Straubing Tigers legen sich drei Punkte unter den BaumStraubing Tigers legen sich drei Punkte unter den Baum

Alex Oblinger, Augsburger in Straubinger Reihen, traf zum zum 1:0. (Foto: Sandra Wichmann)Alex Oblinger, Augsburger in Straubinger Reihen, traf zum zum 1:0. (Foto: Sandra Wichmann)
Lesedauer: ca. 6 Minuten

Was für ein schöner vorweihnachtlicher Auftakt in die Partie. Riesenstimmung, auch dank eines picke-packe-vollen Gästeblocks, herrschte schon vor dem Spiel. Als es dann losging, gaben die Fans richtig Gas. Dabei gehörte das Drittel klar den Hausherren, die wohl das beste Drittel der bisherigen Saison aufs Eis legten. Auch Gästecoach Mike Stewart sah das so: „Vor allem in den ersten 20 Minuten war Straubing die bessere Mannschaft. Einen Tick schneller, einen Tick bissiger, haben mehr Scheiben gewonnen und sind verdient in Führung gegangen.“ Die Augsburger Lebensversicherung hieß Olivier Roy, der sicher mehr zu tun hatte, als allen Schwaben lieb war. Augsburgs Mark Cundari lobte ihn verständlicherweise nach der Partie: „Wir können uns bei ihm bedanken, er hat uns im Spiel gehalten.“ Straubings Alex Oblinger meinte zur starken Anfangsphase: „Wir wollten gut aus der Kabine rauskommen.“ Für die mehr als verdiente Straubinger Führung sorgte dann eben genau jener Augsburger in den niederbayerischen Reihen. „Obi“ fälschte einen Schuss vom Sam Klassen unhaltbar ab und sagte nach dem Spiel bescheiden, aber mit breitem Lächeln: „Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte und dass es bei mir geklappt hat und ich mit dem Tor zum Erfolg beitragen konnte.“  Augsburg hatte Chancen, war aber oft nicht konsequent genug. Hier noch ein Haken, da noch ein Pass und dann war die Scheibe wieder weg oder für Straubing ungefährlich. Die Tigers hingegen legten sogar noch zu und waren fast schon dominant. Cundari war davon aber keineswegs überrascht: „Sie kamen genauso hart aus der Kabine, wie wir sie erwartet haben.“

Heddens Verletzung bringt fast die Wende

Mike Stewart über das Mitteldrittel: „Im zweiten Drittel sind wir viel besser aus der Kabine gekommen. Da waren wir einen Tick schneller, haben Scheiben gewonnen, haben physisch gespielt. Wir haben das 1:1 gemacht und haben das Momentum auf unserer Seite gehabt.“ Doch dann der Schockmoment. Straubings Mike Hedden sinkt heftig blutend zu Boden, nachdem er den Schläger von Aleksander Polaczek ins Gesicht bekam. Unabsichtlich und doch strafwürdig. Die Partie war minutenlang unterbrochen und die Schiedsrichter hielten Rat, dabei blickten sowohl Daniel Piechaczek als auch Marian Rohatsch immer wieder auf den Monitor der Zeitnahme, um dort die TV-Wiederholungen zu sehen. Ein Videobeweis ist in solchen Fällen übrigens nicht vorgesehen, sprich, selbst wenn sie auf den Bilder das Foul im Nachhinein erkennen, dürfen sie das nicht zur Entscheidung heranziehen. Einzige Möglichkeit wäre gewesen, wenn ein Linienrichter eine große Strafe erkannt hätte. Doch offenbar hatte niemand die Szene im Spiel wahrgenommen und so löste das Ergebnis beim Straubinger Anhang blankes Entsetzten aus, denn es gab keine Strafe. Hedden hingegen wurde sofort in die Sanitätskabine geführt und von dort aus ging es ins Straubinger Klinikum, wo die Untersuchung Entwarnung gab. Aufgrund der starken Blutung vermutete man zunächst einen Bruch der Stirn, dann machte das Gerücht um eine Augenverletzung die Runde. Doch am Ende war alles halb so schlimm, wie es aussah. Tom Pokel entschärfte alle Gerüchte: „Glück im Unglück, es ist nur ein starker Cut über dem Auge.“ Im Straubinger Spiel löste das aber einen Bruch aus und die Augsburger kamen immer besser auf und legten körperlich zu. Fast schon folgerichtig fiel der Ausgleich. Oblinger erinnert sich: „Ich glaube, wenn man seinen Mitspieler verletzt auf dem Eis sieht und der blutet, dann nimmt einen das erstmal mit und das hat uns auch ein bisschen aus der Bahn geworfen, aber wir haben wieder zurück zu unserem Spiel gefunden.“ Zunächst hatten man jedoch einige Minuten das Gefühl, dass die Partie kippen könnte, doch die Tigers sind seit neuestem mental erstaunlich stabil und holten sich das Spiel zurück. Wie viel Anteil Tom Pokel an der neuen mentalen Stärke hat, will Alex Oblinger nicht kommentieren: „Das ist nicht meine Aufgabe, da irgendwas zu beurteilen.“ Er meint aber weiter: „Tom stellt uns super auf die Gegner ein und das hilft uns. Er bringt sehr viel Energie in die Kabine und das geht dann natürlich auch auf die Mannschaft über.“ Auch wenn die Niederbayern in Überzahl vollendeten und wieder mit einer knappen Führung in die zweite Pause gingen, meinte Pokel: „Im zweiten Drittel waren wir vielleicht nicht bereit und Augsburg hat die entsprechende Antwort gebracht.“

Spannung bis zu Schluss

In den letzten 20 Minuten vor Weihnachten war aber nochmal für ordentlich Spannung gesorgt. Zunächst legten die Gäubodenstädter in Überzahl nach, versäumten es dann aber, weiter zu drücken und auf das vierte Tor zu gehen. Das gefiel Straubings Coach weniger: „Einziges Manko, wir haben Augsburg im dritten Drittel wieder zum Leben gebracht.“ Und sie sammelten Strafen – zu viele, wie der Coach nach dem Spiel meinte. Eine davon konnten die Fuggerstädter zum neuerlichen Anschlusstreffer nutzen, somit war es in den letzten Minuten ein dramatisches Finale. Stewart beschreibt es so: „Im Schlussdrittel hatten wir einen Breakaway und ein paar 2:1-Situationen, aber MacIntyre hat sehr gut gehalten. Ich kann meinen Jungs da keinen Vorwurf machen. Aber letztendlich war unser Penaltykilling nicht stark genug. Und ein bisschen Scheibenglück hat gefehlt.“ Tom Pokel pflichtet bei: „Man darf aber die paar Schlüsselszenen nicht vergessen. Die zwei Alleingänge, die Augsburg hatte, da hat uns MacIntyre im Spiel gehalten.“ Augsburg zog natürlich Olivier Roy für einen sechsten Feldspieler und warf alles nach vorne und nun stand Straubing Drew MacIntyre im Mittelpunkt. Mark Cundari hat mit MayIntrye auch so seine Erfahrungen gesammelt: „Er ist ein guter Goalie. Ich kenne ihn schon einige Zeit, habe auch schon in Nordamerika gegen ihn gespielt. Er ist smart und hat viel Kontrolle. Wir hatten einige gute Chancen, haben aber keinen Weg an ihm vorbei gefunden.“ Die Hausherren verpassen die ersten beiden Chancen zur Entscheidung, doch dann zündete der „Straubinger Bua“ mit letzten Kräften den Turbo und fuhr allen davon. Aus weniger als einem Meter schubste Stefan Loibl die Scheibe zum Auftakt in eine Straubinger Feiernacht über die Linie.

Meinungen

Der gebürtiger Augsburger Alex Oblinger sagte nach der Partie: „Irgendwie ist es immer was Besonderes, wenn ich gegen Augsburg spiele, weil es meine Heimatstadt ist.“ Zum Spiel meinte er: „Das war unglaublich wichtig für uns, wir sind einfach nur froh, dass wir das gewonnen haben. Aber trotzdem ist es nur ein kleiner Schritt von vielen, die wir machen wollen. Wir haben uns eine Aufgabe vorgenommen zu erreichen und die ist so weit weg. Es ist ein Zwischenziel, das wir heute erreicht haben, das bedeutet uns sehr viel.“ Leistungssteigerung hin oder her, er fand die Niederbayern auch vorher nicht so schlecht: „Ich glaube, wir haben auch vorher nicht alles so schlecht gemacht, wie es geredet wurde, aber wir finden unseren Weg. Im Moment kommen wir immer besser in Fahrt. Wir glauben an unser System und wir glauben an die Mannschaft. Wir werden gut auf den Gegner eingestellt. Das hilft als Spieler, das hilft als Mannschaft und das ist auch der Grund, warum dann so was möglich ist, dass wir wie im ersten Drittel rauskommen und den Gegner dominieren.“ Mike Stewart: „Straubing hat sehr hart gearbeitet. Sie haben gut verteidigt und zum richtigen Zeitpunkt die Tore geschossen.“ Mark Cundari: „Zu verlieren gehört zum Spiel, auch wenn es nicht Spaß macht. Das hier ist ein Topstadion, es ist immer kalt, die Fans sind immer laut. Wir hatten auch viele Fans hier, aber waren nicht gut genug um zu gewinnen. Sie waren heute das bessere Team.“ Tom Pokel: „Man sieht, dass unser spielerisches Element sich von Spiel zu Spiel steigert. Auch die mentale Stärke wächst. Das Powerplay wird auch immer besser. Im Nachhinein haben unser Jungs sehr stark und sehr entschlossen gespielt. Wir sind sehr zufrieden mit der Leistung heute.“

Zahlen zum Spiel

Tore: 1:0 (09:19) Alex Oblinger (Sam Klassen, Kyle MacKinnon), 1:1 (29:20) Trevor Parkes (Drew LeBlanc), 2:1 (36:32/PP) Jeremy Williams (Mike Connolly, René Röthke), 3:1 (43:42/PP) Jeremy Williams (Mike Connolly, Austin Madaisky), 3:2 (54:02/PP) Brady Lamb (Drew LeBlanc), 4:2 (58:18/EN) Stefan Loibl.

Schiedsrichter: Daniel Piechaczek, Marian Rohatsch; Linienrichter: Gabriel Gaube, Andreas Hofer.

Strafen 8:8 (0:0, 2:4, 6:4).

Zuschauer: 4887.

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