Eishockey - DEL

17.11.2012

500. DEL-Spiel

René Röthke feiert Jubiläum

von Armin Holl-Wagner

Zugegeben, bis zur 1000-Spiele-Marke eines Sven Felski ist noch ein weiter Weg. Doch auch 500 Spiele in der DEL sind eine Marke, die man nicht schnell im Vorbeigehen erreicht. Grund genug, um sich mit dem gebürtigen Berliner in Diensten der Straubing Tigers zu unterhalten.


Foto: Heribert Böckl

„Ich habe heute erfahren, dass es soweit ist. Ich wusste zwar, dass es diese Saison irgendwann sein wird, aber nicht, dass es morgen gegen Hannover ist“, so René Röthke nach dem Samstagstraining im Stadion am Pulverturm. Die 500-Spiele-Marke erreicht sicher nicht jeder, das weiß auch der Mann vom rechten Flügel. „Es bedeutet mir viel. 500 Spiele sind ein ganze Menge, da, glaube ich, kann man stolz darauf sein.“

Mannschaftskamerad Alex Dotzler „wusste davon nichts, aber das ist Wahnsinn. Respekt, 500 Spiele muss man erst mal schaffen.“ Kapitän Sandro Schönberger ist besser informiert: „Ja, ich habe es gewusst. René ist ein Super-Typ“, schickt Schönberger gleich das erste Lob hinterher. „Ich bin froh, dass er in unserer Mannschaft spielt, denn als Gegenspieler ist er ziemlich unangenehm.“ Auch der andere Kapitän der Niederbayern, Calvin Elfring, zeigt sich beeindruckt „Da kann er sehr stolz darauf sein. 500 Spiele in der DEL zu machen und so lange auf so hohem Niveau zu spielen, ist nicht so einfach. Da kann ich nur sagen Respekt und Hut ab.“

Angefangen hat alles in ganz frühen Jahren. „Ich war vier Jahre alt, als ich das erste Mal auf dem Eis stand, dass es nun so viele Spiele sind, habe ich mir da noch nicht vorstellen können. Es war aber immer mein Traum, Eishockey zu spielen. Ich war immer auf dem Eis oder habe auf der Straße Streethockey gespielt“, erzählt der Jubilar, den viele Trainer geformt haben. Diplomatisch sagt Röthke zu dem Thema: „Es gibt viele verschiedene Trainer, die ich hatte, die mir verschiedene Sachen mit auf den Weg gegeben haben und von denen ich viel gelernt habe. Einen besonders hervorheben kann ich aber eigentlich nicht, weil mich jeder weitergebracht hat.“

Röthke hatte, wie viele junge Leute, den Traum vom Profisportler. Doch einen Traum zu haben, ist das Eine, sich den auch erfüllen zu können, das Andere. „Ja, das stimmt. Ich war 16 oder 17 Jahre alt, als mir gesagt wurde, dass ich das Zeug dazu habe, Profi zu werden. Trotzdem ist das am Anfang alles nicht sicher, wie der Weg gehen wird. Man weiß nicht, ob man es auch schafft, sich durchzubeißen.“

Im Stadion am Pulverturm ist nahezu täglich Betrieb von früh morgens bis spät abends. Während wir uns unterhalten, läuft das Spiel der Straubinger Knaben gegen den VER Selb. Die jungen Nachwuchsspieler hätten sicher auch 100 Fragen an den Profi. René Röthke würde ihnen sagen, „dass sie versuchen sollen, sich jeden Tag zu verbessern, aber auch jeden Tag mit Spaß an die Sache zu gehen, denn der Spaßfaktor spielt schon eine große Rolle. Wenn man ohne Spaß und zu verkrampft an die Sache herangeht, klappt es nicht.“

Größere Zukunftsplanungen sind, da die meisten Verträge ein oder zwei Jahre lang laufen, ohnehin nicht die Sache der Spieler. „Wie die meisten plane ich auch nicht über die Vertragsdauer hinaus. Es gibt wenige Clubs, die längerfristige Verträge anbieten, was meiner Meinung nach eher an den Clubs als an den Spielern liegt, aber letztendlich ist es ein schnelllebiges Geschäft. Außerdem kann es von heute auf morgen vorbei sein.“ Hier spricht der 30-Jährige aus Erfahrung. Denn im Jahr 2011 hat es den großen Hundefreund, aktuell vier Hunde, böse erwischt. Er musste die Saison vorzeitig mit einem Knöchelbruch beenden. Für ihn war aber von Anfang an klar, dass er sich zurückkämpft. „Wenn es vorbei sein sollte, gibt es viele Möglichkeiten, aber ich habe damals nie daran gedacht, dass meine Karriere vorbei sein könnte. So eine Verletzung macht einen auch stärker, vor allem mental. In der Verletzungszeit lernt man wirklich viel.“

In Straubing hat der Publikumsliebling Vertrag bis zum Ende der Spielzeit 2013/14. Wie lange geht es darüber hinaus? „Schwere Frage. Wir genießen die Zeit hier, aber keiner weiß, wie lange es sein wird. Tatsache ist aber, dass wir uns sehr wohl hier fühlen. Es macht Riesenspaß, in Straubing zu spielen, denn es gibt kaum ein anderes Stadion, in dem die Fans so mitfiebern und so enorm pushen können. Momentan kann ich mir kein Team vorstellen, bei dem ich meine Leidenschaft Eishockey so ausleben kann wie hier.“

Die Qualitäten des 500-Spiele-Mannes sind unbestritten. Diese zu beurteilen, möchte er jedoch lieber nicht. „Es ist schwer, sich selbst zu beurteilen, ich glaube, das sollten andere tun.“

Natürlich haben wir einige Straubinger gebeten, etwas über René Röthke zu sagen. Coach Dan Ratushny wusste nichts von der Marke „500 DEL-Spiele sind eine ganze Menge. Er ist ein toller Spieler und ein wichtiger Teil der Mannschaft. Man kann René in jeder Situation aufs Eis schicken. Egal ob Powerplay oder Penaltykilling, er gibt immer alles. Er ist ein echter Profi, es ist wirklich toll, ihn in unserer Mannschaft zu haben.“ Alex Dotzler meint: „René hat natürlich viel Erfahrung. Offensiv ist er im Powerplay als Rechtsschütze wichtig für uns. Die Tore fehlen zwar noch etwas, aber er kommt immer besser in Schwung. Er ist ein wichtiger Teil der Mannschaft.“ Auch die Kapitäne stoßen ins selbe Horn: Sandro Schönberger sagt: „Er ist wichtig für die Mannschaft. Ich denke, 500 Spiele sagen einiges aus. Mit seiner Erfahrung hilft er uns, da wir eher eine junge Mannschaft sind.“ Calvin Elfring: „Er arbeitet immer hart, er kontrolliert die Scheibe gut in der Offensivzone.“

Mannschaften sieht man auf dem Eis, sie entstehen aber zum Großteil in der Kabine. „In der Kabine?“, lacht der Coach schelmisch und meint weiter: „Da bin ich so selten.“ Calvin Elfring charakterisiert den Berliner mit den Worten „Er ist kein Hektiker und immer ganz ruhig. Er ist nicht laut und macht einen guten Job. Er weiß, was er machen muss.“ Alex Dotzler plauderte jedoch ein wenig aus dem Nähkästchen „Er ist ein lustiger Kerl, mit dem man immer was zu lachen hat. Ich weiß gar nicht, ob ich das sagen darf“, doch, wir bitten darum, „es gibt ein paar Witze wegen seiner Herkunft, aber wir sind alle sehr froh, dass wir ihn haben.“ René Röthke meint am Ende unseres Plausches zur Dotzler-Aussage lachend: „Na ja, mittlerweile bin ich im vierten Jahr hier, da kann mich nicht mehr so viel schocken.“

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