Die zusammenfassende Überschrift der ersten beiden Drittel könnte lauten: Bobby Goepfert gegen Adler Mannheim 0:2. Ihrem Torhüter hatten es die Düsseldorfer zu verdanken, dass sie nach 35 Minuten nur mit zwei Toren hinten lagen. Denn bis auf ihn fand Düsseldorf bis dahin nicht statt.
Umständliches Spiel, wenig körperliche Präsenz, schwaches Zweikampfverhalten, das alles spielte den Adlern aus Mannheim in die Karten. Ein Spiel aus einer konzentrierten Abwehr heraus, wie eigentlich angekündigt, war nach zwei Minuten passé. Angriff auf Angriff im Hurra-Stil in durchweg hohem Tempo rollte in Drittel eins in Richtung Düsseldorfer Tor, die Schussstatistik von 16:3 Schüssen spricht eine deutliche Sprache. Da die Düsseldorfer vor allem im ersten Drittel zu weit von Hartgummischeibe und Gegner entfernt waren, fielen die üblichen Puckverluste der Adler durch ab und an unpräzise Aufbau- und Querpässe nicht weiter ins Gewicht, durch ihr Zweikampfverhalten konnten die Spieler der Adler den Puck schnell zurück erobern und ihre auffallend oft über die rechte Seite stattfindenden Angriffe fortsetzen.
Richtig sicher wurde ab dem gegnerischen Drittel kombiniert, in unverminderter Geschwindigkeit, schön anzuschauen, aber ein kraftraubender Spiel Stil und zweites Manko gestern Abend, der Ertrag. Mindestens vier Tore zugunsten der Adler hätten fallen müssen, eines während einer doppelten Überzahl, erzielt von Adam Mitchell, wurde es nur. Die DEG hatte sicherlich vor, diesmal, im Gegensatz zum letzten Aufeinandertreffen im Adlernest, den Mannheimern die Spielgestaltung zu überlassen und mit schnellem Kontern, das sie ja nachweislich beherrschen, zum Erfolg zu kommen, so hatte sich das Düsseldorfs Trainer Jeff Tomlinson aber bestimmt nicht vorgestellt.
Auch in der ersten Drittelpause drang er wohl nicht so richtig zu seinen Spielern durch, das zweite Drittel ging erst mal wie oben beschrieben weiter, das zweite Tor aus einer herrlichen Kombination heraus erzielte Frank Mauer für die Adler. Freddy Brathwaite, der Torhüter der Adler, hatte bis dahin einen ruhigen Abend verbracht, eine Chance der DEG musste er vereiteln, Resultat eines Fehlpasses der Mannheimer Verteidigung. Mehr Beschäftigung bekam er erst ab der 35. Minute aufgrund zweier aufeinander folgender Strafzeiten gegen die Adler Mannheim. Ab diesem Zeitpunkt fanden die Düsseldorfer mehr und mehr ins Spiel (10:12 Schüsse), ergebnistechnisch passierte jedoch nichts.
Im letzten Drittel spielte plötzlich die DEG (8:19 Schüsse), machte die Fehler des ersten Drittels nicht mehr und die Mannheimer Spieler wirkten, als ob sie das andere Auftreten der DEG nicht wahrnehmen würden, geschweige denn darauf reagieren könnten. Sie spielten plötzlich zu passiv, die Positionen im Rückwärtsgang wurden nicht konsequent gehalten, das hatte zur Folge, dass die DEG bei gleicher Anzahl Spieler auf dem Eis oft in „Überzahl“ im Drittel der Adler agierte und jetzt Freddy Brathwaite sein Team im Spiel hielt. Das ging bis zur 52. Minute gut, bis die Zonenverteidigung der Adler DEG-Spieler Evan Kaufmann bis zu Freddy Brathwaite durchreichte und dieser den Anschlusstreffer erzielen konnte. Der Druck der Düsseldorfer stieg weiter, in der letzten Minute des Spiels kam es zum Bully im Adlerdrittel, nach dem zweiten Klärungsversuch der Mannheimer auf Kosten eines Icings.
Die Trainer der Adler waren wohl ebenfalls so gefesselt von dem Vorgehen, dass sie es bestimmt vergaßen, hier eine Auszeit zu nehmen, um ihren Spielern eine Atempause zu verschaffen, vor dem wahrscheinlich letzten Bully des Spiels. Wie auch immer, der Puck landete bei Andy Hedlund und dieser erzielte mit einem Sonntagsschuss in den Winkel den Ausgleich. In der Overtime passierte nichts mehr, das Penaltyschießen entschied die DEG für sich.
Verdient hin, unverdient her, die Tore zählen und nicht die Spielanteile. Damit nimmt die DEG zwei Punkte mit nach Hause und die Adler den Eintrag ins Merkbuch: ein Spiel dauert 60 Minuten.



















