Eishockey News

Von Wut, Enttäuschung und einer ZukunftshoffnungKommentar zum Aus der Hamburg Freezers

Die Hamburg Freezers werden keine Lizenz für die Saison 2016/17 beantragen. (Foto; Imago)Die Hamburg Freezers werden keine Lizenz für die Saison 2016/17 beantragen. (Foto; Imago)
Lesedauer: ca. 1 Minute

Das Aus der Hamburg Freezers bewegt ganz Eishockey-Deutschland in diesen Stunden – wobei dies wohl auch dem kampfbereiten Kapitän Christoph Schubert zuzuschreiben ist. Ohne seine Arbeit in den letzten Tagen wäre wohl einfach nur ein weiteres Team in den Abgrund gestürzt. So allerdings bekam das Thema eine Geschichte – ein Gesicht. Überall wurde vom Kampf des Freezers-Kapitäns Schubert berichtet. Etwas über eine halbe Millionen Euro wurde in kurzer Zeit gesammelt. Auch wenn gar nicht so klar war, wofür. Wollte man die Lizenz mit dem Geld kaufen oder einfach die Rote Zahl, die die AEG jedes Jahr ausgleichen musste, minimieren? So richtig wusste dies keiner. Genau so wenig, wie die Antwort auf die Frage. Was sagt eigentlich die AEG zum Spendenaufruf?

Aber ich muss zugeben, als Oberhausener und Ex-Revier-Löwen-Fan sah ich die ganze Sache mit gemischten Gefühlen. Als die Löwen aus der DEL gingen, gab es nicht eine derartige Resonanz, was allerdings auch damit zu tun hat, dass es damals kaum Facebook-Nutzer gab und Twitter noch gar nicht existierte – und natürlich daran, dass Vereinssterben damals eher Tradition war.

Da wir bei der Tradition sind: Es gab viele, die die Hamburger als Retortenteam beschimpften. Natürlich haben die Freezers keine 100-jährige Geschichte. Aber irgendwann hat jeder Verein einmal angefangen. Ob der Club nun in der DEL gestartet ist oder in der Landesliga, wäre in 50 Jahren auch egal. Auch der SC Riessersee hat mal bei null angefangen. Jeder Standort ist im Eishockey wichtig. Ob 100, zehn oder ein Jahr alt.

Als Revier-Löwen-Fan kann ich den Schmerz, die pure Enttäuschung der Hamburger verstehen. Lasst euch gesagt sein, der Schmerz hält auch 14 Jahre nach dem DEL-Aus der Revier Löwen an.

Doch, liebe Hamburger, bei Euch gibt es, im Gegensatz zu Oberhausen, Eishallen.

Und es gibt Eishockey-Vereine in Hamburg. In der vergangenen Saison spielten die Crocodiles Hamburg und der Hamburger SV in der Oberliga. Und der HSV ist sogar der Stammverein der Freezers, dessen Jugendarbeit sich unter dem Namen HSV Young Freezers in den letzten Jahren gut entwickelt hat. Lebt Eure Eishockey-Leidenschaft weiter. Es sind nicht die DEL-Freezers, aber es ist Eure Eishockeyseele, die ihr mit in den Verein tragen könntet. Die Grundlage für eine Rückkehr ist da. Zeigt Deutschland, dass die Freezers nicht nur in der DEL existierten.