf 100 Prozent aufzuladen. Ein paar der Jungs gehen gerne spazieren, andere entspannen zu Hause auf der Couch, wieder andere trainieren auch an freien Tagen. Das macht jeder auf seine eigene Art und Weise, weil jeder für sich selbst wissen muss, was für ihn das Beste ist. Ich versuche, so gut es geht mich zwischendurch von der Serie und den Spielen zu distanzieren, aber es ist unvermeidlich, dass man über schon vergangene Spiele nachdenkt.

Hockeyweb: In den Play-downs sind vier Siege nötig, um die Klasse zu halten. Wie geht man in dieser Situation mit einer Niederlage um? Denken Sie viel darüber nach oder muss man das sofort ausblenden, um sich darauf konzentrieren zu können, was als nächstes kommt?

Tyler Gron: Es ist nie gut, sich gedanklich lange mit einer Niederlage zu beschäftigen. Wichtig ist jedoch, dass man sich an seine Fehler erinnert, um diese beim nächsten Wechsel oder im nächsten Spiel vermeiden zu können. Die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen und diese in der Zukunft zu verhindern, macht meiner Meinung nach einen guten Eishockeyspieler aus. Wenn man eine Best-of-Seven-Serie spielt, gibt es eine Menge Höhen und Tiefen innerhalb weniger Tage, von daher ist es wichtig, immer nach vorne zu schauen und mit einem klaren Kopf in das nächste Spiel zu starten.

Hockeyweb: Während der Hauptrunde habt ihr gegen Teams wie Bietigheim und Frankfurt gewonnen, aber auch gegen direkte Konkurrenten wie Rosenheim verloren. Wenn jeder sein Potenzial ausschöpft, können die Falken also jedes Team schlagen. Doch worauf kommt es in den Play-downs letztendlich an, wenn man die Serie gewinnen will?

Tyler Gron: Ich denke, seit Weihnachten haben wir zu Hause sehr gute Leistungen gezeigt. Ob Frankfurt oder Rosenheim, unsere Gegner verlassen unsere Arena nicht mit einfach erspielten drei Punkten. Auswärts hingegen müssen wir uns verbessern, vor allem im Hinblick auf die Play-downs, wo das Heimrecht nicht bei uns, sondern bei Rosenheim liegt. Wir wissen, dass wir jeden Gegner schlagen können, wenn wir unser bestes Eishockey spielen, allerdings müssen wir diese Leistung konstant bringen, und zwar in jedem Spiel.

Hockeyweb: Sie haben es eben schon angesprochen, Rosenheim startet die Serie im heimischen Stadion. Auch ein eventuelles siebtes Spiel wird in Rosenheim stattfinden. Welche Rolle spielt das letztendlich in einer solchen Serie?

Tyler Gron: Wie schon gesagt, wir müssen auswärts besser spielen. Wir haben gelernt, bei Heimspielen unser Potenzial abzurufen, aber genau das müssen wir in Rosenheim eben auch tun. Es hört sich klischeehaft an, aber das wichtigste ist, dass wir uns um unser eigenes Spiel kümmern. Ich glaube, wenn sich jeder auf sich selbst und auf sein eigenes Spiel konzentriert, wird der Ausgang der Serie für uns erfreulich sein.