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Edelstahl oder Aluminium – für Bastian Steingroß kein ProblemBietigheims Verteidiger im Interview

Licht und Logos - Bastian Steingroß zeigt sein Talent nicht nur beim Eishockey. (Foto: Alessandro De Angelis)Licht und Logos - Bastian Steingroß zeigt sein Talent nicht nur beim Eishockey. (Foto: Alessandro De Angelis)
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Hockeyweb: Hallo Herr Steingroß, es geht in die heiße Phase, die Play-offs stehen bevor. Ihre Steelers gehen zum dritten Mal in Folge als Hauptrundensieger in entscheidende Phase. Wie waren die letzten Tage für Sie?

Bastian Steingroß: Wir schauen von Spiel zu Spiel und bereiten uns auf jeden Gegner vor. Klar ist die Anspannung jetzt höher, da wir in die heiße Phase gehen. Wir haben uns eine sehr gute Ausgangsposition geschaffen und wollten als Tabellenführer in die Play-offs gehen. Wir wollen jedes Jahr in die Play-offs und die letzten Jahre wollten wir das immer als Erster. Es ist ein klarer Vorteil, zu Hause in die Serie zu starten. Wir waren bis auf zwei Spieltage immer Erster, also wollten wir am Ende der Hauptrunde auch Erster sein.

Hockeyweb: Das Ziel für die Play-offs ist dann welches?

Bastian Steingroß: Wir wollen ins Finale und würden uns gerne mit dem Meistertitel selbst krönen. Wir waren in den letzten vier Jahren zweimal Meister und zweimal Vizemeister. Dieses Jahr wäre es wieder Zeit für den ganz großen Wurf.

Hockeyweb: Herr Steingroß, Sie sind mittlerweile 34 und werden dieses Jahr 35. Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber ich gehe davon aus, dass Sie keine zehn Jahre mehr Eishockey auf Profi-Niveau spielen werden.

Bastian Steingroß: Ich habe vor, noch drei Jahre Eishockey zu spielen, dann wird mein Sohn eingeschult und wir wollen, dass er zu Hause in Berlin eingeschult wird und nicht im schlimmsten Fall jedes Jahr die Schule wechseln muss.

Hockeyweb: Wie sieht Ihr Plan für die Zeit nach dem Profi-Geschäft aus?

Bastian Steingroß: Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht. Mein Vater hat einen Betrieb in Berlin und da würde ich gerne mitarbeiten. Natürlich müsste ich erstmal schauen, ob das für mich alles passt. Ich würde aber auch dem Eishockey gerne erhalten bleiben und Schiedsrichter werden. Ich denke, die Welt braucht ordentliche Schiris. Wenn ehemalige Spieler das Zepter übernehmen, ist das etwas anderes. Man sieht das ja mit Lasse Kopitz und Lars Brüggemann. Das sind auch andere Respektspersonen, die haben selber jahrelang Eishockey gespielt und können einzelne Situationen auch anders einschätzen.

Hockeyweb: Der Betrieb Ihres Vaters (Feinmechanik) passt ja auch sehr gut zu Ihrem Hobby, dem Sie gerade in Ihrer Freizeit nachgehen. Lassen Sie unsere Leser doch hier etwas teilhaben.

Bastian Steingroß: Ich habe einen kleinen Lichttick und versuche, durch Licht Bilder und andere Dinge anders in Szene zu setzen. Dazu kommt die Metallverarbeitung, die ich bei meinem Vater mitgenommen habe, da dachte ich mir, das passt doch sehr gut zusammen. Ein paar Leute haben sich dann darauf eingelassen, dass ich ihnen etwas Schönes bastle. Mit der Andreas Frey Schweißtechnik habe ich eine tolle Firma gefunden, wo ich mittlerweile drei-, viermal die Woche bin und dort meine Aufträge bearbeite und an meinen Ideen tüftle. Das Lustige ist, Andreas Frey hatte nichts mit dem Eishockey zu tun, mittlerweile spielen seine Kinder bei uns, er ist Betreuer in der Jugend und sein Vater ist unser Materialwart. Wir sind mittlerweile sogar gute Freunde geworden. Zurzeit arbeite ich an drei Firmenlogos und es ist ein toller Ausgleich für mich und dazu beschäftige ich mich mit der Thematik, was ich nach dem Eishockey mache.

Hockeyweb: Haben Sie eine Ausbildung gemacht, Herr Steingroß?

Bastian Steingroß: Ich habe bei meinem Vater eine Ausbildung begonnen, aber dann abgebrochen. Ich war 18, spielte in der U20-Nationalmannschaft und hatte meinen ersten Profivertrag. Ich habe mich dann fürs Eishockey entscheiden, auch weil ich keine zwei weiteren Jahre in Berlin bleiben wollte und konnte zu der Zeit. Ich habe aber mittlerweile ein Sportstudium abgeschlossen und damit praktisch meine Ausbildung nachgeholt.

Hockeyweb: Wollen Sie zum zweiten Mal Ihr Hobby zum Beruf machen?

Bastian Steingroß: Ich glaube nicht, dass es diesmal klappt. Die Firma meines Vaters ist sehr innovativ und hat sogar schon einige Preise bekommen. Das passt, glaube ich, nicht mit meinem Hobby zusammen. Außerdem möchte ich nicht, dass es zu groß wird, hier wird immer alles eins zu eins mit dem Kunden besprochen und es soll sehr individuell bleiben. Wenn das zu kommerziell wird, dann kann das jeder haben und es wird eine Art Massenherstellung. Das ist nicht das, was ich möchte. Mir macht es Spaß, mit dem Kunden zu reden und das Passende zu finden, so dass der Kunde dann voll zufrieden ist.

Hockeyweb: Wie sehen Sie Ihre Kunden? Als den Eishockeyprofi oder den Unternehmer?

Bastian Steingroß: Ich glaube, Sie sehen mich eher als Eishockeyspieler, da mich die meisten Kunden über das Eishockey kennen.

Hockeyweb: Herr Steingroß, wie sehen denn die Preise aus?

Bastian Steingroß: Das kann man pauschal nicht sagen, es kommt darauf an, welches Material genutzt wird und wie groß das Ganze werden soll. Auch wie groß der Aufwand ist, muss bedacht werden. Edelstahl ist viel teurer als Aluminium. Soll es gepulvert werden oder nicht? Wo soll das Werkstück hin? Wenn wir die ganzen Infos dann zusammen haben, wird kalkuliert. Man kann aber mit 400 Euro rechnen, da fangen die kleineren Logos an. Das kann natürlich bis in die tausende gehen. Je nachdem. Natürlich wird der Kunde auch von mir beraten. Ich schaue auch danach, was der Kunde am Ort hat, wo das Logo hin soll, und schaue mir an, was da am besten dazu passt. Ich habe da mittlerweile genug Erfahrung und lasse diese dann einfließen. Ich brauche zwischen fünf und zehn Stunden für ein Teil.

Hockeyweb: Wir bedanken uns, Herr Steingroß, und wünschen Ihnen für die Play-offs und für Ihr Hobby viel Erfolg.

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