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(Nicht ganz) Die gleiche Prozedur wie letztes JahrKrefeld unterliegt Mannheim

Die Adler Mannheim bejubelten den Sieg bei den Krefeld Pinguinen. (Foto: Imago)Die Adler Mannheim bejubelten den Sieg bei den Krefeld Pinguinen. (Foto: Imago)
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Zum Auftakt im Jahr 2016 unterlagen die Krefeld Pinguine den Adlern Mannheim mit 4:7 (1:3, 2:2, 1:2).

Ob die im Dezember mit drei Erfolgen heimsiegverwöhnten Pinguine-Fans oder die zahlreich mitgereisten Adler-Fans, deren flügellahme Lieblinge im gesamten Vormonat nur im Spengler-Cup- Gruppenspiel gegen Jokerit Helsinki das Eis als Sieger verlassen hatten, am Ende lachen würden, war bei Spielbeginn des Tabellenletzten gegen den Vorjahresmeister und bis dato Tabellenneunten durchaus unklar, zumal der letzte Sieg der Adler in Krefeld schon 26 Monate zurücklag. Da die Pinguine auf St. Pierre und Fischer verzichten mussten, bekam Nachwuchsverteidiger Mike Schmitz mehr Eiszeit als ihm vielleicht lieb war.

Drei Abseitssituationen in den ersten 121 Sekunden bewiesen den Willen der Adler, ihre Seuchenbilanz des Vormonats ad acta zu legen. Die erste Strafzeit gegen Oliver Mebus in Minute 4 überstanden die Pinguine ohne große Probleme, dann kamen sie besser ins Spiel und konnten in Minute 7 den ersten Treffer des neuen Jahres bejubeln: Mike Collins zog verdeckt von der blauen Linie ab, Youri Ziffzer ließ abprallen und Daniel Pietta bedankte sich mit dem 1:0. Die Krefelder verstärkten ihren Druck und holten in Minute 8 eine Strafzeit für Steven Wagner heraus, jedoch legte ihre bekannte Überzahlschwäche den Grundstein für den weiteren Spielverlauf: praktisch vom Bullypunkt weg fuhren die Adler einen Konter und Mathieu Carle erzielte den 1:1-Ausgleich, den die Schiedsrichter nach absolut überflüssigem Videobeweis (wie noch zwei weitere Male im Spielverlauf) auch richtigerweise anerkannten. Die Pinguine spielten weiter nach vorne. In Minute 11 vergab Yared Hagos eine Großchance auf die erneute Führung, und – wie so oft in solchen Situationen – fiel 16 Sekunden später das 1:2 durch Daniel Richmond, dessen Schuss von der blauen Linie durch mehrere Spieler vor Patrick Galbraith hindurch ging. Der Ablauf wiederholte sich quasi fünf Minuten später: Mark Hurtubise spielte sich durch die Adler-Abwehr und konnte erst im letzten Moment gestoppt werden, in der Rückwärtsbewegung fiel ein Pinguin im Mitteldrittel über die eigenen Füße und Ryan MacMurchy nutzte die Unordnung in der Pinguin-Abwehr zum 1:3. Die Adler beherrschten nun eindeutig das Spielgeschehen, zwei Top-Paraden von Galbraith verhinderten einen aussichtlosen Rückstand zum Ende des Anfangsdrittels.

Vermehrter Körpereinsatz der Pinguine zu Beginn des Mitteldrittels wies darauf hin, dass die Niederrheiner sich nicht aufgegeben hatten. Eine Strafzeit gegen Hagos unterbrach ihren Vorwärtsdrang. Sie überstanden auch diese Unterzahl gut, doch in Minute 27 brachte ein Traumpass von Glen Metropolit Brent Raedeke in Schussposition und Galbraith war zum vierten Mal geschlagen. 26 Sekunden später fiel die Vorentscheidung: Christoph Ullmann konnte auf 5:1 für die Gäste erhöhen. Pinguin-Trainer Franz Fritzmeier nahm sofort seine Auszeit, die den Pinguinen ebenso wie das Power-Break eine Minute später half, den Doppelschlag der Adler zu verdauen. Ihr Kampfgeist wurde durch zwei Strafzeiten gegen die Adler „belohnt“, und nach 28 der 32 Sekunden dauernden doppelten Überzahl konnte Herberts Vasiljevs einen schönen Querpass von Daniel Pietta durch den Slot sofort verwandeln. Der „Anschlusstreffer“ beflügelte die Frackträger: nur drei Minuten später kurvte Pietta von rechts in den Slot und verkürzte auf 3:5. Nun schnürten fünf Pinguine fünf Adler in deren Drittel ein, die nur mit sehr großer Mühe mehrere gute Chancen der Krefelder verhindern konnten. Allerdings unterbrach eine Strafzeit gegen Andreas Driendl diese Druckphase, aber da nach acht Sekunden auch ein Adler in die Kühlbox musste, endete das Drittel ohne weitere Treffer.

Im Schlussdrittel spielten die Pinguine weiter nach vorne und schienen in Minute 42 den entscheidenden Schritt ihrer Aufholjagd zu machen: Ex-Pinguin Sinan Akdag verletzte Mark Hurtubise und erhielt eine große Strafe. In der fünfminütigen Unterzahl spielten die Adler ihre ganze Erfahrung aus: ihre recht ruppige und provozierende Spielweise störte den Krefelder Spielfluss, auch weil zweimal je zwei Spieler auf die Strafbank geschickt wurden. Aber Krefeld kämpfte weiter. In Minute 50 vergab Andreas Driendl noch eine Großchance auf den Anschlusstreffer, zwei Minuten später war er nach einer schönen Kombination mit Hagos erfolgreich. Nur 20 Sekunden später hätte es nach einem Fehler von Jochen Hecht am eigenen Tor fast 5:5 geheißen, und diesmal nahm Adler-Coach Gregory Ireland seine Auszeit, um Ruhe in das Abwehrspiel seiner Mannschaft zu bringen. Die 58. Minute brachte dann die endgültige Entscheidung – ähnlich wie in Minute 8 konnte MacMurchy Pinguin-Keeper Galbraith zum 4:6 überwinden. Zwar nahmen die Pinguine noch ihren Torwart vom Eis, doch wie man schon vorher vermuten konnte, verloren sie nach nur wenigen Sekunden die Scheibe, die Hecht locker in den leeren Pinguin-Kasten beförderte.

Tore: 1:0 (7.) Pietta (Collins, Eriksson), 1:1 (9.) Carle (Kink, Joudrey) SH1, 1:2 (11.) Richmond (Ullmann, Metropolit), 1:3 (16.) MacMurchy (Fischer, Hecht), 1:4 (27.) Raedeke (Metropolit, Bittner), 1:5 (28.) Ullmann (MacMurchy, Akdag), 2:5 (34.) Vasiljevs (Pietta, Collins) PP2, 3:5 (37.) Pietta (Schymainski, Eriksson), 4:5 (52.9 Driendl (Hagos, Weihager), 4:6 (58.) MacMurchy (Hecht, Arendt), 4:7 (59.) Hecht (Hospelt, Ullmann) EN. Strafen: Krefeld 10, Mannheim 12 + 5 + Spieldauer (Akdag). Schiedsrichter: Aumüller / Rohatsch. Zuschauer : 5244.