Sie kamen aus Nürnberg, Köln, Straubing und München, reisten aus Bremerhaven, Rosenheim und Hannover (Indians) an oder sehen sonst die Spiele in Bad Tölz, Füssen, Peiting oder im westfälischen Hamm: Eishockey-Fans aus ganz Deutschland sind sich einig, wenn es um ihren Sport geht: „Alle Parteien müssen wieder an einen Tisch, um miteinander zu sprechen und den Sport zu retten“, erläutert uns Erich aus Rosenheim.
Im übrigen seien sie alle auch einer Meinung, was Auf- und Abstiege anbetrifft, sagt Erich: „Eine Verzahnung zwischen allen Ligen ist notwendig! Und wer sein sportliches Aufstiegsrecht nicht wahrnimmt gehört zurückgestuft und sollte ganz unten wieder anfangen. Es muß auf allen Ebenen Schluß damit sein, sich die Liga aussuchen zu können. Das wollen wir alle.“ Und Thomas aus Köln bestätigt: „Jeder, der Interesse am Eishockey hat, wünscht sich das.“
Mit diesen Forderungen seien sie bei DEB und ESBG (Bundesliga) „auf offene Ohren gestoßen“, erzählt Erich. Der Bietigheimer Manager Volker Schnabel habe für die Bundesligisten erklärt, sich sofort wieder an einen Tisch mit der DEL zu setzen, wenn von dieser ein Gesprächs- und Terminangebot käme. Leider habe Herr Schumann für die DEL in seinen Augen ein weniger gutes Bild abgegeben, weil dieser zu den Fragen, um die es ging entweder nicht antworten konnte oder wollte und wohl auch kein Mandat für irgendwelche Zusagen hatte, faßt Erich den Eindruck der Bundesliga-Fans zusammen. Thomas vom DEL-Standort Köln sieht das weit moderater, räumt aber ein, daß der DEL-Vertreter „auch anders hätte besetzt werden können“. Eine Geringschätzung dieses Fan-Forums seitens der DEL sieht auch Manuela aus Füssen: „Die haben den Herrn da nur hingesetzt, damit jemand dort war.“
Damit wird deutlich, wie vermint, nach den Geschehnissen des Sommers, das Handlungsfeld für alle Beteiligten derzeit ist. „Dieser Koop-Vertrag ist ein DEBakel!“ stand auf einem der Transparente in der deutschen Fan-Kurve während des Turniers. Doch Präsident Uwe Harnos scheint bei den Fans deutlich gepunktet und verlorenes Vertrauen zurückgewonnen zu haben: „Er hat uns die Problematik erklärt, nicht verantwortlich zu sein für die DEL-Verträge des Jahres 1994, die damaligen Fehler aber jetzt begradigen zu müssen“, zeigt sich Manuela verständig. „Er hat aber auch aktuelle Kommunikationsfehler eingeräumt und will uns Fans künftig stärker einbinden. Das soll in Arbeitskreisen geschehen“, fährt sie fort.
Tatsächlich scheint Harnos auch das Heft des Handelns zurückgewonnen zu haben. Das offenbar fehlende Mandat von Schumann, ein Treffen mit der ESBG zuzusagen, nutzte Harnos, um seinerseits die Parteien zu einem Runden Tisch im Rahmen der U 20-B-WM in Garmisch-Partenkirchen einzuladen und damit in eine Vermittlerrolle zu schlüpfen.
Manuela, die mit ihrer großen Trommel den Takt der deutschen Fans in der Kurve angibt, faßt das Anliegen all ihrer Mitstreiter deutlich zusammen: „Wir Fans sind doch die Träger des Sports und wir wollen unseren Sport zurück.“ Wie sehr „die Außenwirkung des derzeitigen Streits dem Eishockey schadet, kann man doch an den sinkenden Zuschauerzahlen ablesen, obwohl überall toller Sport geboten wird“, gibt Erich eine besorgte Zustandsbeschreibung des deutschen Eishockeys.
„Gegeneinander um Punkte - gemeinsam für unseren Sport!“ steht auf einem anderen großen Transparent der Fans. Sie hoffen nun alle, daß die Handelnden dies auch beherzigen und bei ihren Entscheidungen Eitelkeiten, Vergangenheit und persönliche Befindlichkeiten hintan- und den Sport so wieder in den Mittelpunkt stellen.



















