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Straubing mit Geschick und Glück zum SiegWichtiger Sieg für die Tigers

Beide Teams mussten dabei auf den einen oder anderen Spieler verzichten. Doch eine Ausrede sollte das für keines der Teams sein. So sagt Wolfsburgs Alex Dotzler: „Sicher sind wichtige Spieler momentan nicht an Bord, aber das kann man nicht als Ausrede nehmen. Da muss man einfach näher zusammenrücken.“ Und Straubings Mike Connolly meint zu den Ausfällen: „Ja, die fehlen schon, weil wir sonst schon mit allen vier Reihen spielen und jeder ins Spiel involviert ist. Eine kurze Bank darf keine Entschuldigung werden, aber wir sind natürlich froh, wenn die Jungs zurückkommen.“

Ein erstes Drittel, wie es den Heimfans gefallen hat. Mit einem guten Forecheck hielt man die Grizzlys mit ihren eigenen Waffen in Schach. Trotzdem hatten die Niedersachsen die eine oder andere gute Chance. Das einzige Tor des Drittels machten aber die Niederbayern. Überzahl wurde auch gespielt und dort sah man, warum die Tigers-Statistik hier so gut ist. Das Topteam aus Wolfsburg hatte doch seine liebe Mühe, den zweiten Gegentreffer zu verhindern. Straubings Coach Larry Mitchell meint über die Eröffnung: „Unser Spiel im ersten Drittel war sehr gut.“

War es anfangs des zweiten Drittels noch eine ausgeglichene Sache, so nahmen die Wolfsburger Spielanteile von Minute zu Minute zu. Spätestens ab dem Powerbreak hatten die Gäste klar die Oberhand und schnürten die Straubinger regelrecht in ihrem eigenen Drittel ein. Wolfsburgs Goalie Sebastian Vogl nahm das von hinten auch so wahr: „Ja, das ist richtig. Da war auch der eine oder andere Pfostenschuss und ein paar Großchancen, da hat uns aber das Glück gefehlt. Wenn wir in unsere Drangphasen ein, zwei Tore geschossen hätten, dann hätte das Spiel ganz anders ausgeschaut.“ Matt Climie hatte einige Male das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, so konnten die Tigers die knappe Führung in die zweite Pause retten. Niederbayerische Chancen waren Mangelware, die Besten hatten die Hausherren kurz vor der Sirene. Larry Mitchell freut sich auch über das Mitteldrittel: „Statt auseinander zu brechen, wie es die Saison schon oft passiert ist, haben wir einen Weg gefunden, den Wolfsburger Sturm zu wiederstehen und haben kluge Entscheidungen getroffen, wenn wir die Scheibe bekommen haben.“ Mike Connolly meint: „Ja, wir haben das defensiv gut gelöst. Wenn wir sie von unserem Tor fernhalten, können sie nur schwer Tore schießen. Wir haben oft einen Weg gefunden, die Scheibe rauszubringen.“

Mit neuem Mut und Mitchells Vorahnung ging es in den Schlussabschnitt. Dieser meinte: „Im letzten Drittel wussten wir, dass Wolfsburg nochmal kommen wird. Aber wir haben das gut gemeistert, dass wir den Gegner nach außen gelassen haben.“ Beide Teams nun wieder mehr auf Augenhöhe unterwegs, wobei die Tigers behutsam mit ihren Kräften umgingen, früh den Wechsel suchten und die Scheibe über die Bande aus der Zone chipten. Doch wenn sich eine Chance bot, dann spielten die Hausherren auch nach vorne. In der 55. Minute schlugen sie dann zu und Jeremy Williams besorgte die Vorentscheidung. Pavel Gross nahm seine Auszeit und dann auch schnell Sebastian Vogl vom Eis.

Die Grizzlys liefen auch jetzt noch viel und wirkten insgesamt über 60 Minuten frisch und fit. Sebastian Vogl meint: „Wir legen schon viel Wert auf Fitness. Aber wir lassen das nicht als Ausrede zählen, ja, wir haben Verletzte und Kranke und auch einige angeschlagene Spieler, aber wir müssen trotzdem Vollgas geben und über den Kampf die Spiele gewinnen.“ Die Bemühungen der Grizzlys blieben aber ohne Erfolg. Stattdessen macht Straubings Goalgetter Jeremy Williams in den Schlusssekunden endgültig alles klar.

Am Ende sucht man nach den Gründen für den Sieg oder die Niederlage. Wolfsburgs Coach Pavel Gross sagte: „Beide Mannschaften wollten in den ersten 30 Minuten den Sieg haben. Es war ein ganz enges Spiel. Wir haben ein paar Fehler gemacht, die Straubinger haben ein paar gemacht. Die Torhüter waren gut. Aber unter dem Strich spielt man aufs Tor, da waren die Straubinger einfach besser. Die haben heute hart gespielt und viele Schüsse geblockt.“ Sein Goalie Sebastian Vogl ist der Meinung: „Ich denke, es war ein ausgeblichenes Spiel, indem Straubing seine Torchancen besser genutzt hat als wir. Wir müssen mehr Energie aufbringen und versuchen, mit mehr Intensität zu spielen, dass wir solche knappen Spiele auch entscheiden können.“ Und Alex Dotzler meint: „Straubing hat defensiv ganz okay gespielt und wir haben einfach unsere Chancen nicht genutzt. Das Ergebnis ist dann die Konsequenz, wenn man die Chancen nicht nutzt. Wir waren vielleicht nicht zwingend genug vor dem Tor. Wir hätte einfach die Chancen, die wir uns rausgespielt haben, vor dem Tor zwingender nutzen müssen.“

Mike Connolly schätzt den Sieg hoch an: „Es war ein großer Sieg, aber es wird auch Zeit, dass wir anfangen zu gewinnen, denn wir müssen aufpassen, dass uns die Zeit nicht ausgeht. Das war ein guter Start für uns. Aber jetzt müssen wir weiterarbeiten und auch im Auswärtsspiel punkten.“ Den Unterschied machte seiner Meinung nach heute Abend sein Torhüter: „Ich denke, den Unterschied hat heute Matt Climie gemacht. Er hat den Laden heute hinten zusammengehalten und viel gesprochen. Wir waren auch gut im Powerplay und haben Tore gemacht.“ Auch Coach Larry Mitchell findet: „Letztendlich braucht man in dieser Phase einen starken Goalie, den haben wir heute gehabt.“

Am einfachsten fasst es aber Pavel Gross zusammen: „Wenn du kein Tor schießt, und das ist uns in den letzten drei Spielen schon zweimal passiert, dann kannst du auch nichts gewinnen. Deswegen geht der Sieg nach Straubing auch so in Ordnung.“

Tore: 1:0 (5.) Steven Zalewski (Jeremy Williams, Mike Connolly), 2:0 (55.) Jeremy Williams (Mike Connolly), 3:0 (60.EN) Jeremy Williams (Mike Connolly, Scott Timmins).

Schiedsrichter: Georg-Rainer Köttstorfer, Lars Brüggemann; Linienrichter: Stephan Waldner, Norbert van der Heyd.

Strafen: Straubing 4, Wolfsburg 4.

Zuschauer: 3.979.