Letzte Saison wurden er zum „Trainer des Jahres“ gewählt, brachte die Tigers zum ersten Mal in ihrer DEL Geschichte in die Play-offs und scheiterten erst im Halbfinale am späteren Meister Eisbären Berlin. Wie schaut die Zielsetzung für die kommende Spielzeit aus?
„Es gibt keinen Grund viel zu ändern. Ich denke, jedes Team spielt um Meister zu werden. Natürlich wollen auch wir Meister werden, aber wir schauen nicht so weit voraus. Wir denken und planen auch dieses Jahr wieder von Tag zu Tag und von Spieltag zu Spieltag. Im Moment geht es darum, die Mannschaft in die Wohnungen zu bringen und die Fitnesstests zu machen. Mein Ziel ist aber, dass wir jeden Tag besser werden. Die Spieler und wir Trainer.“
Die Fitnesstests der Spieler laufen in kleinen Gruppen ab und sollen zeigen ob im Sommer gut gearbeitet wurde. „Bisher sind alle fit, gesund und machen einen starken Eindruck. Um sich fürs Eishockey fit zu machen, ist nicht einfach. Man muss genauso Schnelligkeit sowie Kraft und Ausdauer trainieren. Alle haben im Sommer gut gearbeitet und haben eine gute Hockeyfitness.“
Im Sport allgemein gilt oft der Spruch „Das zweite Jahr ist das schwerste!“. Werden die Tigers diese Saison einem höheren Druck ausgesetzt sein als letzte?
„Ich denke, niemand kann mehr Druck auf uns ausüben als wir selbst. Das ist unser Beruf, es ist ein großer Teil unseres Lebens. Wir hatten auch letzte Saison viel Druck, denn wir wollten jedes Spiel gewinnen und wollten auch Meister werden. Wir verstehen auch die Erwartung der Fans die uns immer unterstützen. Wir wollen dieses Jahr den nächsten Schritt machen und am Ende besser dastehen.“
Was passiert bei einer Niederlagenserie? Hat man davor Angst? „Nein! Wir haben auch letztes Jahr Spiele verloren und wir werden auch diese Saison wieder Spiele verlieren – was soll's. Es gibt dann zwei Dinge die man machen kann. In Angst leben, oder analysieren, warum man verloren hat und sich Gedanken darüber machen, wie man es besser machen kann. Wir werden sicher Zweites tun, denn Angst bringt einen nicht weiter.“

Als Dan Ratushny letzte Saison nach Straubing kam, war das Team weitestgehend komplett. Ob er diese Saison mehr in die Auswahl der neuen Spieler involviert ist, kommentiert der Kanadier so: „Jason Dunham (Sportlicher Leiter der Straubing Tigers - Anm. d. Autors) und ich haben eine gute Partnerschaft. Ich denke wir wissen beide, welche Spieler ins Team passen und wir vertrauen beide auf die Meinung des Anderen. Es gibt kein festes Protokoll. Wir haben beide Ideen, reden darüber und finden eine Lösung. Es ist eigentlich ganz einfach und gar nichts Magisches.“
Neu im Team ist Goalie Jason Bacashihua „Er kommt mit einer wirklich guten Statistik aus der AHL. Er ist ein guter Eishockeyspieler und ein guter Charakter. Es wird für ihn sicher auch eine gute Erfahrung werden. Das erste Jahr in Europa ist für jeden schwer, aber er ist ein cleverer Kerl. Ich denke er wird sich schnell zurechtfinden und einen guten Job machen.“
Blaine Down wird nicht der eins zu eins Ersatz von Matt Hussey. Der Coach kommt aber fast ins Schwärmen wenn er ihn beschreibt. „Als ich Trainer in Olten war spielte er in der NLB gegen uns. Ich war immer von im beeindruckt. Blaine ist ein harter Arbeiter der immer gewinnen will und er ist ein echter Teamplayer. Blaine ist stakt in der Offensive und in der Defensive. Er passt perfekt in unser System.“

- DEL Trainer des Jahres - Dan Ratushny (links) neben dem DEL-Geschäftsführer Gernot Tipcke
Beim Abfragen der anderen neuen Stürmer, deren Rollen im Team und des fehlenden Nummer eins Verteidigers, kommt wieder stark der Teamgedanke zu Tage „Bei uns gibt es keine Rollenspieler. Jeder Spieler muss alles machen, egal ob vorne, hinten, beim blocken oder beim Tore schießen. Es ist egal ob wir da über Ortolf, Endraß, Beechey, Kramer oder irgendeinen anderen reden. Wir denken auch nicht in Kategorien wie „Nummer eins Verteidiger“. An einem Tag ist der eine in der ersten Reihe, an einem anderen Tag vielleicht ein anderer. Wir suchen einen wirklich starken Verteidiger. An einem sind wir dran, aber die Sache ist noch nicht fix. Ich bin aber sicher, dass wir bis zum Saisonbeginn einen haben werden. Das der etwas später zum Team stößt, ist auch kein Problem.“
Viele andere Teams haben schon Eis im Stadion oder in der Trainingshalle. Ist es ein Problem das Straubing erst relativ spät auf Eis gehen kann? „Nein, auch das ist kein großes Problem. Wie es momentan aussieht, werden wir diesen Freitag in Straubing aufs Eis gehen können. Diese Woche haben wir die Möglichkeit, in Landshut Eiszeit zu bekommen. Das ist aber noch kein echtes Training, sondern eher ein lockeres Schlittschuhlaufen. Aber wir freuen uns darauf, wieder in unserem Stadion auf unser Eis zu gehen.“ Auf das Straubinger Eis hält der Coach ohnehin große Stücke „Wir haben eine der besten Eisqualität in der Liga. Es ist hart und schnell.“ „wie die Tigers“ möchte man fast ergänzen.























