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Ich liebe meine BootcamperAuf einen EISTEE mit: Robin Niderost Teil 2

Robin Niderost (2005) auf dem Eis mit den Hannover Scorpions (Foto: Imago/Archiv)Robin Niderost (2005) auf dem Eis mit den Hannover Scorpions (Foto: Imago/Archiv)
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Hockeyweb: Gestern sprachen wir über die Herausforderung mit einem Coach verheiratet zu sein. Wie wirkt es sich im Privaten aus?

Robin Niderrost: Ich war bisher nicht mit einem anderen Coach verheiratet, glücklicherweise. Ich kann also nur aus der Erfahrung mit Kevin berichten. Manchmal bin ich noch nicht ganz ins Auto eingestiegen und er fährt los, dann denkt er noch an das letzte Spiel. Manchmal lässt er den Müll an der Tür stehen und geht aus dem Haus, dann denkt er an das Powerplay.

Aber ganz im Ernst, es gibt Höhen und Tiefen, wie in jeder Ehe. Wir sind uns sehr ähnlich. Er denkt den ganzen Tag an Eishockey, ich versuche mich zu beschäftigen. Dabei hilft es mir, dass ich sehr abenteuerlustig bin. Er nimmt es mir nicht übel, wenn ich allein wandern oder mit Freunden Essen gehe.

Gibt es eine Anekdote die ihn besonders gut beschreibt?

Wir waren einmal in Mexico. Ich hatte mir den Magen verdorben. Ich hatte zwölf Stunden lang Magenkrämpfe. Also ist Kevin an die Rezeption gegangen, um nach Hilfe zu fragen. Auf seine Frage, was man gegen Magenkrämpfe tun könne, sagten die Mexikaner „Tequilla hilft!“, also trank er zwei, bedankte sich und kam zurück zu mir.

Was ich damit sagen will, wir bewahren einen guten Sinn für Humor. Wir lachen viel, genau wie mit den Spielern, ist es wichtig, einen guten Sinn für Humor zu haben. Das ist der Schlüssel und wie du siehst, ist er manchmal ziemlich lustig.

Wie schaust du die Spiele der Steelers?

Ich sitze nicht immer am selben Platz. Ich sitze meistens allein im VIP Bereich. Dort kann ich mich am besten auf das Spiel konzentrieren. Wenn Kevin mich etwas fragt, muss es ja wenigstens so klingen, als hätte ich eine Ahnung. Manchmal sitze ich bei meinen Freundinnen auf der anderen Seite der Halle. Ich liebe die Atmosphäre und die Stimmung in der Halle.

Jeden Sommer geht ihr zurück nach Kanada. Wie sieht ein normaler Tag in Kanada aus?

Immer wenn wir nach Hause kommen, erwartet mich das Chaos. Ich habe ja noch mein eigenes Geschäft mit zwei Partnern – eine Trainingshalle für Team-Training und ein Geschäft für Personal Training. Dort versuche ich, so gut es geht zu helfen, wenn wir zu Hause sind. Dazu veranstalte ich noch eigene Bootcamps. An einem normalen Tag trainiere ich also 2-3 Gruppen, 3-4 Einzelsportler und habe dann noch 1-2 Bootcamps. Abends versuche ich dann die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden nachzuholen, die ich das ganze Jahr vermisse.

Gib uns bitte einen kleinen Einblick in dein Bootcamp!

Ich habe das vor ein paar Jahren ins Leben gerufen. Nur durch Mundpropaganda sind wir so ca. 25 Leute. Wir treffen uns am Stadion, je nach Wetter trainieren wir drinnen oder draußen. Ich versuche immer ein kreatives Workout zu gestalten. Anfangs haben wir uns zweimal die Woche getroffen, mittlerweile treffen wir uns eher drei bis vier Mal. Wir sind schon fast eine kleine Familie. Ich liebe meine „Bootcamper“, sie haben so viel Spaß und Bedeutung in mein tägliches Leben in Bietigheim gebracht. Wenn ich darüber nachdenke, werde ich ganz emotional. Übrigens, alle Hockeyweb-Leser sind herzlich eingeladen am Bootcamp teilzunehmen.

Was sind für dich die Unterschiede zwischen Kanada und Deutschland?

Der deutsche Wein ist besser. In Deutschland kann ich schnell Autofahren. 100 km/h sind doch reine Zeitverschwendung. Ich liebe die Autobahn. Außerdem kann ich von Deutschland aus, an einem Tag, in vier Länder reisen. In Kanada schaffe ich es vielleicht gerade so in die nächste große Stadt. Die Deutschen sind sehr Regel sehr akkurat und pünktlich, also schaffe ich es jeden Tage jemanden sauer zu machen. Dafür Entschuldigung. An Weihnachten liebe ich die Weihnachtsmärkte und Glühwein, außerdem habt ihr mindestens sechs Mal Ferien im Jahr, unsere „Holidays“ sind nur an Weihnachten.

Wie verbringst du deine Freizeit?

Laufen, joggen, wandern, lesen, schreiben, Filme gucken, die Treppen der Halle rauf und runter rennen. Ich geh auch gern Kaffee mit meinen Freundinnen trinken und versuche so oft es geht zu Reisen. Ich mag es sehr, schwierige Wanderwege zu erkunden, das mache ich am Liebsten. Ende des Jahres werde ich wieder viele Weihnachtsmärkte besuchen.

Abschließend, was war dein bisher größter Erfolg und was möchtest du noch erreichen?

Beides geht einher. Ich habe hier große Freundschaften geschlossen, über die Bootcamp Workouts haben wir eine Familie aufgebaut. Die Frauen, mit denen ich das mache, sind ein enger Zirkel an Freundinnen, die sich gegenseitig Tag für Tag unterstützen. Diese Frauen zueinander gebracht zu haben ist ein großer Erfolg. Auch wenn die „Ladies“ es erst möglich machen. Danke Ladies. Deshalb möchte ich der Gemeinde auch noch mehr zurück geben. Ich habe bereits einige Ideen und sollten wir noch ein paar Jahre hier bleiben, können wir sie hoffentlich umsetzen.

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