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Oppenheimer: Zurück in die Zukunft Neu-Eisbär trifft auf Ex-Klub Ingolstadt

Thomas Oppenheimer wechselte im Sommer vom ERC Ingolstadt zu DEL-Rekordmeister EHC Eisbären Berlin. Foto: picture alliance /City-PressThomas Oppenheimer wechselte im Sommer vom ERC Ingolstadt zu DEL-Rekordmeister EHC Eisbären Berlin. Foto: picture alliance /City-Press
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Nein, eine große Liebe wurde es nicht, zwischen Thomas Oppenheimer und dem ERC Ingolstadt. Nach dem Aus der Hamburg Freezers unterschrieb der Nationalstürmer in seiner oberbayrischen Heimat einen Fünfjahresvertrag. Und löste ihn nach nur einer Spielzeit wieder auf, um zu DEL-Rekordmeister EHC Eisbären Berlin zu wechseln. ’Sportlich“ passte es nicht. ’Ich habe ich einige Dinge anders gesehen“, erklärte 28-jährige seine geringe Motivation, am geographischen Mittelpunkt Bayerns zu bleiben. Man habe ’offen und ehrlich“ die Situation analysiert und letztlich ist ERC-Sportdirektor Larry Mitchell seinem Wechselwunsch ’nachgekommen.“ Bei einer so langen Vertragsdauer wäre es unter diesen Voraussetzungen ’schwer“ gewesen, die volle Leistung zu bringen, meinte Oppenheimer. Am Donnerstag kommt es nun in Ingolstadt zum Wiedersehen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber. Zurück in die Zukunft sozusagen.

Für Oppenheimer nichts Besonderes. Lässig stapfte er nach den kräftezehrenden Übungseinheiten von Trainer Uwe Krupp im Wellblechpalast vom Eis und stellte sich vor der wartenden Reportermeute auf, um deren Wissenshunger zu stillen. Er wusste, was auf ihn zukommt. ’Rachegefühle“ kenne er nicht, diktierte Oppenheimer brav in die Blöcke. ’Für mich ist es ein ganz normales Auswärtsspiel. So wie jedes andere auch. Ich fahre dahin, um zu gewinnen.“ Punkt. Vergangenheit abgehakt. Das unglückliche Kapitel Ingolstadt ist für den Angreifer Geschichte.

Es wird dennoch ein großes Wiedersehen bei beiden Teams geben. Ein bisschen ist es so wie ein Klassentreffen. Im Tausch für Oppenheimer wechselte der langjährige EHC-Star Darin Olver zum ERC. Letzterer trifft auf seinen Bruder Mark, der zum zweiten Mal bei den Bären anheuerte.  EHC-Urgestein Laurin Braun zog es dagegen zu den Oberbayern, Martin Buchwieser von der Donau an die Spree. Es gab also ein reges Hin und Her zwischen den ’Schanzern“ und der Hauptstadt im vergangenen Sommer. Klingt verwirrend. Ist es aber nicht. ’So ist das Geschäft“, meint Oppenheimer lapidar mit den Schultern zuckend. Sieht sein Chef-Coach Krupp ähnlich gelassen: ’Sicher werden sich Laurin und Darin besonders reinhängen. Aber wir spielen nicht gegen die beiden, sondern gegen Ingolstadt.“

Mit zwei Toren und drei Vorlagen hatte ’Oppi“, wie ihn seine Mitspieler nennen, einen ordentlichen Start beim EHC. Die bajuwarischje Eiche (1,87 m, 81 kg) geht dahin, wo es weh tut. ’Durch seine Körpergröße ist Oppi sehr präsent“, sagt Bären-Sportchef Stépahne Richer, der schon in Hamburg mit dem Profi zusammenarbeitete. Dieser brennt vor Ehrgeiz. ’Offensiv sind wir ganz gut aufgestellt. Aber wir müssen unsere Chancen cleverer ausspielen. Defensiv geht es noch besser. Wir haben uns zu Anfang zu viel auf unseren Torwart Petri Vehanen verlassen“, sieht Oppenheimer nach der 2:4-Niederlage bei Meister RB München Handlungsbedarf.

Den gibt es auch ein paar Tage später, wenn am Sonntag in der Mercedes-Benz-Arena der DEL-Klassiker zwischen den Bären und den Adlern Mannheim (14 Uhr) ansteht. Allerdings im privaten Bereich. Fast zeitgleich tritt im Berliner Olympiastadion der FC Bayern München bei Hertha BSC an (15.30 Uhr). Im Starensemble des deutschen Fußball-Rekordmeisters spielt auch Thomas Müller. Der Fußball-Nationalspieler ist bekanntlich einer der besten Freunde von Oppenheimer, der sogar Trauzeuge des Weltmeisters ist. ’Wir haben noch nicht miteinander geredet. Mal sehen, ob es mit einem Treffen noch funktioniert. Aber wir hatten die Situation schon öfter. Das ist eben Teil des Jobs.“ Aber wem drückt der bekennende Fan von 1860 München die Daumen? Hertha? Oder etwa den Bayern? ’Eine schwierige Frage“, grinst Oppenheimer, ’aber diesmal halte ich es mit meinem Kumpel und den Bayern.“ (Autor: RT)