Riesiger Jubel in Straubing. Die Tigers fegten Wolfsburg im ersten DEL-Play-off-Heimspiel überhaupt mit 7:0 vom Eis. (Foto: Hockeyweb)

Während man in der Hauptrunde immer nur schallplattenmäßig „Wir denken von Wechsel zu Wechsel, von Drittel zu Drittel und von Spiel zu Spiel“ hörte, werden die Sprüche, zumindest die einiger Spieler, immer markiger. Calvin Elfring: „Ja, es war nur ein Sieg, insgesamt brauchst du zehn Siege.“ Man rechnet inzwischen also schon bis zum Sieg im Finale. „Warum nicht? Wir spielen, um zu gewinnen.“ Das ist das, was man dann eine Ansage in Richtung Konkurrenz nennt. „Die Gedanken sind im Hintergrund immer da, wir reden nicht darüber und schauen immer noch von Spiel zu Spiel, aber am Sonntag wollen wir den dritten Sieg holen.“

Das Spiel heute war auf jeden Fall ein dickes Ausrufezeichen. Doch Coach Dan Ratushny sieht das nüchtern. „Ob 2:1 oder 7:0, das ist nur ein Sieg. Wir brauchen vier, um die Serie zu gewinnen. Wir müssen am Boden bleiben und uns weiter konzentrieren.“ Das sein Gegenüber Pavel Gross nicht sehr glücklich über die Leistung seines Teams war, versteht sich aufgrund des Endstandes von alleine. Eine erste Analyse schenkte er sich deshalb und sagte: „Straubing war ganz klar besser, sie haben alle Zweikämpfe gewonnen, mehr Zug zum Tor, mehr gelaufen. Mir tun einfach die Fans leid, die uns nach Straubing begleitet haben und so eine Vorstellung unserer Mannschaft gesehen haben.“

Gemeint hat er damit den tapferen Haufen von rund 30 Wolfsburger Anhängern die vielleicht die schwächste Saisonleistung der Niedersachen zu sehen bekamen. Mit Ausnahme der Reihe um Kai Hospelt, also Norm Milley und Sebastian Furchner sowie dem Verteidigungspaar Nathan Paetsch und Christopher Fischer, zeigten die meisten Akteure der Niedersachsen das große Fracksauen. Schon gut eine Stunde vor Spielbeginn sangen sich die Niederbayern in den ersten Play-off-Rausch. Ein Hexenkessel, in dem es nahezu unmöglich war, sich mit seinem Nebenmann zu unterhalten. Am Ende schossen die Wolfsburger nicht mal so oft auf Barry Brusts Tor wie die Niederbayern im ersten Drittel. 49:17 (25:7, 14:6, 10:4) zeigt die Schussstatistik. Auch wenn fünf der sieben Tore in personeller Überzahl gefallen sind, ist das Endergebnis fast noch schmeichelhaft. Zudem hatte der sonst oft überragende Daniar Dshunussow wieder keinen guten Tag und nach dem fünften Gegentor genug. Für ihn kam Backup Lukas Lang, der seine Sache recht gut machte. „Das war von Anfang bis zum Ende ein Superspiel von uns“, meinte Calvin Elfring, und weiter: „Wir haben hart gekämpft und sind unserem System treu geblieben. Das war sehr wichtig für uns.“ Trotz der markigen Ansage gab es auch ruhigere Töne in der Kabine: „Wir haben uns abgeklatscht, und uns gesagt, das Spiel ist jetzt vorbei, wir schauen nach vorne.“

Viele Tore sind gefallen, das schönste machte vielleicht Karl Stewart mit einem Bauerntrick im Liegen. Stewart zeigte sich aber bescheiden: „Das war harte Arbeit von Matt und René. Ich habe nur den Torwart am Boden gesehen und dann die Kelle ums Tor gelegt und vom Schoner ist er dann rein.“ Er meint aber auch: „Wolfsburg wird immer ein schwerer Gegner sein, wir haben Respekt vor Wolfsburg, aber wir müssen unser Spiel weiter machen und am Sonntag den dritten Sieg einfahren.“

Mitfahren werden dann auch rund 650 Straubinger Fans, die kurzerhand einen Sonderzug organisiert haben und dann ihr Team auch in der Fremde unterstützen wollen.

Zuschauer 5.854 (ausverkauft)

Tore:

1:0 (07:55) Laurent Meunier (Bruno St Jacques, Ryan Ramsay) (PP2)

2:0 (08:45) Karl Stewart (Calvin Elfring, Matt Hussey) (PP1)

3:0 (14:06) Dustin Whitecotton  (Calvin Elfring, Sandro Schönberger) (6Man)

4:0 (26:15) Sandro Schönberger (Daniel Sparre, Dustin Whitecotton)

5:0 (27:51) Carsen Germyn (Laurent Meunier, Ryan Ramsay) (PP1)

6:0 (34:07) Karl Stewart (Matt Hussey, René Röthke)

7:0 (42:12) Bruno St Jacques (Carsen Germyn, Ryan Ramsay) (PP1)

Strafen: Straubing 8, Wolfsburg 18 + 10 Benedikt Schopper

SR: Georg Jablukov, Florian Zehetleitner; LR: Christian Höck, Pascal Kretschmer

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